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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

29. Februar 2004 Chemotherapie des Zervixkarzinoms

Daniel Rein, Universitäts-Frauenklinik Düsseldorf

Das Zervixkarzinom stellt weltweit die fünfthäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Todesursache der Frau dar. Zwar konnte in den Industrienationen durch Einführung von Screeningprogrammen, das Risiko an einem Zervixkarzinom zu sterben um etwa 70% reduziert werden, doch bleibt die stadienbezogene Prognose (Überleben nach 5 Jahren) von Patientinnen mit inoperablem Zervixkarzinom ungünstig. Fortgeschrittene Zervixkarzinome wurden bislang in der Regel einer strahlentherapeutischen Primärbehandlung zugeführt, wobei sich die Erfolgsrate mit zunehmendem Tumorvolumen verschlechtert. Problematisch ist die Behandlung des Zervixkarzinomrezidives bei ausbestrahltem Becken. Diese können nur in ausgewählten Fällen kurativ angegangen werden. Als Optionen verbleiben palliative operative, strahlentherapeutische oder chemotherapeutische Ansätze.
Dem Einsatz von Zytostatika in der Therapie des Zervixkarzinoms kommt bislang eine untergeordnete Rolle zu. Die operative Therapie und primäre Radiatio des Zervixkarzinoms sind effektive Therapien, führen aber gleichzeitig zu einer Verschlechterung der Vaskularisation im kleinen Becken und limitieren die Erfolge einer Zytostatikatherapie. Hinzu kommen die im Gegensatz zu Mamma- und Ovarialkarzinom niedrigere Chemosensitivität des Zervixkarzinoms, sowie das weitgehende Fehlen von medikamentösen Therapiestandards. Kombinationen aus operativen Ansätzen, Radiatio und Chemotherapie eröffnen jedoch neue Möglichkeiten für die Therapie des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms. Die Größe der Tumoren und der häufige Befall benachbarter Organe erfordern ein multimodales Vorgehen und eine interdisziplinäre Planung der Behandlungsstrategie.

Bewertung verschiedener Zytostatika
Platinderivate, insbesondere Cisplatin, gelten mit Ansprechraten von 25-50% als die wirksamsten Einzelsubstanzen in der Therapie des Zervixkarzinoms. Weitere in der Therapie des Zervixkarzinoms aktive Substanzen sind Ifosfamid, Dibromodulcitol, 5-Fluorouracil oder Methotrexat. Eine Übersicht unterschiedlicher Studien zu diesen Substanzen ist in Tabelle 1 dargestellt. Auf der Suche nach innovativen Therapieansätzen wurden in letzter Zeit Daten zur Therapie des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms mit weiteren Substanzen beschrieben. Interessant ist Vinorelbin mit Ansprechraten zwischen 21 und 40%. Taxane (Docetaxel und Paclitaxel) zeigen moderate Ansprechraten zwischen 14 und 23%. Irinotecan zeigt auch nach Vorbestrahlung bzw. Vortherapie mit Cisplatin Ansprechraten zwischen 15 bzw. 24%. Eine Untersuchung zur Therapie mit Gemcitabin in 4-wöchentlichen Therapiezyklen ergab dagegen nur Ansprechraten von 11%. Eine Beurteilung dieser Daten ist schwierig, da es sich um Studien mit kleinen Fallzahlen handelt, die im randomisierten Vergleich bislang noch nicht verifiziert wurden. Grundsätzlich erreichen Kombinationstherapien höhere Ansprechraten als Monotherapien. Vielversprechende Ansätze sind hier Kombinationen aus Cisplatin und Irinotecan (CPT-11) sowie der Dreifachkombination aus Cisplatin, Vinblastin und Bleomycin (Tabelle 2).
Für den palliativen Zytostatikaeinsatz lässt sich die bestehende Datenlage wie folgt zusammenfassen: Therapiestandard in der palliativen Behandlung des Zervixkarzinoms ist Cisplatin in einer Dosierung von 50 mg/m2 (q3w). Höhere Dosen bringen keinen Überlebensvorteil. Die wirksamsten der bereits länger bekannten Substanzen sind Cisplatin, Ifosfamid und Dibromodulcitol. Die interessantesten unter den neuen Wirkstoffen sind Irinotecan, welches auch nach Radiatio und platinhaltiger Vortherapie wirksam ist, sowie Vinorelbin und die Taxane. Eine vielversprechende therapeutische Option stellt die Kombination von Cisplatin und CPT-11 dar. Grundsätzlich führt eine Kombinationstherapie zu höheren Remissionsraten, bisher aber nicht zu verlängerten Überlebenszeiten im Vergleich zur Cisplatin-Monotherapie.

