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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

17. November 2005 Die Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. - der kompetente Ansprechpartner für klinische Forschung in der Uro-Onkologie

H. Rexer, D. Rohde

Mit derzeit knapp 85.000 uro-onkologischen Neuerkrankungen pro Jahr stellt die Uro-Onkologie einen wesentlichen Bestandteil in der urologischen Tätigkeit dar. Am 29. Juni 1989 wurde die Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie (AUO) in der Deutschen Krebsgesellschaft gegründet, um diesem Teilgebiet die notwendige Aufmerksamkeit widmen zu können. Bereits zur Gründung steckte sich die AUO das hohe Ziel, klinische Forschungstätigkeiten in der Urogenitalen Onkologie unter einem Dach zu versammeln und für eine hohe Qualität von klinischen Studien zu sorgen.
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Struktur der AUO

Durch die sich ständig verändernden Voraussetzungen zur Studiendurchführung wurde auch die Struktur der AUO immer wieder den neuen Anforderungen angepasst. Derzeit stellt sich die AUO in folgendem Aufbau dar:

1. Der Vorstand besteht aus bis zu 15 Personen, wovon jeweils zwei für eine der vier Tumorentitäten Prostata, Blase, Hoden und Niere schwerpunktmäßig zuständig sind. Darüber hinaus gibt es je ein Vorstandsmitglied mit den Funktionen Sprecher und stellvertretender Sprecher der AUO, Schriftführer und Schatzmeister. Neuerdings gibt es je ein Amt für einen Vertreter der niedergelassenen Ärzte bzw. der Belegärzte. Mit den beiden letztgenannten Ämtern wird der Mitgliederstruktur Rechnung getragen, welche neben Klinikärzten auch niedergelassene KollegINNen und Belegärzte in der AUO vereint. Der so genannte Klinikverbund (KVB) ist ein offener Kreis von niedergelassenen, belegärztlich tätigen und Klinikärzten, die sich bereit erklärt haben, mit ihrer Praxis bzw. Klinik an den Studien der AUO teilzunehmen und somit deren Arbeit zu unterstützen. Teilnehmer des Klinikverbunds erhalten per mail kurzfristige Informationen über Neuigkeiten der AUO-Studien, z.B. wenn eine neue Studie aktiviert wird oder ein Amendment zu einer Studie in Kraft tritt. Durch diese zeitnahe Information des KVB wird der Zugang für Patienten zu den Studien vereinfacht und dadurch die Rekrutierungszeit der Studien positiv beeinflusst. Derzeit nehmen ca. 300 Kliniken und Praxen am Klinikverbund teil. Die Rekrutierungsleistung der KVB-Teilnehmer wird von der AUO durch geeignete Maßnahmen gefördert; so wurde im Jahr 2003 die Vergabe eines Preises für das „Dokumentations- und Rekrutierungszentrum des Jahres“ eingeführt. Erstmals werden in diesem Jahr zusätzlich drei Zentren ausgezeichnet, welche im Laufe des letzten Jahres besonders viele Patienten in die AUO-Studien eingebracht haben. Für jeweils eine/n Arzt/Ärztin dieser Zentren werden die Kosten für Unterbringung und Kongressgebühr zum
Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU-Kongress) von der AUO übernommen.

2. In der Mitgliederversammlung, die einmal jährlich im Rah-men der DGU-Tagung stattfindet, haben alle ordentlichen Mitglieder die Möglichkeit, sich über die erbrachte Arbeit der AUO zu informieren und Informationen auszutauschen. Darüber hinaus finden in der Mitgliederversammlung in definierten Zeitintervallen die Vorstands-Wahlen statt, mit denen Stabilität und Flexibilität der Arbeit gleichermaßen gewährleistet werden.

3. Angeschlossen an die Mitgliederversammlung findet eine Veranstaltung zur Studienpräsentation statt, zu der auch die Förder- und Firmenmitglieder und ggf. weitere Vertreter der Pharmaindustrie eingeladen werden, um künftige Entwicklungen und aktuelle Tendenzen in der Therapie urologischer Tumoren zu diskutieren. Die AUO finanziert sich ausschließlich über die Förder- und Firmenmitglieder, welche Ihre Mitgliedschaft alljährlich erneuern können und die bislang alle aus der pharmazeutischen Industrie stammen.


