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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Januar 2007 Fentanyl-Stick: Therapieoption beim Durchbruchschmerz

Eine ambulante Versorgung von Krebspatienten bis zum Lebensende ist möglich, funktioniert aber nur mit einer effizienten Basis-Schmerztherapie und wenn man in der Lage ist, Durchbruchschmerzen effektiv zu behandeln, sagte PD Dr. Thomas Nolte, Wiesbaden. Über die Hälfte aller onkologischen Schmerzpatienten benötigt neben der Dauermedikation auch eine Bedarfsmedikation zur Behandlung von Durchbruchschmerzen. Eine rasche Schmerzlinderung ist mit dem Fentanyl-Stick Actiq® zu erreichen, der die parenterale Gabe eines Opioids imitiert.
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Eine ambulante Versorgung von Krebspatienten bis zum Lebensende ist möglich, funktioniert aber nur mit einer effizienten Basis-Schmerztherapie und wenn man in der Lage ist, Durchbruchschmerzen effektiv zu behandeln, sagte PD Dr. Thomas Nolte, Wiesbaden. Über die Hälfte aller onkologischen Schmerzpatienten benötigt neben der Dauermedikation auch eine Bedarfsmedikation zur Behandlung von Durchbruchschmerzen. Eine rasche Schmerzlinderung ist mit dem Fentanyl-Stick Actiq® zu erreichen, der die parenterale Gabe eines Opioids imitiert.


Heute versterben rund 30% der Tumorpatienten zuhause, obwohl sich das 90% wünschen. Leider werden auch heute noch Tumorschmerzpatienten an ihrem Lebensende sechs- bis siebenmal notfallmäßig ins Krankenhaus eingewiesen, dort als Fehlbeleger eingestuft und nach 2-3 Tagen wieder entlassen. „Ein problemgeladenes Thema, das eng mit unseren Versorgungsstrukturen verknüpft ist,“ sagte PD Dr. Thomas Nolte, Wiesbaden. Denn die Effizienz der ambulanten Versorgung hängt stark davon ab, wie qualifiziert und konsequent eine Symptomkontrolle durchgeführt wird und insbesondere Schmerzen und Durchbruchschmerzen kontrolliert werden können. „Dazu brauchen wir aber Konzepte, die weit über das hinausgehen, was wir in der Regelversorgung haben,“ so Nolte.
Zu dem Versorgungsnetz gehören eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit in so einem Behandlungsteam. Dass solche Konzepte erfolgreich sind, zeigen Projekte, in denen ein Kompetenzteam die ambulante Versorgung übernimmt und wo es gelingt, dass fast 80% der Krebspatienten bis zu ihrem Lebensende zuhause bleiben können. Derzeit erleben wir jedoch eine „Geiz-ist-geil“-Mentalität der Kassen, beklagte Nolte. Diese versuchen, möglichst günstige Verträge abzuschließen, wobei sie die Globalproblematik völlig aus dem Auge verlieren – eine effiziente Versorgung nach den uns heute zur Verfügung stehenden besten Möglichkeiten.In Abhängigkeit von den Krankheitsstadien leiden 50-90% der Tumorpatienten unter Dauerschmerzen. Bei akut auftretenden Schmerzen ist es wichtig zu unterscheiden, ob diese ein Ausdruck einer plötzlich aufgetretenen Störung sind, da hier natürlich die Diagnostik im Vordergrund steht, oder ob es sich um Durchbruchschmerzen handelt. Die Charakteristika der Durchbruchschmerzen sind ein sehr schnelles und heftiges Einsetzen der Schmerzen, die oft nach 30 Minuten wieder abklingen. Aufgrund der kurzen Dauer der Durchbruchschmerzen, die nicht vorhersagbar sind, ist ein schneller Wirkeintritt des Analgetikums essentiell, betonte Nolte. Innerhalb kurzer Zeit muss sich ein effektiver Wirkspiegel aufbauen.
Pharmakotherapeutische Möglichkeiten sind die Erhöhung der Retardmedikation, hierbei handelt es jedoch um keine optimale Option, da man sich schnell im Bereich der Überdosierung bewegt, was mit vermehrten Nebenwirkungen und einer Einschränkung der Lebensqualität verbunden ist. Eine weitere Möglichkeit ist eine schnell wirkende Rescue-Medikation zusätzlich zur Dauermedikation. Da Tumorpatienten mit Schmerzen in der Regel auf Opioide der Stufe III nach dem WHO-Stufenschema eingestellt sind, besteht eine wirksame Durchbruchschmerzmedikation aus einem Opioid der Stufe III in retardierter Form, ergänzt durch ein wirkstoffgleiches oder wirkstoffähnliches kurzwirksames Opioid. Bei oraler Darreichungsform können bis zum Wirkeintritt allerdings bis zu 30 Minuten vergehen und es entsteht eine Analgetikalücke. Zur Verkürzung der Anschlagszeit wären subkutane oder intravenöse Gaben von Morphin angebracht.
Eine Alternative dazu ist das oral-transmukosal applizierte Fentanylcitrat – der Fentanyl-Stick. Fentanyl ist ein potentes Opioid-Analgetikum mit schneller schmerzstillender Wirkung bei guter Verträglichkeit. Durch Reiben des Fentanyl-Sticks an der Mundschleimhaut löst sich die Matrix, in die das Fentanylcitrat eingebettet ist, auf. Dabei wird Fentanyl kontinuierlich innerhalb von 15 Minuten freigesetzt. Die schmerzlindernde Wirkung setzt innerhalb von 5 Minuten ein. Damit wird praktisch der Wirkspiegelverlauf der parenteralen Gabe eines Opioids imitiert. Somit besteht die Möglichkeit, bei Durchbruchschmerzen schnell zu intervenieren und Wirkspiegel aufzubauen, die diese Schmerz­attacken kupieren.
Krankenhausaufenthalte, Hausbesuche oder weitere komplizierte Therapieverfahren können so vermieden werden, betonte Nolte.

as

Quelle: 8. Münchner Fachpresse-Workshop „Supportivtherapie in der Onkologie“, München, 15. November 2006.


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