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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. November 2004 Cetuximab durchbricht Chemotherapieresistenz

Mit Erbitux® (Cetuximab) wurde in Deutschland erstmals eine gezielte Antikörpertherapie gegen den Epidermal Growth Factor Receptor (EGFR) zugelassen. Erstes zugelassenes Indikationsgebiet ist die Behandlung fortgeschrittener kolorektaler Karzinome in Kombination mit einer Irinotecan-haltigen Chemotherapie, wenn eine Irinotecan-haltige Chemotherapie zuvor versagt hat. Cetuximab ist auch in der First-Line-Therapie des kolorektalen Karzinoms und in Kombination mit Oxaliplatin hochwirksam.
Der Stellenwert von Cetuximab in der Darmkrebstherapie ist durch die Ergebnisse der randomisierten BOND-Studie (Bowel Oncology with Cetuximab Antibody) belegt: Bei vorbehandelten Patienten im metastasierten Stadium erzielte die Kombination aus Cetuximab und Irinotecan bei 32,4% der Patienten ein objektives Ansprechen und bei insgesamt 55,5% der Patienten mindestens einen Wachstumsstillstand.
Studiendaten, die im Rahmen der 40. Jahrestagung der American Society for Clinical Oncology (ASCO) in New Orleans vorgestellt wurden, eröffnen neue Perspektiven für einen noch wesentlich breiteren Einsatz des Biotherapeutikums, denn Cetuximab potenziert die Wirksamkeit unterschiedlichster Krebstherapien und ist in der Lage, eine bestehende Chemoresistenz zu durchbrechen.
Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cetuximab in der First-Line-Therapie von Patienten mit metastasiertem, kolorektalem Karzinom wurden im Rahmen von zwei getrennten Studien in Kombination mit FOLFOX 4 (Oxaliplatin, Folinsäure und 5-Fluorouracil) und FOLFIRI (Irinotecan, Folinsäure und 5-Fluorouracil) untersucht. Dabei profitierten 98% aller Patienten von der Oxaliplatin-haltigen und 88% aller Studienteilnehmer von der Irinotecan-haltigen Kombination mit Cetuximab.
Die Phase-II-Kombinationsstudie mit FOLFOX unter der Leitung von Dr. Josep Tabernero, Barcelona, schloss 42 Patienten mit EGFR-exprimierendem, metastasiertem kolorektalen Karzinom ein. Unter der Kombination aus Cetuximab und der Oxaliplatin-haltigen Chemotherapie verzeichneten zwei Patienten (5%) eine Vollremission, 32 Patienten (76%) eine Teilremission und bei 7 (17%) wurde eine Stabilisierung des Krankheitszustandes beobachtet. Die ERFLOX getaufte Kombination aus Cetuximab und FOLFOX zeigte ein akzeptables Sicherheitsprofil. Als Haupttoxizitäten vom Schweregrad 3 und 4 traten Diarrhö, Neutropenie und akneartiger Hautausschlag auf.
Die Phase-II-Kombinationsstudie mit FOLFIRI unter Leitung von Prof. Philippe Rougier, Boulogne, umfasste 40 Patienten mit EGFR-exprimierendem, metastasiertem kolorektalen Karzinom. FOLFIRI wurde alle zwei Wochen in folgender Dosierung verabreicht: Irinotecan 180 mg/m2, FA 400 mg/m2, 5-FU 400 mg/m2 als Bolus plus Infusion von 2400 mg/m2/46 h. Von den 40 Patienten, die für die Auswertung in Frage kamen, zeigten 17 eine Teilremission (43%) und 18 (45%) eine Stabilisierung des Krankheitszustandes. Fünf Patienten mit initial nicht resektierbaren Lebermetastasen konnten nach Bestätigung einer Teilremission operiert werden. Die häufigsten Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 und 4 waren Diarrhö (14%), Leukopenie (17%), Erbrechen (11%), Asthenie (7%) und Hautreaktionen (7%). Somit verstärkt Cetuximab in der als ERFLIRI bezeichneten Kombination nicht die typischen Grad 3 bis 4 Nebenwirkungen der FOLFIRI-Chemotherapie.
Derzeit laufen bereits mehrere große Phase-III-Studien, in denen Cetuximab in Kombination mit FOLFIRI in der First-Line-Therapie und in Kombination mit FOLFOX in der Second-Line-Therapie überprüft wird.

Quelle: Pressemitteilung Merck KG


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