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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. März 2015 Chronische lymphatische Leukämie: Obinutuzumab führt zu signifikanter Rate an MRD-Negativität

Mit Obinutuzumab (GazyvaroTM) steht für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) in der Erstlinientherapie in Kombination mit Chlorambucil ein neuer Therapiestandard zur Verfügung. Mit dem Typ-II-Antikörper konnte bei über einem Drittel der in der CLL11-Studie behandelten Patienten ein negativer Status der minimalen Resterkrankung (MRD) erzielt werden (1). "Die MRD-Negativität hat einen beträchtlichen Stellenwert für die Prognose der Patienten", sagte Prof. Clemens-Martin Wendtner, München, im Rahmen einer Post-ASH-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Obinutuzumab wird derzeit außerdem in Kombination mit dem Bcl-2-Inhibitor GDC 0199 getestet, um zu sehen, ob CLL-Patienten in Zukunft auch mit einem chemotherapiefreien Regime behandelt werden können (2).

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In der zulassungsrelevanten CLL11-Studie hatte sich die herausragende Remissionsqualität unter der Chemoimmuntherapie mit dem Typ-II-Antikörper u.a. darin gezeigt, dass die mit Obinutuzumab/Chlorambucil behandelten Patienten mit 37,7% mehr als zehnmal so häufig einen MRD-negativen Status im Blut erreichten als im Rituximab/Chlorambucil-Arm (3,3%; p<0,001) (1). Wie Wendtner erklärte, gelten Patienten dann als MRD-negativ, wenn nach Abschluss der Therapie mittels Durchflusszytometrie oder Polymerase-Kettenreaktion (PCR) pro 10.000 Leukozyten im Blut bzw. im Knochenmark weniger als 1 leukämische Zelle gemessen werden kann. Die Bedeutung der MRD in peripherem Blut als unabhängigem Prognosefaktor für die Wirksamkeit der Therapie wurde zusätzlich durch die Ergebnisse einer kombinierten Analyse der CLL8- und CLL10-Studie bestärkt. Die Daten der Analyse zeigten, dass eine MRD-Negativität unabhängig von der Therapie und vom klinischen Ansprechen mit einem längeren progressionsfreien und Gesamtüberleben korreliert (3).

CLL bald ohne Chemotherapie behandelbar?

Ob es möglich ist, Patienten mit CLL künftig auch ohne Zytostatika adäquat behandeln zu können, soll in der geplanten CLL14-Studie getestet werden. Bei nicht vorbehandelten, typischen CLL-Patienten wird Obinutuzumab/Chlorambucil mit einem chemotherapiefreien Regime aus Obinutuzumab und dem oralen, hochselektiven Bcl-2-Inhibitor GDC 0199 verglichen. Von dieser Kombination erhofft man sich synergistische Effekte, erklärte Dr. Anna-Maria Fink, Köln. Die auf dem ASH präsentierten ersten Daten einer Phase-Ib-Studie, in der die Sicherheit und Verträglichkeit von GDC 0199 in Kombination mit Obinutuzumab evaluiert wird, zeigen die sichere Gabe mit dem verwendeten Dosisschema (2).

sk

Pressegespräch "ASH 2014 im Fokus: Entscheidende Therapieverbesserungen für Lymphom-Patienten", Veranstalter: Roche. 14.01.2015, Frankfurt/Main

Literaturhinweise:

(1) Goede V, et al. N Engl J Med 2014. 370; 12:1101-10.
(2) Flinn I, et al. ASH 2014; Abstract # 4687.
(3) Kovacs G, et al. ASH 2014; Abstract # 23.


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