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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. Oktober 2006 Fulvestrant: Langfristiger klinischer Benefit kombiniert mit guter Knochenverträglichkeit

Der Östrogenrezeptor-Antagonist hat seine hohe Wirksamkeit in zwei großen Phase-III-Studien bei Patientinnen mit hormonsensitivem metastasierten Brustkrebs bewiesen, die unter Tamoxifen progredient waren. Die Substanz erwies sich in diesen Fällen als genau so wirksam wie der Aromatasehemmer Anastrozol. Remissionen sind selbst nach einer sehr langen Stabilisierungsphase möglich, weshalb die Therapie nicht vorschnell abgebrochen werden sollte. Eine weitere Studie von Agrawal et al. konnte erstmals zeigen, dass Fulvestrant offensichtlich den Knochenstoffwechsel nicht beeinflusst.
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Wie John F.R. Robertson, Nottingham, und Koautoren auf der ASCO-Tagung berichteten, konnten sie in einer eigenen Untersuchung an 67 Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom ebenfalls hohe Ansprechraten mit dem meist als First-line-Therapie verabreichten Fulvestrant (250 mg i.m. 1x/Monat) erreichen (#641). Drei Patientinnen (4,5%) sprachen komplett, weitere 10 (14,9%) partiell an, bei weiteren 44,7% stabilisierte sich die Erkrankung. Die Dauer des klinischen Benefits erstreckte sich über median 26,6 Monate.
Als ein zusätzliches Plus ist die fehlende Beeinflussung des Knochenstoffwechsels durch Fulvestrant zu werten. Dies bestätigt eine von A. Agrawal et al. vorgestellte Analyse von 23 nicht hormonell vorbehandelten Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs (Abstract #680). Erstmals untersuchten die Autoren Parameter des Knochenstoffwechsels unter Fulvestrant-Therapie. Sowohl Marker der Knochenresorption wie C-terminales Telopeptid (CTX) als auch Marker des Knochenaufbaus wie knochenspezifische alkalische Phosphatase und PINP (Nterminales Propeptid von Prokollagen Typ 1) blieben im Behandlungsverlauf stabil.
Der fehlende Einfluss auf den Knochenstoffwechsel von Fulvestrant sollte zukünftig therapeutisch genutzt werden, meinen Agrawal und Koautoren. Besonders wichtig ist dieser Aspekt in der mehrjährigen adjuvanten Therapie potenziell bereits geheilter Patientinnen.
Vorstudien zum früheren Einsatz von Fulvestrant laufen bereits: So wird die Substanz derzeit in Phase-II-Studien in der neoadjuvanten Situation mit einer höheren Dosierung geprüft. Auch die Kombination von Fulvestrant mit Aromatasehemmern wird aktuell geprüft.

Quelle: 42nd Annual Meeting of the American Society of Clinical Oncology (ASCO), Atlanta, 2. – 6. Juni 2006


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