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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. Juni 2017 Breite Aktivität von Aflibercept beim metastasierten CRC

Biomarker-Analysen der Phase-III-Studie VELOUR sprechen für eine breite Wirksamkeit von Aflibercept im Rahmen der Zweitlinientherapie bei verschiedenen molekularen Subgruppen von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC). Besonders stark profitieren Patienten mit mutiertem BRAF von Aflibercept zusätzlich zu FOLFIRI.
In der VELOUR-Studie hat sich der Angiogenesehemmer Aflibercept bei gut 1.200 vorbehandelten mCRC-Patienten in Kombination mit dem FOLFIRI-Regime bewährt (1): Im Vergleich zu FOLFIRI allein wurde eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS, primärer Endpunkt) um 1,4 Monate erreicht (13,5 vs. 12,1 Monate; p=0,0032). Auch beim  progressionsfreien Überleben zeigte sich ein signifikanter Vorteil zugunsten von Aflibercept (6,9 vs. 4,67 Monate; p=0,00007).

In der Onkologie spielen Biomarker heute eine wichtige Rolle, um Patienten einer personalisierten Therapie zuführen zu können. Jetzt wurden retrospektiv Biomarker-Profile von 482 Tumorproben der VELOUR-Studie mittels Next-Generation-Sequencing analysiert (2). Untersucht wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen OS und BRAF, KRAS, NRAS sowie erweitertem RAS (KRAS Exon 2, neue RAS-Mutationen). Wie Dr. Mark Sievert, Global Oncology Medical Affairs von Sanofi, erläuterte, war die auf Biomarker analysierte Subpopulation repräsentativ für das Gesamtkollektiv von VELOUR.

In den verschiedenen RAS-Gruppen zeigte sich kein differenzieller Therapieeffekt. Allerdings scheinen Patienten mit RAS-Wildtyp etwas stärker von der zusätzlichen Aflibercept-Gabe zu profitieren als Patienten mit mutiertem RAS. Die Tumorlokalisiation im Kolon (links vs. rechts) hatte ebenfalls keinen Einfluss auf die Aktivität von Aflibercept.

Ein ausgeprägter Vorteil zugunsten der Aflibercept-Addition ergab sich für die prognostisch ungünstigen BRAF-mutierten Patienten: Das Mortalitätsrisiko wurde durch das Aflibercept-Regime im Vergleich zu FOLFIRI allein nahezu halbiert (HR=0,55). VELOUR ist die erste randomisierte Studie, in der eine Interaktion zwischen BRAF und Angiogenesehemmung demonstriert werden konnte. Allerdings handelt es sich um ein kleines Kollektiv, sodass die Daten weiter validiert werden müssen. Grundsätzlich konnte im Rahmen dieser Biomarker-Analyse keine Subgruppe definiert werden, bei der die Aflibercept-Addition ohne Benefit war, erklärte Sievert abschließend. Behandelnde Ärzte können den Angiogenesehemmer damit im Rahmen der Zweitlinientherapie breit einsetzen.

Katharina Arnheim (ka)

Quelle: General Poster Session „Gastrointestinal (Colorectal) Cancer”, 03.06.2017, ASCO 2017, Chicago

Literatur:

(1) van Cutsem E et al. J Clin Oncol 2012; 30:3499-506.
(2) Wirapati P et al. ASCO 2017, Abstr. 3538.


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