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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

03. Juli 2014 CRYSTAL-Studie: Überlebensvorteil durch Cetuximab bei all-RAS-Wildtyptumoren noch ausgeprägter

ASCO - 30. Mai - 03. Juni 2014, Chicago, USA

In einer weiteren Auswertung der CRYSTAL-Daten, die neu gefundene RAS-Mutationen berücksichtigte, zeigte sich bei den all-RAS-Wildtyp-Patienten ein noch größerer Vorteil im Gesamtüberleben und progressionsfreien Überleben durch Cetuximab, als in der ersten Auswertung, bei der nur Patienten mit KRAS-mutierten Tumoren ausgeschlossen waren.

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Therapieziele beim metastasierten Kolorektalkarzinom sind Verlängerung des Überlebens, Symptomkontrolle, Resektion und Lebensqualität. Diese Ziele überlappen sich und es gibt keine klaren Grenzen. Standard in der Erstlinie ist eine Doppelchemotherapie (FOLFOX oder FOLFIRI). Die Therapieentscheidung in der Erstlinie hat den größten Einfluss auf das Gesamtüberleben, betonte Stintzing. Eine Mutation von RAS in der intrazellulären Signalkaskade ist ein negativer Prädiktor für eine Anti-EGFR-Therapie. Patienten mit Tumoren von all-RAS-Wildtyp (KRAS exon 2 + neue RAS-Mutationen) profitierten von dem Anti-EGFR-Antikörper Cetuximab in einem hohen Ausmaß. Dies ergab die retrospektive Analyse der KRAS exon 2 Wildtyptumoren von Patienten aus der CRYSTAL-Studie. Der Mutationsstatus konnte bei 430 von ursprünglich 666 Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren evaluiert werden. Bei 65 Patienten wurden unter Einsatz der sehr sensitiven BEAMing-Technologie zusätzliche neue RAS-Mutationen entdeckt. Wurden auch diese Patienten bei der Auswertung ausgeschlossen, so verbesserte sich das mediane Gesamtüberleben in der all-RAS-Wildtyp-Gruppe auf 28,4 Monate mit Cetuximab im Vergleich zu 20,2 Monaten im alleinigen Chemotherapie-Arm (HR 0,69; p=0,0024) (Abb. 1). Dies entspricht einer mehr als 30%igen Reduktion des Mortalitätsrisikos. Die Ansprechrate lag im Cetuximab-Arm bei 66,3% vs. 38,6% unter FOLFIRI allein (p<0,0001), das mediane progressionsfreie Überleben beträgt nun 11,4 Monate mit Cetuximab im Vergleich zu 8,4 Monaten unter FOLFIRI (HR 0,56; p=0,0002). Zum Vergleich: Bei KRAS-Wildtyp-Tumoren war der Vorteil im OS weniger ausgeprägt (23,5 vs. 20,0 Monate; HR 0,80; p=0,0093), ebenso das PFS (9,9 vs. 8,4 Monate; HR 0,70; p=0,0012) und das Gesamtansprechen (57,3% vs. 39,7%; p<0,0001).

 

Abb. 1: Medianes Gesamtüberleben der all-RAS-Wildtyp-Gruppe.
 

Bei all-RAS-Mutationen hatte Cetuximab weder einen positiven noch einen negativen Effekt. Aufgrund dieses Ergebnisses kann eine Anti-EGFR-Therapie mit Cetuximab bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom in Zukunft noch gezielter eingesetzt werden.

as

Abstract LBA443, ASCO 2014 und Media round table, Chicago, 2.6.2014


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