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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

21. Februar 2014 CAIRO 3: Erhaltungstherapie mit Capecitabin/Bevacizumab ist klar im Vorteil

ASCO GI 2014 - Kolorektalkarzinom

Die CAIRO-3-Studie hat einen weiteren Hinweis darauf gebracht, dass eine kontinuierliche VEGF-Hemmung während der ersten Therapielinie eine Möglichkeit darstellt, die Prognose deutlich zu verbessern. Die Erhaltungstherapie mit Capecitabin (Xeloda®) plus Bevacizumab verzögert klar die Progression.

Für die CAIRO-3-Studie wurden 558 Therapie-naive Patienten mit mCRC randomisiert, die nach einer Induktionstherapie mit 6 Zyklen Capecitabin, Oxaliplatin und Bevacizumab (CAPOX-B) progressionsfrei waren. Nach Induktionstherapie erhielten die Patienten entweder keine weitere Therapie oder eine Erhaltungstherapie mit Capecitabin (625 mg/m2 bid täglich) plus Bevacizumab (7,5 mg/kg alle 3 Wochen) bis zum Progress (PFS1). Im Anschluss wurden die Patienten erneut mit CAPOX-B bis zum zweiten Progress (PFS2, primärer Endpunkt) behandelt. Ein weiterer sekundärer Endpunkt war die mediane Zeit bis zur erneuten Progression bzw. Tod oder Einsatz einer anderen Therapie (TTP2). Die Endpunkte wurden kalkuliert ab der Zeit der Randomisierung und enthielten nicht die Zeit der Induktionstherapie mit 6x CAPOX-B. Dr. Miriam Koopman, Utrecht, präsentierte auf dem ASCO GI die Daten nach einem medianen Follow-up von 48 Monaten (Cutt-off 6.1.2014).

 

Abb. 1: Gesamtüberleben in Abhängigkeit vom Ansprechen auf die Induktionstherapie.
OBs= Beobachtung, Maint= Erhaltung.

Bei Erhaltungstherapie mit Capecitabin plus Bevacizumab lag das mediane PFS1 bei 8,5 Monaten, ohne Behandlung bei 4,1 Monaten. Der Unterschied war signifikant (HR 0,43; p<0,0001).

Nach dem ersten Progress wurden 168 (60%) der Patienten aus der Beobachtungsgruppe und 132 (48%) der vorherigen Erhaltungstherapiegruppe erneut mit CAPOX-B behandelt. Dadurch verlängerte sich signifikant das PFS2 (11,7 Monate bei Erhaltungstherapie vs. 8,5 Monate ohne Behandlung (HR 0,67; p=0,0001). Patienten aus der Beobachtungsgruppe bzw. Erhaltungsgruppe, die nach dem ersten Progress kein CAPOX-B erhalten hatten wurden am häufigsten mit CAP-B oder 5-FU-B (49% bzw. 12%) oder Irinotecan (18% bzw. 42%) erneut behandelt.

Die mediane Zeit bis zur erneuten Progression bzw. Tod oder Einsatz einer anderen Therapie (TTP2) war bei vorheriger Erhaltungstherapie mit Capecitabin plus Bevacizumab mit 13,9 Monaten signifikant länger als im Vergleichsarm mit 11,1 Monaten (HR 0,68; p<0,0001). Das mediane OS unterschied sich in beiden Gruppen nicht signifikant und betrug im Erhaltungsarm 21,6 vs. 18,1 Monate (HR 0,89; p=0,22).

Die Lebensqualität war während der Zeit der Erhaltungstherapie mit Bevacizumab nicht schlechter als in der Beobachtungsgruppe (Punt et al. ECCO/ESMO 2013).

Den größten Vorteil im medianen Gesamtüberleben durch Erhaltungstherapie mit CAPOX-B hatten Patienten, die auf eine Induktionstherapie mit einer CR oder PR angesprochen hatten (Erhaltung vs. Beobachtung: 24,1 vs. 18,8 Monate), während der Unterschied bei Patienten mit SD auf Induktionstherapie weniger ausgeprägt war (16,9 vs. 15,2 Monate). Einen ebenfalls größeren Vorteil von der Erhaltungstherapie hatten Patienten mit synchronen Tumoren, deren Primärtumor reseziert wurde (25,0 vs. 18,0 Monate). Patienten mit synchronen Tumoren, deren Primärtumor nicht reseziert wurde und jene mit metachronen Tumoren schienen von der Erhaltungstherapie nicht profitiert zu haben (14,9 vs. 16,3 Monate bzw. 24,5 bzw. 25,8 Monate). Dies sollte in weiteren Studien bestätigt werden, so Koopman.

Nun gilt es die Patienten zu identifizieren, bei denen eine Behandlungspause sicher eingelegt werden kann, bemerkte Neal J Meropol, in der Diskussion.

Abstract LBA 388. Oral Presentation


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