Adjuvante Chemotherapie
Patientinnen mit operablem Zervixkarzinom, aber positivem Nodalstatus oder anderen Risikofaktoren wie einem Tumordurchmesser > 4 cm, einer Lymph- oder Hämangiosis carcinomatosa, Lebensalter unter 35 Jahren, einem Adenokarzinom der Zervix uteri oder einer parametranen Infiltration, bzw. der Resektion non in sano, haben ein signifikant erhöhtes Rezidivrisiko und bedürfen einer adjuvanten Therapie. In diesem Zusammenhang konnte gezeigt werden, dass eine Korrelation zwischen dem Auftreten pelviner Lymphknotenmetastasen und weiteren Risikofaktoren wie dem Tumordurchmesser (18), der Stromainvasion sowie Lymph- oder Hämangiosis carcinomatosa (19) besteht.
In den letzten Jahren konnte die Überlegenheit einer cisplatinhaltigen Radiochemotherapie im Vergleich zu einer alleinigen Radiotherapie demonstriert werden. So zeigte eine Untersuchung der South West Oncology Group (SWOG # 8797) [21] eine Überlegenheit der simultanen adjuvanten Radiochemotherapie mit Cisplatin gegenüber einer alleinigen adjuvanten Radiotherapie. (s. Beitrag F. Würschmidt, S. 18; Anm. d. Red.). Ausgewertet wurden die Ansprech- und Überlebensraten von 243 Patientinnen mit Tumorstadien Ia2-IIa. Patientinnen im RT-CT Arm erhielten Cisplatin 70 mg/m2 als Bolus und 5-FU 1000 mg/m2/d über 96-Stunden alle 3 Wochen. Nur die ersten beiden Zyklen der Chemotherapie wurden simultan appliziert. Die Gabe des 3. und 4. Zyklus der Chemotherapie erfolgte nach Abschluss der Radiatio. Das Ergebnis der Studie zeigte eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien- und Gesamtüberlebens der Patientinnen im RT-CT Arm. Interessant ist die Subgruppenanalyse derjenigen Patientinnen, welche nur 1-2 Zyklen der simultanen Radiochemotherapie erhalten hatten. Hier zeigte sich nämlich keine Verbesserung der Überlebensrate im Vergleich zu dem Kontrollarm mit alleiniger Radiatio. Nur Patientinnen welche 4 Zyklen Chemotherapie, einschließlich der 2 Zyklen, welche nach Abschluss der Radiatio gegeben wurden, erhalten hatten zeigten einen Überlebensvorteil. Das Ergebnis dieser Studie lässt den Schluss zu, dass die Bedeutung der Chemotherapie über den Effekt der Radiosensibilisierung hinaus geht. Eine verbindliche Absicherung der Bedeutung einer alleinigen adjuvanten Chemotherapie durch randomisierte Studien, insbesondere solchen welche eine Radiochemotherapie einer alleinigen Chemotherapie gegenüberstellen, liegen bislang nicht vor. Unterschiedliche Phase-II- und -III-Studien vermitteln jedoch in Bezug auf die Heilungsraten ermutigende Ergebnisse. Eine Übersicht hierzu gibt Tabelle 3.

