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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Februar 2015 Bedeutung von Lebensqualität und Ernährung bei Pankreaskarzinom-Patienten

Dr. Felix K. Tauchert, Frankfurt, PD Dr. Kristina Norman, Berlin.

Beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom stehen die Behandlungsziele Verlängerung der Überlebenszeit und Lebensqualität meist nicht im Einklang, wie Dr. Felix K. Tauchert, Frankfurt, ausführte. Das Therapieziel im fortgeschrittenen Stadium war lange Zeit die Verbesserung der Symptomatik, was sich in der Zulassungsstudie von Gemcitabin widerspiegelt, in der der klinische Benefit der primäre Studienendpunkt war (1). Dass sich mit einer erfolgreichen Symptomkontrolle auch die Lebensqualität der Patienten verbessert, will die QoliXane-Studie für Pankreaskarzinom-Patienten unter einer Erstlinientherapie aus nab-Paclitaxel + Gemcitabin zeigen (Abb. 2). Offen bleibt, wie die Lebensqualität im klinischen Alltag optimal gemessen werden kann. "Die Dokumentation mit Fragebögen wie dem EORTC-QLQ-C30 hat sich wegen der "Überlänge" der Fragen als nicht praktikabel erwiesen, wohingegen EQ-5D mit nur 2 Fragen in der klinischen Praxis am häufigsten verwendet werden dürfte", so Tauchert. Der Patient kommt am Tablet-PC mit der Beantwortung der Fragen allein meist nicht zurecht. "Um herauszufinden, wie es dem Patienten geht, ist letztendlich das Einzige, was hilft, ausführlich mit ihm zu reden", kommentierte Tauchert.

 

Abb. 2: QoliXane Studiendesign.
 

Wichtig für den Erhalt der Lebensqualität ist auch ein ausreichender Ernährungszustand und Erhalt der Muskelmasse. Wie PD Dr. Kristina Norman, Berlin, erläuterte, führen katabolische und OP-assoziierte Faktoren häufig zu Mangelernährung und Kachexie. Damit einher geht eine schlechtere Prognose für das Langzeitüberleben (2). Eine Mangelernährung liegt vor, wenn der Patient mehr als 5-10% seines Körpergewichts in den letzten 6 Monaten verloren hat (3), der BMI hat keine Aussagekraft. "Von den 55,9% der Patienten mit Pankreaskarzinom, die eine Sarkopenie entwickeln, sind nur 10% untergewichtig, 50% normal- und 40% übergewichtig. "Dick" bedeutet nicht, dass ein guter Ernährungszustand vorliegt", betonte sie. Die S3-Leitlinie (4) sieht für Patienten mit Pankreaskarzinom keine spezifischen Ernährungsempfehlungen vor, eine routinemäßige enterale Ernährung ist nach der vorliegenden Datenlage nicht indiziert. Ist die Energie- und Nährstoffzufuhr über die orale Nahrung nicht gesichert und besteht die Gefahr für Verdauungsbeschwerden und Stoffwechselentgleisungen, sollte ein Ernährungsstufenplan durchgeführt werden, beginnend mit einer Ernährungsberatung. Stufenweise finden dann Trinknahrung, enterale und parenterale Ernährung Anwendung. "Es ist wichtig, beim Pankreaskarzinom den Bogen über die reine Onkologie hinaus hin zur besseren Versorgung der Patienten hinsichtlich ihrer Lebensqualität zu spannen. Die Ernährungssituation spielt dabei eine ganz wichtige Rolle", so das Fazit von Prof. Hanno Riess, Berlin.


Literaturhinweise:
(1) Burris HA et al. J Clin Oncol 1997;15:2403-13.
(2) Bachmann J et al. J Gastointest Surg 2008;12:1193-1301.
(3) Fearon K et al. Lancet Oncology 2011;12:489-95.
(4) S3-Leitlinie Exokrines Pankreaskarzinom, Langversion 1.0, 2013. Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF.


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