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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Oktober 2015 Erste Outcome-Daten aus dem Tumorregister Pankreaskarzinom

Prof. Susanna Hegewisch-Becker, Hamburg, präsentierte auf dem diesjährigen DGHO in Basel erste Ergebnisse zum progressionsfreien (PFS) und Gesamtüberleben (OS) von Patienten mit Pankreaskarzinom. Die Daten stammen aus dem klinischen Tumorregister Pankreaskarzinom (TPK) und zeigen, dass Alter und Vorerkrankungen von Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom im klinischen Alltag ausschlaggebend sind für die Wahl der Erstlinientherapie (1).

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80% der Patienten mit einem Pankreaskarzinom – der vierthäufigsten Krebstodursache in Europa – befinden sich zum Diagnosezeitpunkt bereits in einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von unter 2%. Die Erkrankung hat nach wie vor eine äußerst ungünstige Prognose, allerdings sind in den vergangenen 10 Jahren neue Therapieoptionen hinzugekommen. 

Mittels klinischer Register gelingt es, Einblicke in den Behandlungsalltag abseits klinischer Studien zu erhalten. Das TPK ist eine prospektive, multizentrische Beobachtungsstudie, die Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom einschließt, die eine systemische, antineoplastische palliative Therapie erhalten. 99 Studienzentren haben seit Februar 2014 über 400 Patienten mit Beginn ihrer Firstline-Therapie rekrutiert. Erste Informationen zu Tumorcharakteristika, Komorbiditäten, Entscheidungsfaktoren für die Therapieauswahl, systemischen Vortherapien sowie Daten zum PFS und OS liegen nun vor. Hegewisch-Becker stellte Charakteristika und Art der Firstline-Therapien der ersten 187 Patienten (55% Männer) vor, die im Median 69 Jahre alt waren. Bei 73% war die Erkrankung bereits metastasiert. Die palliative Erstlinientherapie bestand überwiegend aus nab-Paclitaxel + Gemcitabin (42%; seit Dezember 2013 für die Erstlinienbehandlung des metastasierten Pankreaskarzinoms zugelassen), Gemcitabin (GEM) mono (27%) oder – weniger häufig – aus FOLFIRINOX (18%). Patienten, die GEM mono erhielten, wiesen deutlich mehr Komorbiditäten auf, der mediane Charlson-Komorbiditätsscore betrug 1,1 (vs. 0,4 und 0,3). GEM-mono-Patienten waren mit median 74 Jahren zudem älter als die Patienten unter den anderen Therapieregimen. Die Patienten unter nab-Pac + GEM waren mit median 69 Jahren wiederum erheblich älter als die Patienten der FOLFIRINOX-Gruppe mit 61 Jahren, was die bessere Verträglichkeit von nab-Pac + GEM auch in der Real-Life-Anwendung widerspiegelt. Das PFS nach einem medianen Follow-up von 7,6 Monaten belief sich für alle Patienten auf median 5,3 Monate (95% KI: 4,7-6,2). Die OS-Rate lag nach 6 Monaten bei 62%. 

Das Register zeigt, dass Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Pankreaskarzinom im klinischen Alltag zwar älter sind als die Patienten, die in klinische Studien eingeschlossen werden. Das in der klinischen Routine erreichte PFS sei jedoch durchaus vielversprechend, sagte Hegewisch-Becker. Anhand des Registers sollen mit Hilfe weiterer Analysen Prognosefaktoren sowie die Effektivität der unterschiedlichen Therapieoptionen bestimmt werden. 

Ebenfalls auf dem DGHO vorgestellt wurde ein Poster von Prof. zur Hausen (2) zur QoliXane-Studie, einer nicht-interventionellen Studie zur Erfassung der Lebensqualität, Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom unter Erstlinientherapie mit nab-Paclitaxel + Gemcitabin.

(ab)

Literatur:

(1) Hegewisch-Becker S, et al. Progression-free and overall survival of patients with advanced or metastatic pancreatic cancer in German outpatient centers – first outcome data from the clinical TPK Registry, orally presented at DGHO 2015, Basel.

(2) zur Hausen G. QoliXane Studie, Poster, DGHO 2015, Basel, Abstract P827.


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