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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

13. Oktober 2015 Checkpoint-Inhibitoren – neue Kombinations- und Sequenzstrategien

CheckMate-069 war die erste Studie, welche die Kombination von 2 Checkpoint-Inhibitoren prüfte, Ipilimumab plus Nivolumab. Mit diesem doppelten Ansatz konnten mehr Remissionen und sogar mehr komplette Remissionen erzielt werden. „Wo dies gelingt, besteht die Hoffnung, die Patienten zu heilen“, sagte Prof. Ralf Gutzmer, Hannover.

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Allerdings waren unter dem kombinierten Ansatz auch Anzahl und Schwere der Nebenwirkungen erhöht. 55% der Patienten hatten AEs (adverse events) von Grad 3-4, die insbesondere Haut, Gastrointestinaltrakt, Leber und das endokrine System betreffen. Das Gleiche zeigte sich in der CheckMate-067-Studie. „Aus dieser Studie können wir einiges lernen, was vorher noch nicht so deutlich war“, so Gutzmer. Die meisten Patienten hatten bereits im 1. Staging ein objektives Ansprechen gezeigt. Viele haben zwar die Studie abgebrochen, doch das Ansprechen hielt auch nach Absetzen der Therapie an.

Effektivität und Verträglichkeit einer Sequenztherapie prüft die CheckMate-064-Studie, deren Ergebnisse auf dem ECC erwartet werden. Auch die Kombinationen von zielgerichteter Therapie mit Immuntherapie, Interferon alpha und Anti-PD-1-Antikörpern sowie die Therapie mit onkolytischen Viren (T-VEC) und Checkpoint-Inhibitoren werden aktuell in Studien untersucht.

Während sich vor wenigen Jahren die Therapieauswahl für Patienten mit fortgeschrittenem Melanom auf wenig wirksame Chemotherapeutika beschränkte, steht heute für das BRAF-mutierte Melanom eine Reihe von Substanzen mit vergleichbar guter Effektivität zur Verfügung. Für die Therapieentscheidung gibt es „harte und weiche“ Entscheidungskriterien, berichtete Prof. Carola Berking, München. Zu ersteren zählen Effektivität, Toxizität, Komorbiditäten, Tumorlast und Zulassungsstatus. Weiche Kriterien, die bei der Therapieauswahl mit einfließen, sind Applikationsart, Kosten, Biomarker und die Erfahrung des Behandlers.
 

Abb. 1: Diverse Therapieoptionen beim Melanom.
Abb. 1: Diverse Therapieoptionen beim Melanom.

 


Doch die Entscheidungen im klinischen Alltag sind für den Behandler oftmals eine große Herausforderung (Abb. 1), wie Dr. Carmen Loquai, Mainz, an Fallbeispielen verdeutlichte. Denn schon die Situation ist eine ganz andere als in den klinischen Studien. Legt man die Ausschlusskriterien aus den Zulassungsstudien von Nivolumab und Ipilimumab zugrunde, so wären etwa die Hälfte der Patienten, die man im klinischen Alltag sieht, nicht in die Zulassungsstudien eingeschlossen worden. Die Erfahrungen aus den Studien helfen v.a. beim Erlernen des Nebenwirkungsmanagements, so Loquai. Wichtig sei nun, mehr Erfahrungen zu sammeln hinsichtlich Therapielänge, Kontraindikationen, Sequenzen und möglicher Kombinationen. Es ist eine hohe Aufmerksamkeit gefordert. „Und wir brauchen ein Zeitkontingent, da wir die Patienten häufiger sehen“, so Loquai abschließend.

(as)

Quelle: Satellitensymposium „Die Wahl der optimalen Therapiesequenz - Die Rolle der Immunonkologie in der Therapie des malignen Melanoms“, 10.09.2015, München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


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