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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

06. Juni 2007 First-Line-Therapie des NSCLC mit Docetaxel: Längeres Gesamtüberleben, weniger febrile Neutropenien

Kommt für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eine Kombinationsbehandlung nicht in Betracht, bietet sich die First-Line-Monotherapie mit Docetaxel als gangbare Alternative an. Laut einer Metaanalyse resultiert daraus ein signifikanter Überlebensvorteil. Überdies treten febrile Neutropenien seltener auf als unter Therapieschemata, die Vincaalkaloide beinhalten.
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Das Bronchialkarzinom hat vor allem in den Industrieländern die höchste Inzidenz und Letalität unter allen Tumoren. Weltweit erkranken auch immer mehr Frauen an diesem Karzinom. Allerdings ist es in den letzten Jahren in Island, Großbritannien und Skandinavien dank durchdachter Antiraucher-Kampagnen gelungen, die Morbidität des Bronchialkarzinoms gerade bei Frauen spürbar zurückzudrängen, freute sich Professor Martin Wolf, Kassel. Getrübt wird dieses Faktum durch die neue Erkenntnis, dass Frauen mit Lungenkarzinom, die eine Hormonersatztherapie hinter sich haben, eine deutlich ungünstigere Prognose als Männern zu stellen ist. Eine plausible Erklärung für dieses Phänomen steht noch aus.
Dass Patienten mit Bronchialkarzinom generell eine schlechte Prognose haben, liegt daran, dass der Tumor immer noch zu selten in Frühstadium diagnostiziert wird. Auch wenn sich in der Onkologie der Fortschritt meist nur in kleinen Schritten manifestiert, ist Verzagtheit dennoch fehl am Platz. So ist es in den vergangenen Jahren durch ausgefeilte Therapieschemata geglückt, die Überlebenszeit nahezu zu verdoppeln. Es ist jetzt nicht mehr selten, dass die Patienten ein Jahr und länger überleben, konstatierte Wolf.

Eine Metaanalyse mit robuster Datenbasis
Einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil signalisiert auch eine Metaanalyse aus sieben ausschließlich randomisierten Studien an 2.867 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC. Unter diesen Studien befand sich mit der TAX-326-Studie auch die Zulassungsstudie von Docetaxel (Taxotere®) zur First-Line-Therapie des fortgeschrittenen NSCLC. Verglichen wurde Docetaxel als Monosubstanz oder in Kombination mit Platin bzw. Gemcitabin mit den Vincaalkaloiden Vinorelbin (mit oder ohne Cisplatin) bzw. mit Vindesin/Cisplatin. Als Endpunkte fungierten die mediane Überlebenszeit und die Toxizität. Dabei interessierte speziell die Frequenz schwerer Neutropenien.
Anhand der Hazard Ratio von 0,89 ließ sich ein signifikanter Überlebensvorteil für jene Patienten feststellen, die bei der Erstlinien-Behandlung Docetaxel erhalten hatten. (Die Hazard Ratio benennt den relativen Nutzen einer Therapie, bezogen auf den zuvor definierten Endpunkt. Liegt sie wie in der Metaanalyse unter 1, bedeutet das eine Verlängerung der medianen Überlebenszeit.) Der Überlebensvorteil unter den Docetaxel-haltigen Regimen blieb auch dann bestehen, nachdem man die Vindesin-Studie und die Monotherapiestudien ausgeschlossen hatte.
Nach den Worten von Professor Frank Griesinger, Oldenburg, „scheint es sich hier um eine sehr robuste Metaanalyse zu handeln, weil sich die Ergebnisse der Gesamtgruppe nicht von denen der Subgruppen unterscheiden“.
Validen durchgeführten Metaanalysen dieser Art wird von der FDA und der EMEA der höchste Evidenzgrad IA attestiert, der auch zur Zulassung einer neuen Behandlung heran-
gezogen werden kann.

Docetaxel-haltige Behandlung wurde deutlich besser vertragen
Der durch Docetaxel gegenüber den Vincaalkaloiden bewirkte Benefit in puncto Überleben wurde keinesfalls durch ein vermehrtes Auftreten von Nebenwirkungen erkauft. Im Gegenteil: Unter den Docetaxel-haltigen Therapien ging die Rate massiver Neutropenien (Grad 3 bis 4) um 41%, und die Rate febriler Neutropenien um 43% zurück. Insgesamt manifestierten sich unter Docetaxel als Monotherapeutikum oder als Kombinationspartner um 39% weniger schwere Nebenwirkungen. Die Differenz zu den Vergleichssubstanzen ist damit statistisch hochsignifikant. Bei allen Sicherheitsparametern schälten sich tendenzielle Vorteile für Docetaxel heraus, dessen Dosisintensität in sechs der sieben Studien weit über 90% lag. Die Substanz hatte auch das beste Vorteil-Risiko-Verhältnis, versicherte Griesinger.
Docetaxel trägt auch dazu bei, dass die NSCLC-Patienten weniger Analgetika benötigen. Manche patienten nehmen unter der Therapie sogar an Gewicht zu, berichtete Dr. Wolfgang Schütte, Halle-Dölau. Das Chemotherapeutikum erweist sich auch in der Second-Line-Therapie als hilfreich und schneidet laut einer Studie besser als die Best Supportive Care. Wichtig sind beim NSCLC „Patienten-adaptierte Behandlungskonzepte. Zudem muss der Wunsch nach einer Therapie unbedingt beachtet und erfüllt“ werden.

kbf

Quelle: Pressekonferenz „Taxotere beim Bronchialkarzinom:
Hohe Wirksamkeit und kontrollierbare Nebenwirkungen – ein Widerspruch?“, Mannheim, 15. März 2007; Veranstalter: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH


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