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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. April 2008 Empfehlungen zur Prävention und Behandlung von Thromboembolien unter Lenalidomid/Dexamethason

Um dem Risiko möglicher Nebenwirkungen bei einer Therapie mit Lenalidomid wirkungsvoll zu begegnen, wurden im Januar 2007 von einem internationalen Expertengremium Empfehlungen zum Nebenwirkungsmanagement unter Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason formuliert [4].
Erhält ein Patient mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom (MM) eine Kombinationstherapie aus Lenalidomid und Dexamethason, so kann es zu einem thromboembolischen Ereignis kommen, wobei das Risiko in den ersten vier bis sechs Monaten unter der Kombinationstherapie besonders hoch ist [1]. Auf Anzeichen und Symptome einer Thromboembolie sollte geachtet werden. Die Patienten sollten angehalten werden, sich bei Auftreten von Symptomen wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder Schwellungen an Armen und Beinen in medizinische Behandlung zu begeben.

Die Anwendung von Arzneimitteln zur Thromboseprophylaxe, wie niedermolekulare Heparine (cave: Niereninsuffizienz, HIT) oder Warfarin (cave: Blutungen), sollte insbesondere für Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren empfohlen werden. Die Entscheidung für Maßnahmen zur Thromboseprophylaxe sollte nach sorgfältiger Beurteilung der zugrunde liegenden Risikofaktoren für jeden Patienten individuell getroffen werden.Verschiedene Risikofaktoren erhöhen das Risiko, ein thromboembolisches Ereignis zu erleiden (Übersicht siehe Tabelle 3). 0

Prophylaxe
Liegt einer dieser Risikofaktoren, welcher durch eine Therapie mit hochdosiertem Dexamethason in den ersten vier Zyklen bereits gegeben ist, vor, so wird eine prophylaktische Antikoagulation für die ersten vier bis sechs Monate der Therapie empfohlen. Dabei können niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS, 81-100 mg; cave: gastrointestinale Blutungen) oder niedermolekulares Heparin (NMH) in prophylaktischer Dosierung zum Einsatz kommen. Ohne Risikofaktoren wird bei asymptomatischen Patienten weder eine Prophylaxe noch eine Screeningdiagnostik (Labor, Bildgebung) empfohlen. Grundsätzlich sollten alle Patienten ausführlich über ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse aufgeklärt werden. Die Patienten müssen in die Lage versetzt werden, entsprechende Symptome frühzeitig zu erkennen, um umgehend einen Arzt aufsuchen zu können. 1

Behandlung
Stellt sich ein Patient mit entsprechenden Sym-ptomen vor, wird eine sonographische Dia-gnosestellung empfohlen. Bestätigt sich die Verdachtsdiagnose „thromboembolisches Ereignis“, so wird eine Behandlung mit einem NMH in therapeutischer Dosierung empfohlen. Die Kombinationsbehandlung mit Lenalidomid/Dexamethason kann prinzipiell fortgeführt werden. Bei schweren thromboembolischen Komplikationen sollte die Therapie jedoch ausgesetzt werden, bis sich der Patient klinisch stabilisiert hat. Nach sechs Monaten kann wieder auf eine prophylaktische Antikoagulation umgestellt werden. Abbildung 3 und 4 zeigen Entscheidungsbäume zu Prophylaxe und Therapie thromboembolischer Ereignisse unter Lenalidomid/Dexamethason.

Eine Übersicht über Empfehlungen zur Prophylaxe thromboembolischer Ereignisse bei Krebspatienten gibt die aktuelle Leitlinie der American Society of Clinical Oncology (ASCO) [3]. 2

Quelle: Literatur

1. Revlimid CHMP Assessment Report, EMEA 2007

2. Fachinformation REVLIMID® (Wirkstoff Lenalidomid) Stand Juni 2007

3. Lyman GH, Khorana AA, Falanga A et al. American Society of Clinical Oncology Guideline: Recommendations for Venous Thromboembolism Prophylaxis and Treatment in Patients With Cancer. J Clin Oncol 25(34):5490-5505, 2007

4. Palumbo A, Dimopoulos M, San Miguel J et al. Practical Recommendations on the Management of VTE in Patients with Relapsed/Refractory Multiple Myeloma Who are Treated with Lenalidomide and Dexamethasone. Abstract 0266 & Poster. Haematologica. 2007

5. Weber DM et al. Lenalidomide plus Dexamethasone for Relapsed Multiple Myeloma in North America. NEJM 357(21):2133-2143, 2007


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