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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

29. Februar 2004 Gemcitabin als überzeugender Partner beim Mammakarzinom

Das Nukleosid-Analogon Gemcitabin wurde in Kombination mit Paclitaxel für die First-line-Behandlung von Frauen mit metastasiertem Mamma-Karzinom zugelassen, da es in dieser Kombination einen wesentlichen Vorteil hinsichtlich progressionsfreier Zeit gegenüber der alleinigen Monotherapie erbringt. Diese verbesserte Effektivität geht ohne erhöhte Toxizität einher.
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„Wir befinden uns momentan in der schwierigen Situation, dass es keinen einheitlichen Goldstandard für die Behandlung von Frauen mit metastasiertem Brustkrebs gibt“, sagte Privatdozent Dr. Jens Huober von der Uni-Frauenklinik in Tübingen, „Ausschlaggebend für unsere Therapie muss daher die individuelle Situation der Patientin und ihre Wünsche sein.“
Häufig werden beim metastasierten Mammakarzinom Monotherapien verabreicht, obwohl bereits bekannt ist, dass Kombinationstherapien höhere Remissionsraten und teilweise auch längere progressionsfreie Lebenszeiten erzielen. Allerdings mindern bisher verwendete Kombinationstherapien oft erheblich die Lebensqualität, da ihre Toxizität weitaus höher als eine Monotherapie ist. Mit der Kombination aus Gemcitabin (Gemzar®) und dem Taxan Paclitaxel kann dieses Manko bisheriger Kombinationen aber überwunden werden: wie eine aktuelle Phase-III-Studie zeigt.
In der Studie erhielten 529 systemisch vorbehandelte Frauen mit metastasiertem Brustkrebs entweder Paclitaxel (175 mg/m2 Körperoberfläche am Tag 1 alle 3 Wochen) oder zusätzlich 1250 mg Gemcitabin pro m2 Körperoberfläche an den Tagen 1 und 8 alle 3 Wochen. Die Zeit bis zur Progression hat mit der Kombination median 5,4 Monate und mit der Monotherapie 3,5 Monate betragen. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant (p=0,0013), führte Privatdozent Gunter von Minckwitz, Frankfurt. aus. Diese optimierte Kombination zeichnete sich nicht nur durch eine höhere Effektivität aus, sondern auch die Lebensqualität konnte durch diese Kombination signifikant erhöht werden. Dies ist nach Überzeugung von Minckwitz auf die gute Verträglichkeit der Gemcitabin/Taxan-Therapie zurück zu führen.
Die Vorteile dieser Kombination lassen sich anscheinend nicht nur in der metastasierten, sondern auch schon in der neoadjuvanten Situation nutzen. Dr. Andreas Schneeweiß von der Universität Heidelberg verwies darauf, dass erste Studienergebnisse dazu ermutigend sind. Ansprechraten von über 90% entsprechen denen in der neoadjuvanten Therapie bereits etablierter Schemata. 28% der Frauen unter Gemcitabin/Paclitaxel wiesen nach bisheriger Datenauswertung eine pathologische Komplettremission auf. „Diese Frauen können wir anschließend brusterhaltend operieren“, betonte Prof. Diethelm Wallwiener, Tübingen, abschließend.

Bettina Reich

Quelle: Pressekonferenz „Gemzar plus Taxan beim metastasierten Mammakarzinom – optimiert kombiniert, wirksamer therapiert“, Veranstalter: Lilly, 7. Oktober 2003, Basel


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