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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

15. Dezember 2009 Chemoimmuntherapie mit Rituximab: Standard in der Lymphomtherapie

Wo früher wenig Hoffnung für Patienten bestand, sind heute Verlängerung des progressionsfreien Überlebens, krankheitsfreies Überleben und Heilung etablierte Therapieziele in der Behandlung von Lymphompatienten. „Das Prinzip der kurzen Wege gestattet unseren Patienten die optimale ambulante Behandlung. So werden Klinikaufenthalte unnötig, zum Vorteil des Patienten“, so Dr. Hans-Jörg Cordes, Ambulantes Krebszentrum Schaubstraße, Frankfurt. Standard in der modernen Lymphomtherapie ist seit über 10 Jahren auch der monoklonale Antikörper Rituximab.
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Bei Patienten mit aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) erhöht Rituximab (MabThera®) die Heilungschancen. Immer mehr Patienten mit follikulärem NHL leben mit ihrer Krankheit länger, und bei Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) verlängert eine Chemoimmuntherapie mit Rituximab das progressionsfreie Überleben deutlich. 





CLL: Verlängerung des progressionsfreien Überlebens 


Bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CLL kann mit der Kombination Fludarabin/Cyclophosphamid plus Rituximab (FCR) das progressionsfreie Überleben um 10 Monate gegenüber alleiniger Chemotherapie Fludarabin/Cyclophosphamid (FC) verlängert und die Rate der kompletten Remissionen mit 24% im Rituximab-Arm gegenüber 13% in der Kontrollgruppe nahezu verdoppelt werden (p=0,0007) [1]. Auch in der Erstlinientherapie der CLL kann mit dem FCR-Regime das progressionsfreie Überleben um 10,5 Monate von 32,3 auf 42,8 Monate gegenüber dem FC-Regime verlängert und die Rate der kompletten Remissionen von 22,9% unter FC auf 44,5% unter FCR erhöht werden [2]. 





Individuelle Chemotherapiewahl plus Rituximab 



Die Zulassung von Rituximab mit jeder Chemotherapie ermöglicht es den Ärzten, die CLL-Behandlung an den Gesundheitszustand des Patienten anzupassen, indem sie zwischen Dreifach- oder Zweifachkombinationen wählen oder die Dosis der Chemotherapie reduzieren können. In der Erstlinien- und Rezidivtherapie der CLL wird eine Dosierung von 375 mg/m2 Körperoberfläche im ersten Zyklus, gefolgt von 500 mg/m2 Körperoberfläche in den Zyklen 2 bis 6 empfohlen. 



Follikuläres und aggressives NHL 



In der Erstlinientherapie des follikulären NHL (Abb. 1) ist Rituximab in Kombination mit jeder Chemotherapie seit Januar 2008 zugelassen (in Kombination mit einer CVP-Chemotherapie schon seit August 2004). „In dieser Indikation hat sich die Verlängerung des krankheitsfreien Intervalls wie auch der Überlebenszeit als Therapieziel im Praxisalltag fest etabliert“, so Prof. Kai Uwe Chow, Ambulantes Krebszentrum, Frankfurt/Main. Beim aggressiven Lymphom erzielt Rituximab in Kombination mit einer CHOP-Chemotherapie bislang die höchsten dokumentierten Heilungsraten [3]. 



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Abb. 1: Erstlinien-Therapie Follikuläre Lymphome, Grad 1 und 2

1. Hallek M et al. 50th ASH Annual Meeting, San Francisco, 6.-9. Dezember 2008; Abstr. #325 

2. Herold et al. Rituximab added to first-line mitoxantrone, clorambucil, and prednisolone chemotherapy followed by interferon maintenance prolongs survival in patients with advanced follicular lymphoma: an East German Study Group Hematology and Oncology Study. J Clin Oncol. 2007; 25: 1986-1992. 

3. Pfreundschuh M et al. Six vs. eight cycles of bi-Weekly CHOP-14 with or without rituximab for elderly patients with diffuse large B-Cell lymphoma (DLBCL): results of the completed RICOVER-60 trial of the German High-Grade Non-Hodgkin Lymphoma Study Group (DSHNHL). Blood 2006; 107: 205.

Roche-Praxisworkshop „Moderne Lymphomtherapie mit Rituximab – 3 Indikationen, 3 Kasuistiken. Ein Praxisbericht“, Frankfurt am Main, 12.11.2009

Quelle:


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