Samstag, 4. April 2020
Navigation öffnen

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. September 2015 Aktuelles zur Therapie von Patienten mit CML in der chronischen Phase

Die neuen Nachbeobachtungsdaten aus der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie PACE zu Ponatinib (Iclusig®) bestätigen weiterhin die bemerkenswerte antileukämische Wirkung bei Patienten mit behandlungsresistenter oder intoleranter chronischer myeloischer Leukämie (CML).

Anzeige:

PD Dr. Philipp Jost, München, gab Einblick in die aktuellen Empfehlungen des Europäischen Leukämienetzes (ELN). Dabei betonte er, wie wesentlich es sei, durch die richtige Therapie verhindern zu können, dass bei der CML der Tumor zu viele Mutationen akquirieren kann, die nicht mehr kontrolliert werden können. So besteht bei den Betroffenen die Gefahr, dass die chronische Phase (CP) in die akzelerierte Phase übergeht und schließlich zur Blastenkrise führt. „Die Therapie muss also unbedingt die chronische Phase erhalten und darf keinen Fortschritt in die akzelerierte Phase zulassen“, erklärte Jost.

Aktuell ist für die Behandlung von Patienten mit CML in der chronischen Phase (CP-CML) der BCR-ABL-Inhibitor Ponatinib von großer Bedeutung, sagte Dr. Christian Hosius, Medical Director von ARIAD Pharmaceutical, Frankfurt. Der Wirkstoff setzt nicht nur bei der nativen Form der BCR-ABL-Kinase an, sondern auch bei den therapieresistenten Isoformen des Enzyms, die durch Mutationen entstehen können (1). Die Sicherheit und Wirksamkeit von Ponatinib wurde bei der Studie PACE unter anderem an stark vorbehandelten Patienten mit behandlungsresistenter oder -intoleranter CML untersucht. Inzwischen konnte nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von rund 42,3 Monaten weiterhin eine bemerkenswerte antileukämische Wirkung für dieses Patientenkollektiv mit stark begrenzten Behandlungsmöglichkeiten bestätigt werden: 59% der CP-CML-Patienten erzielten zu jedem beliebigen Zeitpunkt ein gutes zytogenetisches Ansprechen (MCyR) (primärer Endpunkt). 42% der CP-CML-Patienten erhalten nach über 3,5 Jahren weiterhin Ponatinib. 83% (statistisch errechneter Wert) der CP-CML-Patienten, die ein MCyR erzielten, profitierten Schätzungen zufolge auch nach 3 Jahren von der Therapie.

Die Daten zum Sicherheitsprofil ergaben, dass die häufigsten behandlungsbezogenen unerwünschten Reaktionen unabhängig vom Schweregrad, die bei mindestens 40% der CP-CML-Patienten auftraten, Bauchschmerzen (46%), Hautausschlag (46%), Thrombozytopenie (45%), Kopfschmerzen (43%), Verstopfung (41%) und trockene Haut (41%) waren. Bei 28% der CP-CML-Patienten trat ein Arterienverschlussereignis (AOE) auf, bei 23% der CP-CML-Patienten kam ein schwerwiegendes unerwünschtes AOE vor. Laut Hosius wurde aufgrund dieser Ergebnisse im Oktober 2013 von der Food and Drug Administration (FDA) eine Dosisreduzierung veranlasst. Bei CP-CML-Patienten, die ein MCyR erreicht hatten, sollte die Ponatinib-Dosis von 45 mg/Tag auf 15 mg/Tag herabgesetzt werden bzw. bei Nicht-Erreichen lag die Empfehlung bei 30 mg/Tag. Das künftige Studienprogramm sieht vor, dass durch die richtige Dosis die Rate der Nebenwirkungen reduziert wird.

siko

Quelle: Meet the Expert – Nah dran am Alltag: Klinikum rechts der Isar; EHA-Update im klinischen Kontext, 02.07.2015, München; Veranstalter: Ariad

Literatur:

(1) Zhou T et al. Chem Biol Drug Des 2011; 77: 1-11.


Das könnte Sie auch interessieren

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung
© ChenPG / Fotolia.com

Viele Krebspatienten schöpfen durch Musik, Malen oder andere künstlerische Tätigkeiten neue Kraft. Doch lange Zeit reichte der wissenschaftliche Kenntnisstand nicht aus, um die Wirkung von Musik- oder Kunsttherapien zu belegen. Erst in den letzten Jahren wurden hierzu vermehrt psychoonkologische Studien durchgeführt, in denen es gelang, die Steigerung des Wohlbefindens von Patienten durch künstlerische Betätigungen nachzuweisen.

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung

Darmkrebspatienten benötigen spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung
© Fotolia / cryonoid_media

Mit einem Pressegespräch am 19. April in Berlin nimmt EuropaColon Deutschland e. V. seine Tätigkeit als spezialisierte Anlaufstelle und Interessenvertretung von Darmkrebspatienten auf. Der neu gegründete Verein ist die deutsche Tochter der seit zwölf Jahren europaweit aktiven Patientenorganisation EuropaColon, die in 24 Ländern Europas Menschen mit Darmkrebs unterstützt und gegenüber der Gesundheitspolitik für deren Interessen eintritt. Der Verein soll Anlaufstelle...

Die Björn Schulz Stiftung

Die Björn Schulz Stiftung
© Александра Вишнева / fotolia.com

in Deutschland leben derzeit rund 50.000 Familien mit einem lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankten Kind. Ihre Zahl steigt, denn dank des medizinischen Fortschritts haben schwerst- oder unheilbar kranke Kinder heute eine höhere Lebenserwartung als noch vor 20 Jahren. In der für die betroffenen Kinder und Angehörigen schwierigen Situation bieten Kinderhospizdienste eine intensive Begleitung sowie eine umfassende Betreuung in einer familiären, kindgerechten...

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung

Vierter Welt-Pankreaskrebstag: „Lila Leuchten“ sensibilisiert für eine unterschätzte Erkrankung
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 16. November 2017 findet zum vierten Mal der Welt-Pankreaskrebstag statt. An diesem Tag erstrahlen weltweit zahlreiche Sehenswürdig-keiten in Lila, der offiziellen Farbe des Welt-Pankreaskrebstages – von der Semperoper in Dresden bis zum Rickmer Rickmers Museumsschiff im Hamburger Hafen. Ziel ist es, die breite Öffentlichkeit über die Erkrankung aufzuklären, sich mit den Betroffenen zu solidarisieren und den Patienten und deren Angehörigen Mut zu machen. In...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Aktuelles zur Therapie von Patienten mit CML in der chronischen Phase"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden