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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. Oktober 2013 Gibt es eine informierte Inanspruchnahme beim Mammographie-Screening?

Im Nationalen Krebsplan, Stand 2013, wird hinsichtlich der Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung folgendes Ziel formuliert: "Die informierte Inanspruchnahme der im Nutzen belegten Krebsfrüherkennungsprogramme der gesetzlichen Krankenkassen wird gesteigert durch: i) Verbesserung der Informationsangebote über Nutzen und Risiken der Krebsfrüherkennung mit dem Ziel der informierten Entscheidung; ii) Verbesserung der Teilnahmeraten an den im Nutzen belegten Screeningprogrammen. Die Ergebnisse der von der Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. und der Women’s Health Coalition e.V. initiierten Studie in 2012, gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit, mit dem Titel „Inanspruchnahme des qualitätsgesicherten Mammographie-Screenings" zeigen, dass es noch einiger Anstrengungen bedarf, um dieses Ziel zu erreichen. Den wissenschaftlichen Bericht der Befragung finden Sie unter www.bundesgesundheitsministerium.de/mammographie-screening-studie.

Nach den Studiendaten liegt die Teilnahmerate am Screening in 2012 bei 56%, damit deutlich unter dem empfohlenen europäischen Zielwert von 70%.

Einerseits gibt es eine große Zufriedenheit mit dem Mammographie-Screening bei den Teilnehmerinnen. Die von ihnen wahrgenommene Sicherheit und Professionalität gibt ihnen Vertrauen und das gute Gefühl, das Richtige zu tun, führen aber andererseits gleichzeitig zu einer Überschätzung des Nutzens.

Im Gegensatz dazu empfinden die eingeladenen Nicht-Teilnehmerinnen die Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen generell eher als Belastung. Die Nicht-Teilnehmerinnen haben eine deutlich negativere Einstellung zum qualitätsgesicherten Mammographie-Screening-Programm, Risiken werden deutlicher wahrgenommen, ebenso das Gefühl von Bevormundung. Die kritische Einstellung der Nicht-Teilnehmerinnen hat sogar im Vergleich zur ersten Befragung in 2008 noch zugenommen, so dass eine Manifestierung der negativen Einstellung anzunehmen ist.

Obwohl die eingeladenen Frauen mit dem Einladungsschreiben eingehend über Nutzen und Risiken beim Mammographie-Screening informiert werden, konnten hohe Wissensdefizite sowohl bei den Teilnehmerinnen als auch den Nicht-Teilnehmerinnen aufgezeigt werden. Die Wissensdefizite beziehen sich v.a. auf den Zusammenhang zwischen Lebensalter und Brustkrebsrisiko. Insbesondere glaubt eine Mehrheit der Teilnehmerinnen, dass das Mammographie-Screening größtmöglichen Schutz vor Brustkrebs biete und Brustkrebs verhindern kann. Trotz dieser Wissensdefizite fühlen sich die Teilnehmerinnen subjektiv gut informiert.

Deshalb ist es begrüßenswert, dass die Kooperationsgemeinschaft Mammographie anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober eine neue Informationsoffensive in Kooperation mit dem Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums gestartet hat.

In dieser Kampagne werden Basisinformationen an Frauen gegeben (www.mammo-ich-bin-dabei.de). Ebenso wird den Ärzten ein Überblick über die Daten und Fakten zum Screening vermittelt (www.mammo-programm.de/fachinformationen/aktuelle-publikationen.php).

Irmgard Naß-Griegoleit
 


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