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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

20. Juli 2009 HPV-Impfung: Daten zur ersten direkten Vergleichsstudie der beiden zugelassenen Impfstoffe

Jährlich erkranken etwa 6200 Frauen am Zervixkarzinom.1 „Trotz verbesserter Früherkennungsmaßnahmen wird man von dieser Zahl nicht herunterkommen“, so Prof. Barbara Gärtner, Universitätsklinikum des Saarlandes. Seit 2006 ist der HPV-Impfstoff Gardasil® in der EU und in den USA zugelassen, seit 2007 zusätzlich der Impfstoff Cervarix®. Nun liegen die Daten aus der ersten direkten Vergleichsstudie vor, die Mitte Mai auf der International Papillomavirus Conference (IPvC) in Malmö präsentiert wurden.
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Eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) liegt 99,7% der Zervixkarzinome zugrunde. Etwa 17 HPV-Typen sind onkogen, dazu zählen auch jene, gegen die die beiden zugelassenen Impfstoffe schützen. Der quadrivalente Impfstoff Gardasil® schützt gegen die Typen 6, 11, 16 und 18, Cervarix® ist ein bivalenter Impfstoff gegen die Typen 16 und 18, welche als Hochrisiko-Typen eingestuft werden und für ca. 70% aller Zervixkarzinome verantwortlich sind.

Die vorgestellte Phase-III-Vergleichsstudie2 untersuchte die Wirksamkeit der beiden Impfstoffe gegen HPV-16/18-induzierte CIN2+-Läsionen. An der Studie nahmen 1106 Mädchen und Frauen zwischen 18 und 45 teil, diese wurden nach dem Alter in Gruppen eingeteilt und durch ein Randomisierungsverfahren entweder Cervarix® (Impfung in den Monaten 0,1, 6) oder Gardasil® (Impfung in den Monaten 0, 2, 6) zugeordnet.

Die Antikörperkonzentrationen 7 Monate nach der ersten Impfung wurden durch einen unabhängigen, vom National Cancer Institute entwickelten Pseudovirion-Neutralisationstest ermittelt. Dieser zeigte, dass Cervarix® eine 2,3 bis 4,8-fach höhere Antikörperkonzentration als Gardasil® für HPV-16 und eine 6,8 bis 9,1-fache für HPV-18 in den einzelnen Gruppen induziert. Auch die Zahl der B-Gedächtniszellen war 2,7-fach höher bei Cervarix®.

„Die höhere Immunogenität von Cervarix® könnte durch sein neues Adjuvanssystem AS04 bedingt sein“, so Prof. Tino Schwarz, Würzburg. Des Weiteren zeigten die Daten einer Phase-II-Wirksamkeitsstudie3, dass nach 7 Jahren noch alle 776 Probandinnen, die vorher mit Cervarix® geimpft wurden, serumpositiv für HPV-16/18 waren. Da sich Frauen ihr Leben lang mit HPV infizieren können, ist es wichtig, einen lang anhaltenden Schutz zu gewährleisten.
vku

1. Krebs in Deutschland 2003-2004. Häufigkeiten und Trends. 6. überarbeitete Auflage. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (Hrsg). Berlin, 2008
2. M.H. Einstein et al.: Immune Response after primary vaccination course: a comparative trial of two HPV prophylactic vaccines
3. Harper et al.: Immunogenicity and safety on HPV-16/18 AS04-adjuvanted vaccine up to 7,3Y

Quelle: Pressekonferenz von GlaxoSmithKline für Fachmedien : „Sicher sein – Die Vergleichsstudie zur HPV-Impfung“, Frankfurt, den 26.05.09


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