Donnerstag, 29. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Imnovid
Imnovid
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

29. Februar 2004 Fatique – ein häufig übersehenes Krankheitsbild

Obwohl die meisten Tumorpatienten das Fatique-Syndrom noch belastender als Schmerz oder Übelkeit und Erbrechen empfinden, wird die Notwendigkeit einer Therapie in der Praxis oft nicht gesehen. Dabei erhöht eine Behandlung der tumorassoziierten Erschöpfung nicht nur die Lebensqualtiät der Patienten. Ist die Ursache eine Anämie, so verbessert eine Anhebung des Hb-Wertes auch das Ansprechen auf eine Radio- und/oder Chemotherapie sowie die Prognose.
Nach einer Untersuchung von Stone et al. (Annals of Oncology, 2000) fühlen sich Tumorpatienten von Erschöpfungssymptomen in ihrer Lebensqualität am stärksten beeinträchtigt. Trotzdem geht das Fatique-Syndrom in der Praxis oft unter, wenn es nicht gezielt hinterfragt wird, berichtete Prof. Petra Feyer vom Vivantes-Klinikum Köln. So litten nach Studie von Cella et al. (1999) 78% der Patienten regelmäßig an Erschöpfung, nur 27% der Ärzte erachteten eine Therapie als notwendig, weil sie die Fatigue nicht als eigenständiges, tumorassoziiertes Krankheitsbild erkannten.
Feyer plädierte für ein Fatique-Screening, bei dem die Patienten gebeten werden, das Ausmaß ihres Erschöpfungssyndroms auf einem Score von 1 bis 10 zu bewerten. Ab einem Score >4 sollten die möglichen Ursachen wie Schmerzen, emotionale Belastung, Schlafstörungen Anämie, Schilddrüsenunterfunktion gezielt hinterfragt werden.
Da die Intensität des Fatique-Syndroms auch von der Therapiemodalität abhängt, ist vorausschauendes Handeln notwendig. Die Behandlung basiert auf der Ursachenanalyse. Eine Anämie tritt häufig im Verlauf von Radio- und/oder Chemotherapien auf und ist laut Feyer relativ gut auszugleichen. Eine adäquate Behandlungsoption ist Erythropoetin (z.B. Erythropoetin Beta/Neorecormon®). Durch die Anhebung des Hb um 3-4g/dl kommt es zu einer deutlichen Steigerung von Energie, Aktivität und Lebensqualität. Ziel ist ein Hb von 12g/dl. Die Behandlung der Anämie verbessert auch die Wirkung von Strahlen- und Chemotherapie und damit die Prognose der Patienten.
Sehr hilfreich ist oft die nicht medikamentöse Behandlung der Fatique mit leichter körperlicher Belastung, ausgewogener Ernährung, Flüssigkeitsbalance sowie Ausgleich von Schlafstörungen. Oft verbirgt sich hinter einem Fatique-Syndrom eine nicht erkannte Infektion, weshalb das C-reaktive Protein bestimmt werden sollte. Fieber verursacht außer Lymphomen kein solider Tumor. In solchen Fällen ist der Verdacht auf eine Infektion gegeben.

as

Quelle: 2. Münchner Fachpresse-Workshop „Supportivtherapie in der Onkologie“, München, 5. November 2003.


Anzeige:
Avastin MammaCA BC
Avastin MammaCA BC
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Fatique – ein häufig übersehenes Krankheitsbild"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab