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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. März 2015 Aktuelles aus der Supportivtherapie

Ende November 2014 fand in Heidelberg eine Fortbildung zur onkologischen Supportivtherapie statt, die gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Krebsgesellschaft (ASORS) und der Deutschen Osteoonkologischen Gesellschaft (DOG) gestaltet wurde. Die Supportivtherapie ist ein elementarer Baustein moderner onkologischer Therapiekonzepte. Sie stellt sicher, dass diese so effektiv und nebenwirkungsarm wie möglich durchgeführt werden können, damit die Lebensqualität der Patienten weitgehend erhalten bleibt. Durch die sich ständig verändernden und komplexen Strategien und die kontinuierliche Verbesserung der onkologischen Medikamente erweitert und verändert sich jedoch auch das Nebenwirkungsspektrum und stellt Therapeuten vor neue Herausforderungen. Daher ist eine kontinuierliche Weiterbildung über supportive Strategien erforderlich.

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Zum Thema Osteoonkologie bei Patientinnen mit Mammakarzinom referierte Prof. Ingo Diel, Mannheim. Er verdeutlichte, dass skelettale Ereignisse mit Schmerzen verbunden sind und diese die Lebensqualität der Patientinnen erheblich beeinträchtigen. Er erläuterte die therapeutischen Möglichkeiten bei skelettalen Komplikationen und ging insbesondere auf die Wirksamkeit des RANK-Ligand-Antikörpers Denosumab im Vergleich zu Zoledronsäure ein. Die randomisierten Studien zeigten, dass die Gabe von Denosumab mit einer verzögerten Schmerzprogression bei Patientinnen ohne bzw. mit leichten Schmerzen einhergeht, und dass die Zeit bis zum ersten skelettalen Ereignis unter Therapie mit Denosumab signifikant länger ist. Dies bedeutet einen erheblichen Zugewinn an Lebensqualität für die Patientin, wie Diel zusammenfasste.

Das Thema "Bewegung und Sport bei Krebs", vorgetragen von Frau Prof. Karen Steindorf, Heidelberg, wurde von den Teilnehmern ebenfalls mit Spannung erwartet. Sie ging in ihrem Vortrag insbesondere auf die Ergebnisse der BEST-Studie (Bewegung und Entspannung bei Patientinnen mit Brustkrebs unter adjuvanter Strahlentherapie) ein. Ihre Schlussfolgerungen waren, dass das Krafttraining während der adjuvanten Bestrahlung ohne Komplikationen durchführbar ist, und dass das Training die Erschöpfung (Fatigue) signifikant verbessert, was sich positiv auf die Lebensqualität der Patientinnen auswirkt. Steindorf erläuterte mögliche Kontraindikationen und machte darauf aufmerksam, dass individuelle Besonderheiten seitens der Patientinnen berücksichtigt werden müssten.

Mit dem praktischen Management von Neutropenie und Infektionen beschäftigte sich Prof. Hartmut Link, Kaiserslautern. In seinem Vortrag ging er zunächst auf das Management von Fieber unklarer Genese bei neutropenischen Patienten ein und verwies hier insbesondere auf die Leitlinien der AGIHO, die erst kürzlich neu überarbeitet worden sind. Dann erläuterte er die evidenzbasierten Leitlinien der EORTC zur prophylaktischen Anwendung des Granulozyten-stimulierenden Wachstumsfaktors GCSF in Abhängigkeit vom Risiko der febrilen Neutropenie und präsentierte eigene Daten, die veranschaulichten, dass diese Leitlinien in Deutschland nur ungenügend umgesetzt werden. Da die febrile Neutropenie eine potenziell lebensbedrohliche Komplikation bei Tumortherapie darstellt, besteht laut Link ein dringender Verbesserungsbedarf der Anwendung der Leitlinienempfehlungen.

Schließlich widmete sich Frau Prof. Gerlinde Egerer, Heidelberg, der Thematik der modernen Antiemese. Obwohl die Fortschritte in der antiemetischen Therapie in den letzten 20 Jahren zu einer deutlichen Verminderung dieser von den Patienten sehr gefürchteten Nebenwirkungen einer Tumortherapie geführt haben, gibt es noch immer bestimmte Problemfelder, wie Egerer veranschaulichte. Sie stellte die aktuellen Antiemese-Leitlinien der ASCO/MASCC für Chemo- und Strahlentherapie vor und erläuterte den Verbesserungsbedarf. Oft wird in der Praxis das Risiko für Erbrechen unterschätzt und die Patienten erhalten eine unzureichende antiemetische Prophylaxe. Z.B sollte ihrer Meinung nach bei einer Hochdosischemotherapie vor Knochenmarktransplantation eine Dreifach-Antiemese unter Einschluss eines Neurokinin-1-Antagonisten wie Aprepitant erfolgen, wie ihre eigene, soeben publizierte Studie eindeutig zeigte. Weiterer Optimierungsbedarf besteht nach Meinung von Egerer in der Symptomkontrolle während der verzögerten Phase von Übelkeit und Erbrechen an den Folgetagen nach der Therapie sowie in der Verbesserung der Kontrolle von Übelkeit.

Prof. Dr. med. Gerlinde Egerer, Heidelberg

Fortbildungsveranstaltung "Akademie Supportive Therapie" (Fortbildungsveranstaltung der ASORS und der DOG), Veranstalter: MCI Deutschland GmbH, München. 19.11.2014, Heidelberg


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