Aufgaben der AUO

In allen Funktionen der AUO-internen Struktur wird kontinuierlich für das primäre Ziel gearbeitet: Die Qualitätsförderung von Studien in der Uro-Onkologie. Hierzu zählen Maßnahmen zur Förderung von Studiendurchführung, wie z.B. die erwähnte Bekanntmachung von aktivierten Studien im KVB und der Fachpresse. Aber auch die Durchführung von Prüfärzteschulungen, in denen „Newcomern“ Grundlagen und besondere Aspekte der Studiendurchführung vermittelt werden, dient diesem Ziel.
Darüber hinaus betreut die AUO Studienprotokolle vor Studienbeginn und kann somit vielfach wertvolle Hinweise zur erfolgreichen Durchführung der geplanten Studien geben. Das Begutachtungsverfahren bezieht nicht nur AUO-eigene Protokolle ein, sondern wird auch für „externe“ Protokolle durchgeführt, welche zur Begutachtung von den Studienleitern eingereicht werden.
Sämtliche Studien werden auf der AUO-Homepage veröffentlicht, sobald sie zur Begutachtung eingereicht wurden. Der Ausgang des Begutachtungsprozesses sowie Aktivierung und Fortgang der Studie bis hin zu den Ergebnis- und Abschlußberichten der Studien werden dort distributiert. Zusätzlich erhalten Mitglieder und KVB-Teilnehmer den AUO-Newsletter, welcher viermal jährlich über die Aktivitäten in der AUO sowie den Fortgang sämtlicher aktiver Studien berichtet.
Selbstverständlich arbeitet die AUO eng mit anderen Verbänden und Institution zusammen. So ist die AUO ein zuverlässiger und geachteter Partner der EORTC für ausgewählte EORTC-Projekte. Mit der Arbeitsgruppe Internistische Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft besteht ebenfalls eine effektive Kooperation (neuerdings insbesondere im Bereich Nierentumortherapie mit L. Bergmann, Frankfurt). Aber auch Kooperationen mit anderen Arbeitsgruppen der DKG oder Verbänden wie der DGU sorgen für eine effektive Gestaltung der Studienlandschaft. 0 1


Ergebnisse der AUO-Arbeit

Seit die AUO ihre Arbeit aufgenommen hat, wurden 107 Protokolle zur Begutachtung eingereicht. Davon waren ca. 40% mit dem Prostatakarzinom, etwa 30% mit Urothelkarzinomen, 20% mit Nierenzellkarzinomen und ca. 11% mit Keimzelltumoren befasst. (Abb. 1). Das Ergebnis der jeweiligen Beurteilung, unterteilt nach Organen, können Sie (Abb. 2) entnehmen. Dabei bedeutet „nicht vorhanden“ zumeist, dass es zu keinem abschließenden Urteil kam, da die Studie zwischenzeitlich zurückgezogen wurde. In einigen wenigen Fällen bedeutet es jedoch, dass das Gutachten noch nicht vorliegt, da die Begutachtung derzeit noch läuft. Erfreulich hoch ist die Rate der positiv begutachteten Studienprotokolle, zeigt sie doch, dass die vorgelegten Prüfpläne eine überwiegend hohe Qualität hatten.
In (Abb. 3) ist dargestellt, wie das Outcome der eingereichten Studien ist. Bemerkenswert hoch ist dabei die Rate der regulär abgeschlossenen bzw. noch aktiven Studien, insbesondere für die Organe Blase (68%) und Hoden (66%). Bei Prostata- und Nierentumorstudien ist die Rate an zurückgezogenen (30% bei PCA, 28% bei NCA) sowie die Rate abgelehnter Studien (28% NCA) durchschnittlich höher, wobei allerdings in den letzten fünf Jahren nur noch wenige Studien abgelehnt werden mussten oder zurückgezogen wurden (gestiegene Qualität der Prüfpläne). Die Verteilung der Studienbegutachtungen über die Jahre ist sehr unterschiedlich. Nach Aufnahme der Begutachtung im Jahr 1993 gab es in 1995 geradezu eine Flut von Studieneinreichungen. Das danach stark abgefallene Niveau der Studienzahlen erlebte 1998 einen kleinen Anstieg und ist jetzt seit 2002 wieder leicht ansteigend. Da es erklärtes Ziel der AUO ist, nicht die Anzahl der Studien sondern deren Qualität und Machbarkeit zu fördern, ist die AUO mit der derzeitigen Begutachtungsquote zufrieden. 2

Der Erfolg der AUO lebt davon, dass viele Ärzte als Teilnehmer am Klinikverbund oder als Mitglied der AUO deren Arbeit unterstützen. Die effektivste Unterstützung ist dabei das Einbringen von Patienten in die AUO-Studien, aber auch das Einreichen Ihrer Prüfpläne zur Begutachtung durch die AUO.

Quelle: Wenn auch Sie an der vorgehaltenen Qualität der Arbeit der AUO partizipieren möchten, so finden Sie Mitgliedsanträge bzw. Aufnahmeanträge in den
Klinikverbund auf der Homepage unter: www.auo-online.de
oder bei Frau Rexer in der Geschäftsstelle: AUO@MeckEvidence.de und 039827/79 677. Dort erfahren Sie auch mehr über den Begutachtungsprozess und erforderliche einzureichende Unterlagen.


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