Neoadjuvante Chemotherapie
Operation und primäre Radiatio haben sich als effektive Behandlungsverfahren in der Primärtherapie des Zervixkarzinoms erwiesen. Die Heilungsraten großer Tumoren und höherer Tumorstadien (≥ IIb) sowie der nodalpositiven Karzinome bleiben jedoch unbefriedigend. Eine mögliche Alternative besteht in der neoadjuvanten Chemotherapie gefolgt von radikaler Hysterektomie mit systematischer pelviner und paraaortaler Lymphonodektomie. Ziel der neoadjuvanten Chemotherapie ist es die Ausgangsbedingungen für eine Folgetherapie zu verbessern. In einer randomisierten dreiarmigen Studie[1], konnte bei großen Zervixkarzinomen die Überlegenheit der Sequenz Chemotherapie mit nachfolgender Operation nach Wertheim-Meigs gegenüber einer Radiatio unter Beweis gestellt werden. Im Gegensatz zu früheren Studien zeigte sich hier erstmalig ein, allerdings schwächer ausgeprägter, Therapievorteil für die Sequenz Chemotherapie und Bestrahlung gegenüber dem Standardarm. Dies könnte in der Wahl eines dosisdichten Chemotherapieschemas mit zehntägigen Therapieintervallen gegenüber den bisher üblichen dreiwöchentlichen Therapieintervallen begründet sein. Der Mechanismus liegt wahrscheinlich in einer effizienteren Unterdrückung der Repopulation der Tumorzellen.
Zu gegensätzlichen Ergebnissen kam eine Untersuchung von Ting-Chang et al. [2]. Verglichen wurde der Effekt einer neoadjuvanten Chemotherapie, bestehend aus 3 Zyklen Cisplatin und Bleomycin in zehntägigen Intervallen, gefolgt von radikaler Hysterektomie mit einer alleinigen Radiatio bei lokal fortgeschrittenen Zervixkarzinomen (bulky disease). Diese Studie zeigte keinen Vorteil für die neoadjuvante Chemotherapie. Allgemein kritisiert wurde an dieser Untersuchung die lange Studiendauer und die geringe Patientinnenzahl. So dauerte die Rekrutierung von 124 Patientinnen 8 Jahre lang. Andere Untersuchungen zeigten ermutigende Ansprechraten von 50-60% bei nicht vorbehandelten Patientinnen und Einsatz von platinhaltigen Kombinationschemotherapien [3-6].
Der grundsätzliche Nachteil einer neoadjuvanten Therapie, nämlich die Zeitspanne bis zur definitiven operativen Therapie, kann durch die gute Möglichkeit zur Verlaufskontrolle durch klinische und kernspintomographische Untersuchungen ausgeglichen werden. Zudem konnte in unterschiedlichen Studien gezeigt werden, dass die Mehrzahl der primär inoperablen Tumoren durch die neoadjuvante Therapie einer Operation zugeführt werden kann. Durch die Verkleinerung des Tumors lässt sich eine bessere Operationsebene erreichen und die Radikalität des Eingriffes steigern.
Ob ein Vorteil der Sequenz aus neoadjuvanter Chemotherapie und Operation auch gegenüber einer Radiochemotherapie mit Cisplatin besteht, ist nicht geklärt [7]. Aus diesem Grunde ist die neoadjuvante Chemotherapie zum gegenwärtigen Zeitpunkt als experimentell anzusehen und sollte nur im Rahmen kontrollierter klinischer Studien eingesetzt werden. Ein alternatives Therapiekonzept, welches dem erfahrenen Operateur vorbehalten bleiben sollte, ist die primäre Radikaloperation, gefolgt von einer postoperativen simultanen Radiochemotherapie [8]. Eine Untersuchung von Boronow zeigte an 21 Patientinnen mit lokal fortgeschrittenen (bulky disease, 6 cm großen Tumoren) eine Überlebensrate von 75% nach primärer Radikaloperation gefolgt von simultaner Radiochemotherapie.

Chemotherapie der rezidivierten und metastasierten Stadien
Platinumanaloga, insbesondere Cisplatin, gelten als aktivste Substanzen zur Therapie des rezidivierten und metastasierten Plattenepithelkarzinoms der Zervix uteri mit Ansprechraten um 23%. Als weithin akzeptiertes Dosierungsschema gilt Cisplatin in einer Dosierung von 50 mg/m2 in dreiwöchentlichen Applikationsintervallen. Sowohl höhere Dosierungen (100 mg/m2 q3w) als auch verkürzte Applikationsintervalle haben in kontrollierten Studien nicht zu einer Verlängerung der progressionsfreien oder Gesamtüberlebensraten geführt [9]. Randomisierte Studien zum Vergleich verschiedener Platinderivate, wie Carboplatin, wurden bislang nicht durchgeführt [10]. Zu der Gruppe der gut untersuchten Nicht-Platinderivaten zählen Ifosfamid, Dibromodulcitol und 5-Fluorouracil mit Ansprechraten um 20%. Allerdings liegt die Aktivität der Einzelsubstanzen bei Adenokarzinomen der Zervix uteri noch niedriger [11,12] (Tabelle 4).
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Studien durchgeführt [13-21], in denen unterschiedlichste Kombinationsregime bestehend aus jeweils 2 bis 4 Zytostatika untersucht worden sind. Bei den meisten Fällen wurde ein Platinderivat mit Ifosfamid, Bleomycin, 5-Fluorouracil, Mitomycin C oder Vinka-Alkaloiden kombiniert. In den meisten Fällen zeigten sich erhöhte Ansprechraten beim Einsatz der verschiedenen Kombinationsregime im Vergleich zu platinhaltigen Monotherapien. Eine niedrige Aktivität der Zytostase zeigte sich jedoch bei Auftreten eines Rezidivtumors nach vorangegangener Radiatio. In diesen Fällen kann die Hyperthermie mit oder ohne begleitende Chemotherapie eine Behandlungsalternative darstellen [22]. Trotz der teilweise vielversprechenden klinischen Aktivität der beschriebenen Kombinationsregime, hat sich in vier randomisierten Studien [12, 23-25] kein Vorteil im Sinne einer verlängerten Überlebenszeit im Vergleich zu einer Cisplatin Monotherapie in einer Dosierung von 50 mg/m2 und dreiwöchentlichen Applikationsintervallen gezeigt. So zeigte die Studie 110 der „Gynecologic Oncology Group“ zwar ein verlängertes progressionsfreies Überleben bei Einsatz einer Kombinationstherapie bestehend aus Cisplatin und Ifosfamid, jedoch keine signifikante Verbesserung der medianen Gesamtüberlebensrate im Vergleich zur Cisplatin-Monotherapie bei Patientinnen mit metastasiertem Zervixkarzinom. Zudem wies die Kombinationstherapie eine signifikant höhere Toxizität, im Sinne einer Myelosuppression, Nephrotoxizität sowie peripheren und zentralen Neurotoxizität, auf. Ein Vergleich einer Monotherapie mit Cisplatin und der Kombination bestehend aus Cisplatin und Paclitaxel war Gegenstand der GOG-169-Studie. Die Kombinationstherapie führte zu einer signifikant höheren Rate an Anämien Grad 3-4 und Neutropenien, einer höheren Ansprechrate (36.2 vs. 19.4 %) sowie einem signifikant verlängerten progressionsfreien Überleben (2.8 versus 4.8 Monate). Die mediane Gesamtüberlebensrate (8.8 versus 9.7 Monate) verbesserte sich gegenüber der Monotherapie jedoch nicht. Auf der Grundlage dieser Studien gilt eine Monotherapie mit Cisplatin 50 mg/m2 derzeit als Standard in der Therapie des metastasierten Zervixkarzinoms. In Fällen, in denen eine schnelle Symptomkontrolle angestrebt wird, kann jedoch eine Kombinationstherapie bestehend aus Cisplatin und Ifosfamid unter Berücksichtigung der höheren Nebenwirkungsrate eine sinnvolle therapeutische Alternative sein.

Anämie als prognostischer Faktor
Eine ausreichende Tumoroxygenierung gilt als entscheidender Faktor für den Erfolg einer Radiochemotherapie des Zervixkarzinoms. Tatsächlich konnte gezeigt werden, dass der periphere Hb- Wert von Patientinnen mit primärer Radiatio mit der Prognose korreliert. [26,27]. So zeigten Patientinnen mit einem Hb- Wert ≥ 12 g/dl eine 5-Jahres- Überlebensrate von 74% während die Überlebensraten bei einem Hb-Wert < 11g/dl mit 45% signifikant niedriger lagen. Des weiteren konnte gezeigt werden, dass der Nadir Hb-Wert von Zervixkarzinompatientinnen unter einer Radiochemotherapie eine prädiktive Wertigkeit auf den Therapieerfolg hat [28]. Eine effiziente und sichere Alternative zur Transfusion von Erythrozytenkonzentraten stellt rekombinant hergestelltes humanes Erythropoietin (rhEPO) dar. Patientinnen mit Zervixkarzinom und einer Risikokonstellation, welche eine sequenzielle adjuvante Radiochemotherapie mit bzw. ohne Gabe von Erythropoietin erhielten, wurden in eine randomisierte Phase-IIIStudie [29] eingeschlossen. Patientinnen im Erythropoietin-Arm wiesen eine signifikant niedrigere Rate an Anämien Grad I-II auf. Die Zusammenhänge zwischen Anämie, Tumorhypoxie und Auswirkungen auf das Ansprechen einer Therapie des Zervixkarzinoms sind jedoch, wie bei anderen Tumorentitäten auch, komplex und noch nicht vollständig untersucht. Weitergehende Untersuchungen zur Rolle von Transfusionsalternativen als unabhängige prognostische Faktoren auf den Behandlungserfolg sind daher erforderlich.

Zusammenfassung
Multimodale Behandlungskonzepte erlangen zunehmend an Bedeutung für Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom. Die größten Fortschritte zeigen sich im Bereich der simultanen Radichemotherapie mit wöchentlicher Gabe von Cisplatin oder Cisplatin plus 5-FU, welche sich in verschiedenen Studien einer alleinigen Radiatio gegenüber als überlegen erwiesen hat.
Nicht vorbehandelte Plattenepithelkarzinome der Zervix uteri können nach derzeitiger Datenlage als ausreichend chemosensitiv gelten, so dass eine palliative Chemotherapie beim metastasierten oder strahlentherapeutisch vorbehandelten Rezidiv eine sinnvolle therapeutische Option darstellt. Die Monotherapie mit Cisplatin in einer Dosierung von 50 mg/m2 in dreiwöchentlichen Applikationsintervallen gilt als Standard, da bislang keine randomisierte Studie die Überlegenheit einer Kombinationstherapie in Bezug auf die Gesamtüberlebensrate zeigen konnte.

Als problematisch stellt sich die Behandlung von Rezidivtumoren nach vorausgegangener Radiatio dar. Vielversprechende Substanzen wie Taxane, Camptothecinanaloga, Vinorelbin oder Gemcitabine sind bislang nur unzureichend untersucht worden.
Eine neoadjuvante Chemotherapie vor Operation hat in Studien hohe Ansprechraten gezeigt. Interessant ist neben der hohen Aktivität die Möglichkeit der lokalen Tumorkontrolle. Vergleichende Untersuchungen mit einer primären simultanen Radiochemotherapie liegen derzeit nicht vor. Aus diesem Grund sollte die neoadjuvante Chemotherapie bis zum Vorliegen derartiger Studienergebniss nur im Rahmen klinischer Studien durchgeführt werden.
Unklar ist weiterhin die Bedeutung der alleinigen adjuvanten Chemotherapie bei Vorliegen einer Risikokonstellation. Die Chemotherapie stellt also einen integralen Bestandteil in der Therapie des Zervixkarzinoms, auch außerhalb der Palliativsituation dar.

Quelle: Literatur:
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