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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

18. November 2003 Editorial 04/03

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Das kolorektale Karzinom ist der häufigste Tumor in der westlichen Welt. Wir rechnen in Deutschland mit ca. 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr, dreiviertel der Neuerkrankungen werden bei Menschen über 60 Jahre entdeckt. Beim kolorektalen Karzinom handelt es sich um eine heilbare Erkrankung, wenn sie rechtzeitig entdeckt wird. Zu den Krebsfrüherkennungsmaßnahmen gehören die Untersuchung auf okkultes Blut, aber auch die regelmäßige Spiegelung des Dickdarmes, welche allen Krankenversicherten nach Beendigung des 55. Lebensjahres als Vorsorgemaßnahme zusteht. Kolorektale Karzinome entwickeln sich in der Regel vom Adenom zum Adenokarzinom. Dieses ist begleitet von verschiedenen molekulargenetischen Veränderungen, deren Aufklärung beispielhaft auch für andere Karzinome gelten kann. Da diese Entwicklung Zeit benötigt, ist bei einer unauffälligen Koloskopie eine Wiederholungsuntersuchung erst in 5 bis 10 Jahren notwendig.

Leider nimmt nur ein geringer Anteil der Bevölkerung an Vorsorgemaßnahmen teil. Es ist zu erwarten, dass bei konsequenter Nutzung dieses Angebotes die Mortalität deutlich gesenkt werden kann. Die operative Radikalität nach chirurgischen und onkologischen Standards verbessert ebenfalls wesentlich die Prognose der Patienten mit einem kolorektalen Karzinom. Welchen Stellenwert laparoskopisch chirurgische Resektionsverfahren haben, ist Gegenstand der Kontroverse. Studienergebnisse zeigen eine mindestens gleichwertige Radikalität, wie offene, laparoskopische Verfahren. Weitere Studien sind jedoch notwendig.
Heutzutage wird gefordert, dass mindestens 12 regionale Lymphknoten vom Pathologen untersucht werden, um das UICC-Stadium eindeutig zu definieren. Dieses ist wichtig, da bei Patienten im UICC-Stadium III mit Befall regionaler Lymphknoten durch eine adjuvante Chemotherapie eine Reduktion der Mortalität um 30% erreicht werden kann. Wir erwarten in den nächsten Jahren eine weitere Verbesserung der systemischen adjuvanten Chemotherapie, allerdings müssen hier die entsprechenden Studien noch ausgewertet werden.

Bedeutende Fortschritte in der Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms sind in den letzten Jahren erreicht worden. Durch Kombinationschemotherapien in der Erst- und Zweitlinientherapie lassen sich mediane Überlebenszeiten von über 20 Monaten erreichen. Darüber hinaus werden in der Zukunft neue Therapieansätze mit Beeinflussung des epidermalen Wachstumsfaktors (EGF-Rezeptors) sowie des vaskulären epidermalen growth-factors (VEGF) die Therapieergebnisse weiter verbessern können, wie in ersten klinischen Studien gezeigt werden konnte. Es ist zu hoffen, dass diese Therapieergebnisse sich rasch umsetzen in die adjuvante Behandlung von Patienten mit einem kolorektalen Karzinom.

Das Verständnis tumorbiologischer Zusammenhänge wird darüber hinaus dazu beitragen, Risikogruppen besser zu definieren, um eine individualisierte Therapiestrategie bei unseren Patienten zu verfolgen.

Die Behandlung des kolorektalen Karzinoms ist Gegenstand der vorliegenden Ausgabe von journalONKOLOGIE. Es bietet dem Leser einen guten Überblick über die aktuellen Fortschritte und kann Hilfestellungen für Therapieentscheidungen geben.

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