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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. Mai 2004 Editorial 02/04

0 1 Beim Lungenkarzinom sind Prognose und therapeutische Maßnahmen entscheidend vom feingeweblichen Tumoraufbau abhängig.Während beim kleinzelligen Karzinom (SCLC) seit den schnell erfreulich positiven Ergebnissen der 70er und 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts die weitere Entwicklung stagnierte, konnte beim nichtkleinzelligen Karzinom (NSCLC) nach anfänglichem weit verbreiteten therapeutischen Nihilismus in den letzten 10 bis 20 Jahren eine langsame aber deutliche Verbesserung der Behandlungsergebnisse erzielt werden. Besonders bei dieser Tumorentität ist deutlich geworden, dass diese Verbesserungen nur durch eine konsequente interdisziplinäre diagnostische und therapeutische Kooperation, am optimalsten im Rahmen von prospektiven klinischen Untersuchungen, erreicht werden kann. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit zu einer noch intensiveren Zusammenarbeit der einzelnen an dieser Tumorentität interessierten Fachdisziplinen. Sie müssen in ihrem Bemühen um die Entwicklung eines allgemeinen, dabei aber auch auf den individuellen Patienten abgestimmten diagnostischen und therapeutischen Konzeptes in Anbetracht der häufig schwierigen klinischen Ausgangssituation besonders eng kooperieren. Nur dann ist die Erhebung valider und reproduzierbarer Behandlungsdaten möglich. Wünschenswert ist deswegen immer ein frühzeitiger Kontakt mit einem erfahrenen Zentrum, um für den einzelnen Patienten geeignete Behandlungsoptionen möglichst im Rahmen von Studien festzulegen. Dabei lohnt sich der Mehraufwand für Organisation und Dokumentation – die Kooperation von Studienzentrum mit onkologischer Schwerpunktklinik und ambulanter medizinischer Betreuung ist eine wichtige Voraussetzung für weitere Behandlungsfortschritte und damit einer Verbesserung der individuellen Prognose. Anregung für das vorliegende Schwerpunktheft von journalONKOLOGIE war der Intergroup Workshop Onkologie der Charité Berlin (IWOC 5) auf dem es zu einem intensiven und anregenden Gedankenaustausch über „Standards und Visionen beim Bronchialkarzinom“ kam.

PD Helmut Oettle
Prof. N. Niederle


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