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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. April 2015 Früher Einsatz der Chemotherapie beim Hormon-naiven mCRPC

ASCO GU 2015

Die Studien GETUG-15 und CHAARTED zeigen eine kontroverse Datenlage bezüglich Androgendeprivationstherapie (ADT) plus Docetaxel versus ADT bei Patienten mit Hormon-naivem, metastasiertem Prostatakarzinom (mCRPC). Während die CHAARTED-Studie einen signifikanten Überlebensvorteil für ADT+Docetaxel zeigen konnte, insbesondere bei hoher Metastasenlast, war der Überlebensvorteil in der französischen GETUG-15-Studie nicht signifikant. Beim ASCO GU zeigten Gwenaelle Gravis und Kollegen ein Update der GETUG-15-Studie mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 82,9 Monaten unter Berücksichtigung der Patientengruppe mit hoher Tumorlast.

Auch in dieser aktualisierten Auswertung wurde mit median 60,9 vs. 46,5 Monaten kein signifikanter Unterschied gezeigt (p=0,44). In der GETUG-15-Studie lebten Patienten mit hohem Risiko unter ADT+Docetaxel im Median 39 Monate und unter ADT 35,1 Monate; in der CHAARTED-Studie lebten diese Patienten 49 vs. 32,2 Monate. Das biologische PFS war im Kombinationsarm der GETUG-15-Studie signifikant gegenüber der alleinigen ADT verlängert (22,9 vs. 12,9 Monate; HR=0,7; p=0,0021). Bei Unterscheidung in Subgruppen mit geringer (n=202) und hoher Metastasenlast (n=183) konnte für beide Gruppen kein Unterschied im Gesamtüberleben (OS) bezüglich der Therapie gesehen werden (HR=1,0 bzw. 0,8; p=0,87 bzw. 0,35). Allerdings war das kleine Patientenkollektiv statistisch nicht darauf gepowert, einen OS-Unterschied zu zeigen. Ein auffälliger Unterschied zwischen den Studien, der die sich scheinbar widersprechenden Ergebnisse verursachen könnte, ist der hohe Anteil an Patienten in der GETUG-15-Studie, die nach ADT Docetaxel als Salvage-Therapie erhielten. Dies waren 80% der Patienten, wohingegen in der CHAARTED-Studie 33% der Patienten nach ADT-Versagen mit Docetaxel behandelt wurden. Diskutant Eric Small empfiehlt, den Patienten mit hoher Tumorlast eine Therapie aus ADT plus Docetaxel anzubieten, nicht aber den Patienten mit geringer Tumorlast.

is

Gravis G, et al. Genitourinary Cancers Symposium 2015, Orlando, Abstract #140


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