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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Mai 2005 Cetuximab: Eine Option für Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren

Cetuximab ist derzeit in Kombination mit Irinotecan zur Behandlung des metastasierten kolorektalen Karzinoms nach Versagen einer Irinotecan-haltigen Therapie zugelassen. Darüber hinaus ist dieser Antikörper eine Behandlungsoption bei weiteren EGFR-exprimierenden soliden Tumoren, wie Dr. Jan B. Vermorken vom Universitätsklinikum Antwerpen am Beispiel der Kopf-Hals-Tumoren erläuterte.
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Bei den Kopf-Hals-Tumoren handelt es sich in der überwiegenden Mehrzahl um Plattenepithelkarzinome. Männer sind 3x so häufig betroffen wie Frauen, es besteht ein Zusammenhang zwischen Nikotin- und Alkoholabusus und meist handelt es sich um ältere Patienten in schlechtem körperlichen Allgemeinzustand. Eine pulmonale und kardiovaskuläre Komorbidität sowie Mangelernährung sind sehr häufig und schränken die Therapiemöglichkeiten ein. Die Chemotherapie spielt bei Kopf-Hals-Tumoren eine Rolle im Rezidiv oder im metastasierten Stadium und damit bei einem Großteil der Patienten, denn auch wenn der Tumor reseziert werden kann, erleiden 60% ein Rezidiv bei fortgeschrittener Erkrankung. Eine neue Behandlungsoption für dieses Patientenkollektiv bietet Cetuximab, da 80-100% der Plattenepithelkarzinome den EGF-Rezeptor exprimieren.
Inzwischen werden mehr als 1000 SCC-Patienten im Rahmen von klinischen Studien mit Cetuximab behandelt. Eine platinbasierte Kombinationstherapie mit Cetuximab ist selbst noch bei platinrefraktären Patienten effektiv, wie eine Phase-II-Studie mit 96 Patienten zeigen konnte (Baselga et al. 2002). Die Remissionsrate lag bei 11% und die Rate der Krankheitsstabilisierung war mit 36% außergewöhnlich hoch, bemerkte Vermorken.
In einer Phase-III-Studie von Banner et al. an 424 Patienten mit lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen konnte durch die Gabe von Cetuximab zusätzlich zu einer Hochdosis-Radiotherapie im Vergleich zur alleinigen Therapie eine signifikante und klinisch bedeutsame Verlängerung des Gesamtüberlebens erzielt werden (median 28 vs. 54 Monate) sowie eine bessere lokale Tumorkontrolle. Die 2-Jahresüberlebensraten lagen bei 55% vs. 62%, die 3-Jahresüberlebensraten bei 44% vs. 57%. Cetuximab erwies sich als sehr gut verträglich und verursachte keine stärkeren Radiotherapie-bedingten Nebenwirkungen wie z.B. Mukositis. Der nächste Schritt wird laut Vermorken die Kombination von Cetuximab mit einer Radiochemotherapie sein.
Weiter solide Tumoren, die EGFR exprimieren und für die Cetuximab eine zukünftige Therapieoption darstellen könnte sind das nichtkleinzellige Bronchialkarzinom, das Pankreaskarzinom und das Ovarialkarzinom.

as

Quelle: Brüssel, 8. März 2005. Veranstalter: Merck


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