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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

11. August 2008 EHA: Monitoring der minimalen Resterkrankung – Frühe Rezidivtherapie bei der akuten Promyelozyten-Leukämie empfehlenswert

Die akute Promyelozyten-Leukämie ist als einzige Form der akuten myeloischen Leukämie in über 80% der Fälle heilbar: In der Primärtherapie ist mittlerweile die All-trans-Retinsäure (ATRA) in Kombination mit einer Anthrazyklin-basierten Chemotherapie etabliert, bei hämatologischen Rezidiven kann Arsentrioxid in 80% der Fälle eine erneute Remission induzieren. Zurzeit wird diskutiert, wann man mit der Rezidivbehandlung beginnen sollte. Eine möglichst frühe Diagnose einer minimalen Resterkrankung mit empfindlichen molekulargenetischen Methoden scheint hier sinnvoll zu sein.
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Der Nachweis der minimalen Resterkrankung (MRD) sowie das Therapiemonitoring geschieht bei der APL durch den Nachweis des pathogenen PML/RARa- Fusionsgens mit der reversen Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR): Verschwindet das Fusionsgen d.h. erzielt man eine komplette molekulare Remission, so ist das gleichbedeutend mit einem längeren Überleben. War ein Patient PCR-negativ und wird wieder positiv, so ist damit fast zwangsläufig ein klinisches Rezidiv vorgegeben.
Der optimale Zeitpunkt für die Einleitung einer Salvage-Therapie mit Arsentrioxid ist daher entscheidend. Die Analyse zweier spanischer Studien, so Prof. David Grimwade, London, zeigt, dass von den Patienten, die im molekularen Rezidiv erneut behandelt worden waren, nach fünf Jahren noch 64% lebten; hatte man mit der Salvage-Therapie erst im hämatologischen Rezidiv begonnen, so waren es nur noch 24%. Außerdem ist die frühe Therapie besser verträglich, weil die Patienten noch in besserem Allgemeinzustand sind und eine stationäre Aufnahme sich meist erübrigt.

Die Methode der Wahl bei der Bestimmung der MRD sollte heute aber die quantitative Real-Time-PCR (RQ-PCR) sein, so Grimwade: Sie ist sensitiver als die RT-PCR und kann bei regelmäßiger Untersuchung ein molekulares Rezidiv zu einem noch früheren Zeitpunkt erkennen. Die Untersuchung von Knochenmark und peripherem Blut ist zwar ungefähr gleich empfindlich, aber aus dem Knochenmark lässt sich ein molekulares Rezidiv im Mittel etwa einen Monat früher diagnostizieren.
Josef Gulden

Quelle: Vortrag beim 13th Congress of the European Hematology Association, 12.-15. Juni 2008, Kopenhagen


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