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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

22. Mai 2005 Bedeutung von Docetaxel in der Firstline und Secondline-Therapie des NSCLC

Therapieziele in der Palliativsituation beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) sind die Verbesserung der Lebensqualität, aber auch die Verlängerung der Lebenszeit, betonte Prof. Frank Griesinger, Gießen. Die höchsten 2-Jahresüberlebensraten wurden bisher mit der Kombination Docetaxel-Cisplatin erreicht. Aufgrund dieser Daten haben EMEA und FDA Doxetaxel für die Firstline-Therapie des NSCLC in Kombination mit einer 2. Substanz zugelassen. In der Second-line erwies sich in einer aktuellen Studie die wöchentliche Applikation von Docetaxel in niedrigerer Dosierung als interessante, da weniger toxische Alternativ.
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Die Chemotherapie des NSCLC sollte platinbasiert sein und mit einer zweiten Substanz kombiniert werden. Durch die Kombination mit neueren Substanzen lassen sich heute 1-Jahresüberlebensraten von 30-40% und 2-Jahresüberlebensraten bis zu 20% erzielen, berichtete Griesinger. Den Vorteil von Cisplatin belegte erstmals eine Metaanalyse von mehr als 20 Studien, in denen Cisplatin mit Best Supportive Care (BSC) verglichen wurde. Es ergab sich eine Differenz in der medianen Überlebenszeit von 1,5 Monaten zugunsten von Cisplatin. Diese Daten wurden später durch 4 prospektive, randomisierte Studien bestätigt. Eine mediane Überlebenszeitverlängerung von rund 6 Wochen erscheint nicht viel. Allerdings gab Griesinger zu bedenken, dass etwa 30% der Patienten auf eine Therapie ansprechen und oft einen größeren Überlebensvorteil von einer Cisplatin-Therapie haben, während die Non-Responder auf Chemotherapie und BSC gleich gut ansprechen.
Die Kombination von Cisplatin mit einer neuen Substanz (Vinorelbin, Gemcitabin, Paclitaxel oder Docetaxel) ist effektiver als Cisplatin allein oder die Kombination von Cisplatin mit einer alten Substanz. In einer aktuellen Metaanalyse war die Kombination mit Gemcitabin den Kombinationstherapien mit Substanzen der ersten Generation überlegen. Es ergab sich ein signifikanter Vorteil für das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben gegenüber den älteren Substanzen (Lung Cancer 2005). In der aktuellen Studie von Kubota et al. (JCO 2004) wurde unter der Kombination Cisplatin/Docetaxel ein signifikant längeres Gesamtüberleben und progressionsfreies Überleben als unter Vindesin und Cisplatin mono erzielt.
In der Studie von Schiller et al., die 2002 im NEJM veröffentlicht wurde, waren die Kombinationen Cisplatin/Paclitaxel, Cisplatin/Gemcitabin, Cisplatin/Docetaxel und Carboplatin/ Paclitaxel im Hinblick auf das Gesamtüberleben gleich effektiv. Ebenfalls kein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben ergab der Vergleich Carboplatin/Paclitaxel vs. Cisplatin/Vinorelbin. Eine signifikante Verbesserung der 2-Jahresüberlebensrate im Vergleich zu Cisplatin/Vinorelbin konnte hingegen mit der Kombination Docetaxel/Cisplatin in der Tax 326 Studie erzielt werden (21 vs. 14%), in die 1200 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC eingeschlossen waren. Es traten unter der Docetaxel/Cisplatin-Kombination signifikant weniger Anämien, Übelkeit und Erbrechen auf als im Vergleichsarm. Ebenso litten weniger Patienten unter Fatigue und der Gewichtsverlust war unter der Taxankombination geringer, was Griesinger als einen wesentlichen Parameter bezeichnete.

Secondline-Therapie
In der Secondline-Therapie des NSCLC konnten erst mit Docetaxel relevante Remissionraten erzielte werden, sagte Dr. Wolfgang Schütte, Halle. Die entscheidenden Daten lieferten die Studien von Shepard et al. (JCO 2000) und Fossella et al. (JCO 2000), in denen sich Docetaxel in einer Dosierung von 75 mg/m2 in der Secondline-Therapie Best Supportive Care bzw. Vinorelbin oder Ifosfamid als überlegen erwiesen hatte. In der Fossella-Studie zeigte sich außerdem, dass 75 mg/m2 günstiger sind als 100 mg/m2, da unter der höheren Dosierung das Toxizitätsproblem in den Vordergrund rückt. Darauf hin wurde in den ASCO Guidelines für die Secondline-Therapie des NSCLC 75 mg/m2 Docetaxel alle 3 Wochen als Standardtherapie festgelegt.
In einer aktuellen, randomisierten zweiarmigen Studie (ASCO 2004 # 7036) erwies sich die wöchentliche Applikation von 35 mg/m2 (Tag 1, 8 und 15 mit Wiederholung am Tag 28) im Vergleich zum Therapiestandard als besser verträglich bezüglich Anämie, Leukopenie und Alopezie. Ebenso konnte ein, wenn auch nicht signifikantes, längeres medianes Überleben unter der wöchentlichen Applikation nachgewiesen werden (9,2 vs. 6,3 Monate), bei einem 1-Jahresüberleben von 39,5% im wöchentlichen Arm und 26,9% im dreiwöchentlichen Arm. Schütte betonte, da die wöchentliche Applikation weniger toxisch ist, würde sie auch für Patienten mit einem schlechten Performance-Status eine interessante Alternative darstellen.

as

Quelle: Therapie des NSCLC heute: Moderne Chemotherapie schafft längeres Leben. Berlin, 17. März 2005. Veranstalter: Sanofi-Aventis


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