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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. August 2003 Chemotherapie assoziierte Diarrhoe: Budenosid bei Loperamid-Resistenz

Supportivtherapie

Budesonid hat sich als wirksam bei Loperamid-resistenter, durch 5-FU- oder Irinotecan-induzierte Diarrhoe erwiesen. Auf dem ASCO 2003 wurde eine Multizenterstudie vorgestellt, die darauf hinweist, dass Budesonid sogar eine Irinotecan-induzierte Diarrhoe verhindern könnte.
Etwa 80% der Patienten entwickeln unter einer Chemotherapie mit Irinotecan oder 5-FU eine Diarrhoe, ca. 20% davon eine Diarrhoe Grad 3/4, die potenziell lebensbedrohlich ist. Die Mortalität ist vor allem in Kombination mit einer Neutropenie sehr hoch mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 5%, berichtete Dr. Peter Reichardt, Berlin.
Behandlungsoptionen sind Verzicht auf Milch und Milchprodukte, Alkohol und fettes Essen sowie eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme in Kombination mit Loperamid (Anfangsdosis von 4 mg, dann 2 mg nach jedem Stuhlgang). Patienten, die innerhalb von 24 nicht darauf ansprechen erhalten das Somatostatin-Analogon Octreoid in einer Dosierung von 100 bis 150 mg (3xtägl. sc.).
Gut wirksam bei Loperamid-resistenter Diarrhoe ist auch Budesonid, wie eine Studie von B.H. Lenfers et al. an 21 Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom und Loperamid-refraktärer Diarrhoe belegt. Von diesen Patienten hatten 14 eine Irinotecan-, 7 eine 5-FU-induzierte Diarrhoe Grad 3/4. Bei 86% der mit Irinotecan und 57% der mit 5-FU behandelten Patienten reduzierte Budesonid 3 x 3mg als Einzeldosis am Morgen gegeben die Diarrhoe um mindestens zwei Schweregrade.
Auf dem diesjährigen ASCO wurde eine doppelblinde, plazebokontrollierte, randomisierte Multizenterstudie (Phase III; Abstract #2935) vorgestellt, die zeigt, dass Budenosid möglicherweise sogar eine Irinotecan-induzierte Diarrhoe verhindern kann. Eingeschlossen waren 56 Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalen Karzinom unter Irinotecan-Monotherapie. Sie erhielten täglich 3 x 3 mg Budesonid (n= 23) oder Plazebo (n=26). Die Patienten in der Budesonidgruppe hatten weniger häufig Durchfall (im Mittel 0,7 vs. 2,2 Episoden) und die Dauer der Durchfallepisoden war kürzer als bei den Patienten in der Plazebogruppe (0,9 vs. 1,3 Tage). Loperamid als Rescue-Medikation wurde häufiger in der Plazebo- als in der Budesonidgruppe benötigt (55,6 vs. 41,7 Prozent).

as

Quelle: Falk Workshop: Topische Steroide in der Gastroenterologie und Hepatologie, Berlin, Juni, 2003


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