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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

01. August 2007 EORTC-Guidelines Magenkrebs / gastroösophagealer Tumor
Metastasiertes Stadium

Für die Therapie des fortgeschrittenen Magenkarzinoms und der Tumore des gastroösophagealen Übergangs stehen eine Reihe wirksamer Chemotherapeutika zur Verfügung. Für die Firstline-Therapie ist laut Prof. Cornelis van der Velde, Leiden/NL ein Docetaxel-haltige Regime (TCF) für Patienten mit einem guten Performance-Status die erste Wahl und die aktualisierten Therapierichtlinien der europäischen Krebsgesellschaft EORTC empfehlen für die Firstline-Behandlung von Patienten mit metastasiertem Magenkarzinom eine Docetaxel-haltige Chemotherapie. Zugelassen ist die 3er-Kombination Docetaxel, Cisplatin und 5-FU/FS (TCF), die alle drei Wochen gegeben wird. Für Patienten mit schlechtem Performance-Status würde van der Velde ECF oder CPT-11/5FU/FA wählen. In den USA ist die adjuvante Radiochemotherapie der Standard beim fortgeschrittenen Magenkarzinom aufgrund der Studie von MacDonald et al.. In Deutschland konnte sich dieses Vorgehen nicht durchsetzen. Kritikpunkt der Studie ist die nicht nach Standard durchgeführte Chirurgie.
Die Studien MAGIC und French konnten beide einen Überlebensvorteil für die neoadjuvante Chemotherapie gefolgt von Operation und anschließender adjuvanter Chemotherapie nachweisen. MAGIC: ECF 3x - Op - ECF 3x, French-trial: FuP x2 - Op - FuP 4x. In beiden Studien stellte sich jedoch die nach der Op folgende adjuvante Chemotherapie als ein großes Problem dar, sagte van der Velde. In beiden Studien konnten aufgrund der Toxizität nur die Hälfte der Patienten die vorgesehenen 3 Zyklen Chemotherapie erhalten.
Die Schlussfolgerung von Van der Velde: Die adjuvante systemische Chemotherapie ist nicht ineffektiv, eine adjuvante Radiochemotherapie ist wahrscheinlich indiziert wenn < D1 Lymphknotendissektion durchgeführt wurde, sie ist aber sehr toxisch. Die neoadjuvante Chemotherapie ist ein sehr attraktiver Ansatz und für diesen Typ von Tumor wahrscheinlich am besten geeignet. Für van der Velde liegt die Zukunft in der neoadjuvanten Chemotherapie des Magenkarzinoms.

Lokal begrenztes Stadium
Die Operation ist die einzig kurative Maßnahme beim lokal begrenzten Stadium und sollte von einem multidisziplinären Team in einem Zentrum mit gut ausgebildeten Chirurgen durchgeführt werden. Empfohlen wird die Operation für die Stadien Tis-T3 N0-2 M0 und T4 N0 M0.
Kontroverse Diskussionen gibt es immer noch über das Ausmaß der Lymphknotendissektion, ob D1 oder D2 durchgeführt werden sollte. Zwei Studien hatten keinen Unterschied im Ergebnis gezeigt (Dutch-Studie und MRC-Studie), für D2 Dissektion jedoch mehr Komplikationen. Aber van der Velde schränkte ein, dass in beiden Studien etwa die Hälfte der D2-Resektionen inkomplett waren. Die Studie von Wu et al. konnte einen Vorteil für die erweiterte Lymphknotendissektion aufweisen. Hierzu merkte van der Velde an, dass die Chirurgen, die in dieser Studie teilnahmen exzellent ausgebildet waren. Die Studie JOCG95011 konnte wiederum keinen Vorteil für D2 vs. D1 zeigen. In den Empfehlungen der EORTC wird explizit darauf hingewiesen, dass das Training der Chirurgen sehr wichtig ist. Es sollte mindestens eine D1-Lymphknotendissektion durchgeführt werden, und mindestens 15 Lymphknoten sollten entfernt werden. Falls das Chirurgenteam nicht sehr gut ausgebildet ist, sollte einer D1-Lymphknotendissektion der Vorzug gegeben werden, da dann mit weniger Komplikationen zu rechnen ist

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Quelle: 9th World Congress on Gastrointestinal Cancer. Barcelona/Spanien, 28.-30.6.2007


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