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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Februar 2014 Gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Pazopanib bestätigt sich in der Praxis

Interview mit Prof. Dr. med. Stefan Siemer, Homburg/Saar.

In der Vergleichsstudie COMPARZ hatte sich Pazopanib dem Sunitinib in der Erstlinientherapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms als nicht unterlegen erwiesen und gleichzeitig ein günstigeres Nebenwirkungsprofil gezeigt. JOURNAL ONKOLOGIE befragte Prof. Stefan Siemer, Bad Homburg, nach interessanten Aspekten der COMPARZ-Studie und welche Erfahrungen er inzwischen mit der Substanz sammeln konnte.

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JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof. Siemer, wie beurteilen Sie die Ergebnisse der COMPARZ-Studie? Was ist für Sie besonders interessant?

Siemer: Heute stehen für die Firstlinie-Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms (NZK) für Patienten mit mittlerem Risiko drei neue Substanzen zur Verfügung. Die COMPARZ-Studie ist die erste Studie, die zwei dieser Substanzen im Head-to-Head-Vergleich untersucht hat und ist damit hilfreich bei der Substanzauswahl.

Die Studie hat die geforderten, vor Studienbeginn festgelegten Kriterien, erfüllt. Der primäre Endpunkt - das progressionsfreie Überleben (PFS) - liegt innerhalb des definierten Konfidenzintervalls und das heißt, dass Pazopanib gegenüber Sunitinib in Bezug auf das progressionsfreie Überleben (PFS) nicht unterlegen ist. Dieses Ergebnis ist klar von allen internationalen Prüfgremien akzeptiert worden.

Ein zweiter wichtiger Punkt sind die Nebenwirkungen und die Lebensqualität. In der COMPARZ-Studie wurde beides sehr gut und ausführlich dokumentiert. Bei den Laborparametern wies Pazopanib in wesentlichen Punkten ein günstigeres Nebenwirkungsprofil auf als Sunitinib. Weitere Nebenwirkungen, die die Lebensqualität erheblich einschränken können - Diarrhoe, Fatigue, Hand-Fuss-Syndrom, oder Geschmacksstörungen - waren signifikant häufiger unter Sunitinib aufgetreten, während es unter Pazopanib häufiger zu Leberwerterhöhungen und Verfärbungen der Haare kam.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Erfahrungen haben Sie mit den Substanzen gemacht. Spiegeln Ihre Erfahrungen auch die Studienergebnisse wider?

Siemer: Primär liegt der Fokus auf einem guten Ansprechen. In der COMPARZ-Studie, in der Sunitinib und Pazopanib direkt verglichen wurden, betrug die objektive Ansprechrate für Sunitinib 25%, für Pazopanib bei 31%. Wir haben mit Pazopanib also eine gut wirksame Substanz, was wir auch in der Praxis sehen. Die Nebenwirkungen stellen sich im klinischen Alltag nicht so augenscheinlich dar wie in der Studie. Das liegt daran, dass viele Messparameter häufig den klinischen Alltag nicht widerspiegeln. Laborwertveränderung sieht man dem Patienten nicht an, auch Geschmacksstörungen von Grad 1 und 2 sind nicht so offensichtlich. Insgesamt ist Pazopanib eine wahrscheinlich besser verträgliche Substanz und dies ist auch ein subjektiver Eindruck von mir.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Konsequenzen haben diese Ergebnisse für Ihren Therapiealltag?

Siemer: Patienten mit stabilen Leberwerten, die keine Ausschlusskriterien für das Pazopanib aufweisen, geben wir bevorzugt diese Substanz. Man muss sich immer vor Augen halten, dass alle Patienten ein fortgeschrittenes Tumorleiden haben und auch durch diese neuen Substanzen nur einige Monate länger leben werden. Diesen Patienten die Lebensqualität noch sehr einzuschränken, ist kein gutes Vorgehen. Und dann ist eine Substanz, die geringere Nebenwirkung hat, doch deutlich leichter zu applizieren.

JOURNAL ONKOLOGIE: Was gilt es beim Umgang mit Pazopanib zu beachten?

Siemer:
Es muss auf ein engmaschiges Monitoring geachtet werden. Bei normaler Leberaktivität, kontrollieren wir alle 4 Wochen die Blutwerte. Verändern sich die Leberwerte pathologisch, führen wir engmaschigere Kontrollen durch. Auch die Schilddrüsenwerte müssen kontrolliert werden. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Blutdrucksituation, da es bei rund der Hälfte der Patienten zu Blutdruckveränderungen kommt. Der Blutdruck muss gut eingestellt werden.

JOURNAL ONKOLOGIE: Was ist Ihr Resümee?

Siemer: Pazopanib ist eine sichere Substanz und in der Wirksamkeit vergleichbar mit Sunitinib. Viele Urologen setzen die neuen Substanzen jedoch noch zu zögerlich ein. Es ist wichtig, dass Urologen, die ja Tumorpatienten behandeln, mit diesen Substanzen gut umgehen können.

Vielen Dank für das Gespräch!


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