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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

16. Dezember 2019 CAR-T-Zell-Therapie: 1 Jahr klinische Praxis mit Axi-Cel

Axicabtagen-Ciloleucel (Axi-Cel; Yescarta®) ist eine von derzeit 2 zugelassenen, gegen CD19 gerichteten Immuntherapien mit genetisch modifizierten autologen T-Zellen. Das Produkt steht seit mehr als einem Jahr zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus-großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) und primär mediastinalem großzelligen B-Zell-Lymphom (PMBCL) nach 2 oder mehr systemischen Therapien zur Verfügung. Die Wirksamkeit wurde in der offenen, einarmigen Phase-II-Studie ZUMA-1 nachgewiesen.
Wie Prof. Dr. Max Topp, Würzburg, sagte, waren einem kürzlich publizierten Update zufolge nach 2 Jahren noch 50,5% der Patienten am Leben (1). Zudem gebe es Hinweise, dass das Ansprechen und die Verträglichkeit umso besser sind, je früher die Therapie begonnen wird und je geringer die Tumorlast ist (2, 3). Weltweit wurde bzw. wird Axi-Cel bei etwa 1.000 Patienten angewendet, in Deutschland bei ca. 100. Wie Prof. Dr. Peter Dreger, Heidelberg, berichtete, gebe es derzeit 24 deutsche Zentren, die eine CAR-T-Zell-Therapie durchführen. Am Universitätsklinikum Heidelberg kamen bisher bei 55 Anfragen 30 Patienten grundsätzlich dafür infrage – 23 davon hätten die Einschlusskriterien der ZUMA-1-Studie nicht erfüllt. Die Entscheidung fällt in 2 Tumorboards, wobei ein Alter ≥ 65 Jahre, eine chemorefraktäre Erkrankung oder ein Rezidiv nach allogener Stammzelltransplantation positive Kriterien sind. Für alle 26 letztlich geeigneten Patienten wurde der Kostenübernahme-Antrag bewilligt. Von der Apharese bis zur Reinfusion vergingen etwa 8 Wochen, was laut Dreger „für viele Patienten problematisch ist“.

Durchgeführt wurde die Therapie mit Axi-Cel bei 15 Patienten. 80% entwickelten ein Zytokinfreisetzungssyndrom. „Am meisten beschäftigt hat uns die Neurotoxizität“, so Dreger. Entsprechende Symptome erreichten bei 27% Grad 3-4, diese konnten jedoch mit Steroiden gut behandelt werden. Es gab keine behandlungsbedingten Todesfälle. Die objektive Ansprechrate betrug 93% mit einer Komplettremissionsrate von 40%. Offene Fragen betreffen die Patientenselektion, prädiktive Faktoren, die Bridging-Therapie und die Prä-CAR-T-Krankheitskontrolle. Unterstützung gibt ein aktuelles Konsensuspaper, in dem praxisrelevante Fragen zur CAR-T-Zell-Therapie adressiert werden (4).

Anne Krampe-Scheidler

Quelle: Symposium „CAR-T-Zell-Therapie: 1 Jahr klinische Praxis mit Axi-Cel in Deutschland“, DGHO, 11.10.2019, Berlin; Veranstalter: Gilead

Literatur:

(1) Locke FL et al. Lancet Oncol 2019;20(1):31-42.
(2) Locke FL et al. EHA 2018; abstr. S801 + presentation.
(3) Locke FL et al. ASCO 2018; abstr. 3039 (Poster).
(4) Jain T et al. Biol Blood Marrow Transplant 2019; pii: S1083-8791(19)30529-4.


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