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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

11. September 2015 Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV): Netupitant/Palonosetron zur Antiemese zugelassen

Vor Kurzem wurde das Kombinationspräparat Netupitant/Palonosetron (Akynzeo®) zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen (CINV) bei hoch und moderat emetogener Chemotherapie in der EU zugelassen (1). Die orale Fixkombination aus dem 5-HT3-Rezeptorantagonisten (5-HT3-RA) Palonosetron und dem NK1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA) Netupitant – NEPA – hemmt die CINV effektiv und ist einfach anzuwenden.

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„Übelkeit und Erbrechen sind nach wie vor die unangenehmsten und am meisten gefürchteten Nebenwirkungen einer Chemotherapie“, gab Dr. Alexis Molassiotis, Hong Kong, zu bedenken. Daher sei eine adäquate, leitliniengemäße antiemetische Therapie für diese Patienten unbedingt notwendig. Allerdings wird diese in der täglichen Praxis oft noch nicht ausreichend umgesetzt. Dies hat zur Folge, dass Symptome der CINV nach hoch und moderat emetogener Chemotherapie immer noch häufig vorkommen, insbesondere Übelkeit in der verzögerten Phase, so Molassiotis. Dadurch wird die Lebensqualität der Patienten nachweislich eingeschränkt.

Prof. Dr. Karin Jordan, Halle, stellte die Daten zu dem neu zugelassenen Medikament vor: „Mit Netupitant/Palonosetron steht nun eine orale Fixkombination aus 2 effektiven Antiemetika zur Verfügung, die 2 Schlüssel-Signalwege der CINV gezielt hemmt.“ Mit nur einer Kapsel, die vor jeder Chemotherapie oral verabreicht werden müsse, werde eine hoch effektive Prävention von Übelkeit und Erbrechen über den gesamten Chemotherapiezyklus (2, 3) auch bei multiplen Chemotherapiezyklen (4) erreicht, so Jordan weiter. Ergänzt durch Dexamethason erfüllt die Wirkstoff-Kombination die Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften für eine optimale antiemetische Therapie nach hoch emetogener und Anthrazyklin/Cyclophosphamid-basierter Chemotherapie. Die Vereinfachung der antiemetischen Therapie in Form einer oralen Einmalgabe könnte laut Jordan zudem dazu beitragen, die Compliance der Patienten zu verbessern. Da sich das Kombinationspräparat in Studien als besonders wirksam erwiesen hat, wurde es mittlerweile auch in die neuen antiemetischen Empfehlungen der NCCN aufgenommen (NCCN 1.2015), erklärte Jordan.

siko

Quelle: Satellitensymposium „Raising the bar in supportive care: treating nausea in cancer patients“, im Rahmen des MASCC-Kongresses, 26.06.2015, Kopenhagen, Dänemark; Veranstalter: Riemser

Literatur:

(1) http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Summary_of_opinion/ human/003728/WC500184907.pdf
(2) Hesketh PJ et al. Ann Oncol 2014;25(7):1340-6.
(3) Aapro M et al. Ann Oncol 2014;25(7):1328-33.
(4) Gralla M et al. Ann Oncol 2014;25(7):1333-9.


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