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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. Juli 2018 EGFR-mutationspositives NSCLC: Osimertinib erhält EU-Zulassung für die Erstlinientherapie

Für die Erstlinientherapie erwachsener Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) und aktivierender EGFR-Mutation wurde ein wesentlicher Behandlungsfortschritt erreicht: In dieser Patientengruppe erzielt der Drittgenerations-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Osimertinib (Tagrisso®) im Vergleich zu einer Standard-EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor)-TKI-Therapie mit Gefitinib oder Erlotinib einen bislang nicht erreichten signifikanten Vorteil beim progressionsfreien Überleben (PFS) (1). Damit könnte sich Osimertinib in dieser Indikation als ein neuer Erstlinienstandard etablieren.
Mit Osimertinib steht seit dem 07. Juni 2018 für die Erstlinientherapie des EGFR-mutationspositiven (EGFRm) NSCLC ein TKI der dritten Generation zur Verfügung (2), der die aktivierenden EGFR-Mutationen inhibiert und die Entstehung der EGFR-T790M-Resistenz hemmt. Gleichzeitig zeigt der EGFR-TKI geringe Aktivität gegenüber dem Wildtyp-EGFR. Die breite Zulassung von Tagrisso wird durch eine fundierte Datenlage zur Wirksamkeit bei häufigen und seltenen EGFR-Mutationen bestätigt (1, 3).


PFS-Vorteil in FLAURA-Studie

Die zulassungsrelevanten Daten zur Erstlinientherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC mit aktivierender Mutation des EGFR wurden für Osimertinib in der doppelblinden randomisierten Phase-III-Studie FLAURA (n=556) erhoben. Als wichtigstes Ergebnis zeigte sich im Studienarm mit Osimertinib vs. dem EGFR-TKI-Vergleichsarm (Erlotinib oder Gefitinib) ein signifikanter PFS-Vorteil (1). Berichtet wurde ein bisher noch nie erreichtes medianes PFS von 18,9 Monaten vs. 10,2 Monaten (HR=0,46; 95%-Konfidenzintervall (KI): 0,37-0,57; p>0,0001). Mit 17,2 vs. 8,5 Monaten war die mediane Ansprechdauer gegenüber dem Vergleichsarm mehr als verdoppelt (95%-KI: 13,8-22,0 bzw. 95%-KI:7,3-9,8). Von der Behandlung mit Osimertinib profitierten alle untersuchten Subgruppen, darunter auch Patienten mit und ohne Hirnmetastasen sowie Patienten mit Exon-19-Deletion oder L858R-Mutation (Abb. 1).
 
Abb. 1: Osimertinib vs. Standard-EGFR-TKI: Konsistent nachweisbarer PFS-Vorteil in allen präspezifizierten Subgruppen (mod. nach (1)).
 Abb. 1: Osimertinib vs. Standard-EGFR-TKI: Konsistent nachweisbarer PFS-Vorteil in allen präspezifizierten Subgruppen (mod. nach (1)).


ZNS-Progressionsrisiko halbiert

Die FLAURA-Studie dokumentierte zudem ein um 52% reduziertes Risiko für eine ZNS (Zentralnervensystem)-Progression mit Osimertininb im Vergleich zum Kontrollarm (HR=0,48; 95%-KI: 0,26-0,86; p=0,014) (1). Auch die vorläufigen Daten zum Gesamtüberleben (OS), die zum Zeitpunkt der Interimsanalyse noch nicht statistisch signifikant waren, sind mit einer Risikoreduktion um 37% zugunsten des Osimertinib-Arms vielversprechend (HR=0,63; 95%-KI: 0,45-0,88; p=0,0068). Osimertinib zeigte in der FLAURA-Studie ein Sicherheitsprofil, das den bekannten Sicherheitsdaten aus vorherigen klinischen Studien entsprach (2). Der Drittgenerations-EGFR-TKI wurde gut vertragen.


Mit freundlicher Unterstützung von AstraZeneca

Daniel Neubacher

Literatur:

(1) Soria JC et al. N Engl J Med. 2018;378:113-125.
(2) Fachinformation TAGRISSO, Stand Juni 2018.
(3) Ahn M et al. ASCO 2018; Abstract 9050.


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