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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. Mai 2004 Fortschritte beim Brustkrebs – ohne den Einsatz von Taxanen undenkbar

Die Behandlungsmöglichkeiten von Frauen mit Brustkrebs haben sich in den letzten Jahren verbessert. Bei den meisten Patientinnen ist auch bei lokal fortgeschrittenem Tumor durch eine präoperative Chemotherapie eine brusterhaltende Operation möglich. Die 5-Jahres-Überlebenszeit bei metastasiertem Brustkrebs konnte in den vergangenen 25 Jahren von 10 auf 40% gesteigert werden. Dies ist auf den verstärkten Einsatz von Substanzen wie den Taxanen und die Anwendung neuer Therapieschemata zurückzuführen, war die einhellige Meinung der Brustkrebs-Experten aus aller Welt, die sich zu einem Symposium in Rom trafen.
0 Momentan werden Studien unter Verwendung von Paclitaxel mit fast 10.000 Patientinnen in der adjuvanten und neoadjuvanten Therapie durchgeführt, deren Ergebnisse bisher alle einen positiven Effekt des Taxans belegen. Deutlich konnte dieser Effekt von Paclitaxel durch die Studie CALBG 9344 gezeigt werden. Erhalten die Patientinnen mit nodalpositiven Tumoren nach der Operation Doxorubicin und Cyclophosphamid und danach zusätzlich Paclitaxel, überleben nach 6 Jahren 6% mehr Frauen im Vergleich zur Gruppe ohne Paclitaxel.
In Analogie dazu zeigte die erst kürzlich publizierte NSABP-B28 Studie, dass die adjuvante Paclitaxeltherapie beim nodalpositiven Mammakarzinom hinsichtlich des rezidivfreien Überlebens vorteilhaft ist. In dieser randomisierten multizentrischen Phase-III-Studie erhielten die Patientinnen 4 Zyklen Doxorubicin plus Cyclophosphamid, jeweils alle 21 Tage und im experimentellen Arm im Anschluss an die AC-Kombination 4 Zyklen Paclitaxel. Die Auswertung nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 64 Monaten zeigt, dass beim nodalpositiven Mammakarzinom (n=3.060) durch die Gabe von Paclitaxel im Anschluss an 4 Zyklen Doxorubicin/ Cyclophosphamid (AC-T) das relative Rezidivrisiko um 17% reduziert wird (p=0,008; RR 0,83; 95% KI 0,73-0,95). Nach 5 Jahren waren im AC-Paclitaxel-Arm noch 76% der Patientinnen krankheitsfrei. Durch die Hinzunahme von Paclitaxel kam es zu keiner klinisch relevanten Erhöhung der Nebenwirkungen. In der dosisdichten neoadjuvanten Therapie zeichnet sich ab, dass eine 2-wöchige Paclitaxel-haltige Therapie im Vergleich zu einer 3-wöchigen Behandlung die Überlebensrate ebenfalls signifikant erhöht.

Wichtige Substanz beim fortgeschrittenen Brustkrebs
Als Monotherapie und Bestandteil einer Kombinationstherapie verlängert Paclitaxel die krankheitsfreie Zeit und die Überlebenszeit der Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs. Wie Prof. Ramon Colomer, Girona (Spanien) erläuterte, ergeben sich durch neue Kombinationen weiter Verbesserungen in der Therapie. Durch die Kombination Paclitaxel mit Gemcitabin konnte bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs ein verlängertes krankheitsfreies Überleben sowie eine verbesserte Lebensqualität erzielt werden. Die Überlebensdaten werden dieses Jahr zum ASCO vorgestellt. Bei HER2-Rezeptorpositiven-Karzinomen ist Paclitaxel derzeit das einzige Taxan, das für die primäre Therapie bei fortgeschrittenem Brustkrebs in Kombination mit Trastuzumab zugelassen ist, sagte Prof. Mark Verrill, Newcastle (Großbritannien). „Insbesondere die Dreierkombination Trastuzumab, Paclitaxel, Carboplatin zeigt, welches Potenzial das Taxan auch 10 Jahre nach seiner Einführung noch hat“, so Verrill.
Basierend auf den Ergebnissen der Slamon-Studie wurden nun auch Studien mit dosisdichter Gabe durchgeführt. Dr. Christian Jackisch, Marburg, verwies auf eine Phase-II-Studie, die die Wirksamkeit der Kombination Trastuzumab, Carboplatin und Paclitaxel in der wöchentlichen Applikation unter Beweis gestellt hat. Die Dosis des Antikörpers betrug initial 4 mg, dann wöchentlich 2 mg, Die Patientinnen – ebenfalls mit Metastasen – erhielten Paclitaxel dosisintensiviert und dosisdicht 80 bis 100 mg/m2 einmal wöchentlich. Mediane Überlebenszeiten von 37,9 Monaten bestätigen wie gut diese Kombination wirkt. Die Behandlung wurde von den Patientinnen gut vertragen. „Diese ausgesprochen positiven Ergebnisse geben uns Hoffnung, dass solche hocheffektiven Kombinationen nicht nur in der metastasierten Situation sondern auch in der adjuvanten Situation verstärkt Einsatz finden werden“.

Bettina Reich

Quelle: Pressekonferenz und Symposium: „Advances in the management of Breast Cancer: The role of taxanes“, Veranstalter: BMS, Rom, Januar 2004


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