Montag, 20. Mai 2019
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

11. September 2015 Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV): Netupitant/Palonosetron zur Antiemese zugelassen

Vor Kurzem wurde das Kombinationspräparat Netupitant/Palonosetron (Akynzeo®) zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen (CINV) bei hoch und moderat emetogener Chemotherapie in der EU zugelassen (1). Die orale Fixkombination aus dem 5-HT3-Rezeptorantagonisten (5-HT3-RA) Palonosetron und dem NK1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA) Netupitant – NEPA – hemmt die CINV effektiv und ist einfach anzuwenden.

„Übelkeit und Erbrechen sind nach wie vor die unangenehmsten und am meisten gefürchteten Nebenwirkungen einer Chemotherapie“, gab Dr. Alexis Molassiotis, Hong Kong, zu bedenken. Daher sei eine adäquate, leitliniengemäße antiemetische Therapie für diese Patienten unbedingt notwendig. Allerdings wird diese in der täglichen Praxis oft noch nicht ausreichend umgesetzt. Dies hat zur Folge, dass Symptome der CINV nach hoch und moderat emetogener Chemotherapie immer noch häufig vorkommen, insbesondere Übelkeit in der verzögerten Phase, so Molassiotis. Dadurch wird die Lebensqualität der Patienten nachweislich eingeschränkt.

Prof. Dr. Karin Jordan, Halle, stellte die Daten zu dem neu zugelassenen Medikament vor: „Mit Netupitant/Palonosetron steht nun eine orale Fixkombination aus 2 effektiven Antiemetika zur Verfügung, die 2 Schlüssel-Signalwege der CINV gezielt hemmt.“ Mit nur einer Kapsel, die vor jeder Chemotherapie oral verabreicht werden müsse, werde eine hoch effektive Prävention von Übelkeit und Erbrechen über den gesamten Chemotherapiezyklus (2, 3) auch bei multiplen Chemotherapiezyklen (4) erreicht, so Jordan weiter. Ergänzt durch Dexamethason erfüllt die Wirkstoff-Kombination die Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften für eine optimale antiemetische Therapie nach hoch emetogener und Anthrazyklin/Cyclophosphamid-basierter Chemotherapie. Die Vereinfachung der antiemetischen Therapie in Form einer oralen Einmalgabe könnte laut Jordan zudem dazu beitragen, die Compliance der Patienten zu verbessern. Da sich das Kombinationspräparat in Studien als besonders wirksam erwiesen hat, wurde es mittlerweile auch in die neuen antiemetischen Empfehlungen der NCCN aufgenommen (NCCN 1.2015), erklärte Jordan.

siko

Quelle: Satellitensymposium „Raising the bar in supportive care: treating nausea in cancer patients“, im Rahmen des MASCC-Kongresses, 26.06.2015, Kopenhagen, Dänemark; Veranstalter: Riemser

Literatur:

(1) http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Summary_of_opinion/ human/003728/WC500184907.pdf
(2) Hesketh PJ et al. Ann Oncol 2014;25(7):1340-6.
(3) Aapro M et al. Ann Oncol 2014;25(7):1328-33.
(4) Gralla M et al. Ann Oncol 2014;25(7):1333-9.


Das könnte Sie auch interessieren

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
© Petry

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren der Welt. Einige Virentypen können Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebsarten verursachen. Wissenschaftler kooperieren jetzt in einer neuen Studie, um ein HPV-Typ-spezifisches Modell für den Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen zu entwickeln. Dazu werden klinische Daten aus großen populationsbasierten Studien der Frauenklinik Wolfsburg in Zusammenarbeit mit einer...

Wacken & DKMS: Gemeinsam gegen Blutkrebs

Wacken & DKMS: Gemeinsam gegen Blutkrebs
© DKMS gemeinnützige GmbH

Die DKMS ist zum vierten Mal mit einer Registrierungsaktion Teil des Wacken Open Air Festivals (W:O:A). Vom 3. bis zum 5. August 2017 können sich Besucher nicht nur über die lebensrettende Arbeit der internationalen gemeinnützigen Organisation informieren sondern sich auch als potenzielle Spender aufnehmen lassen. Parallel sind die Unterstützerinnen der Initiative „Wacken hilft“ mit viel Herzblut im Einsatz und verkaufen im Ort selbst gebackenen Kuchen zugunsten der DKMS...

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden, gewissen Einschränkungen. So können...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV): Netupitant/Palonosetron zur Antiemese zugelassen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.