Dienstag, 25. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. Januar 2019 Erstlinientherapie der CML: Tiefes und langanhaltendes molekulares Ansprechen auf Nilotinib + PEG-IFN-a 2b

Prof. Dr. Andreas Hochhaus, Jena, stellte beim ASH eine Zwischenanalyse der TIGER (CML V)-Studie vor, die die Therapie von Nilotinib (Tasigna®) mit der von Nilotinib + pegyliertem (PEG)-Interferon-alpha (IFN-a) 2b bei zuvor unbehandelten Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase im Hinblick auf die Tiefe und Stabilität der Remission vergleicht. Die bisherigen Daten belegen die Durchführbarkeit der Kombinationstherapie in der Erstlinie und zeigen gute und anhaltende molekulare Remissionen.
In früheren Untersuchungen hatte Nilotinib, ein hochwirksamer Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der zweiten Generation, im Vergleich zum Erstgenerations-TKI Imatinib seine bessere Wirksamkeit in der Erstlinienbehandlung der CML, in der chronischen Phase, unter Beweis gestellt – vor allem durch das Erreichen früherer und tieferer molekularer Remissionen [1]. Die TIGER-Studie, federführend durchgeführt von der Deutschen CML-Studiengruppe, soll klären, ob die ergänzende Gabe von PEG-IFN-a 2b in der Induktionsphase dazu beitragen kann, die Tiefe und Stabilität der Remission langfristig zu erhalten – auch dann, wenn die Behandlung nach Erreichen einer tiefen molekularen Remission abgesetzt wird.

717 erwachsene Patienten mit Ph- und/oder BCR-ABL-positiver CML in der chronischen Phase (CML-CP) wurden bislang in die Studie eingeschlossen. Die Patienten erhalten über mind. 24 Monate eine Induktionstherapie mit Nilotinib alleine (2 x 300 mg/Tag, Gruppe A) oder mit Nilotinib + PEG-IFN-a 2b (30-50 µg/Woche, Gruppe B), an die sich bei erreichter guter molekularer Remission (MMR) für mind. 24 Monate eine Erhaltungstherapie anschließt – in der Nilotinib-Gruppe weiterhin mit dem TKI, in der Kombinationsgruppe mit PEG-IFN-a 2b. Danach folgt eine behandlungsfreie Zeit, in der die Stabilität der molekularen Remission über 4 Jahre fortlaufend kontrolliert und im Falle eines molekularen Rückfalls die Therapie wieder aufgenommen wird. Koprimäre Endpunkte der Studie sind die MMR nach 18 Monaten und die Rate einer anhaltenden MMR 12 und 24 Monate nach Absetzen von Nilotinib bzw. Nilotinib + PEG-IFN-a 2b.

Die von Hochhaus beim ASH vorgestellte Zwischenanalyse der Studie [2] blickt nun auf eine Nachbeobachtungszeit von 34,1 Monaten zurück. 305 Patienten befanden sich noch in der Induktionsphase, 261 in der Erhaltungsphase. 151 Patienten hatten eine anhaltende MR4 (BCR-ABLIS ≤ 0,01%) für mind. ein Jahr während der Erhaltungsphase erreicht und die Therapie abgesetzt. Insgesamt erzielten18 Monate nach Randomisierung 91% der Patienten der Gruppe B und 86% der Patienten der Gruppe A eine MMR, 57 bzw. 48% eine MR4 und 46 bzw. 33% eine MR4,5.

Hochhaus zieht aus den bislang vorliegenden Daten den Schluss, dass die Erstlinienbehandlung der CML mit Nilotinib + PEG-IFN-a 2b gut durchführbar ist und einem Großteil der Patienten die Möglichkeit einer behandlungsfreien Remission eröffnet. Das molekulare Ansprechen übertreffe die Erfahrungen aus früheren Nilotinib-basierten Studien. Auch der Nilotinib-Monotherapie-Arm, der sich in einem der Studienarme verbirgt, war höher als das, was bisher in Firstline-Studien berichtet wurde. Die finalen Daten zum primären Endpunkt MMR nach 18 Monaten sollen 2019 verfügbar sein, die finalen Daten zur behandlungsfreien Remission 2021.


Mit freundlicher Unterstützung der Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

Dr. rer. nat. Claudia Schöllmann

Literatur:

(1) Hochhaus A et al. Leukemia 2016;30:1044-54.
(2) Hochhaus A et al. ASH 2018; Abstract 460.


Das könnte Sie auch interessieren

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Wacken & DKMS: Gemeinsam gegen Blutkrebs

Wacken & DKMS: Gemeinsam gegen Blutkrebs
© DKMS gemeinnützige GmbH

Die DKMS ist zum vierten Mal mit einer Registrierungsaktion Teil des Wacken Open Air Festivals (W:O:A). Vom 3. bis zum 5. August 2017 können sich Besucher nicht nur über die lebensrettende Arbeit der internationalen gemeinnützigen Organisation informieren sondern sich auch als potenzielle Spender aufnehmen lassen. Parallel sind die Unterstützerinnen der Initiative „Wacken hilft“ mit viel Herzblut im Einsatz und verkaufen im Ort selbst gebackenen Kuchen zugunsten der DKMS...

Was verstehen Ärzte unter „Therapielinien“?

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Art und Stadium der Erkrankung sowie dem individuellen Befinden des Patienten. Neben der Operation und der Strahlentherapie ist die medikamentöse Therapie eine wichtige Option. Wann welche Maßnahmen zum Einsatz kommen sollten, wird in ärztlichen Leitlinien festgehalten. Welche Medikamente zu welchem Zeitpunkt am wirksamsten und verträglichsten sind, wird zuvor in klinischen Studien untersucht. Basierend auf den Ergebnissen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erstlinientherapie der CML: Tiefes und langanhaltendes molekulares Ansprechen auf Nilotinib + PEG-IFN-a 2b"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren