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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

31. Mai 2017
Seite 1/5
Aktuelle Aspekte der minimal-invasiven Mammadiagnostik

S. Paepke1, V. Ritter1, M. Kiechle1, S. Metz2. 1 Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, TU München; 2 Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Institut für Radiologie, München

Die minimal-invasive Mammadiagnostik ist bei jeder Diagnosestellung in nahezu jeder Befundkonstellation gefragt, somit integraler Bestandteil in der Diagnostikkette und in ihrer Treffsicherheit bestimmend für alle weiteren Therapieschritte. Die grundlegende Bedeutung der minimal-invasiven Diagnostik findet u.a. ihren Niederschlag in der ausführlichen Bearbeitung und Darstellung in den AGO-Leitlinien 2017 (1).
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Fachinformation
Minimal-invasive Mammadiagnostik

Die minimal-invasive Biopsie (Oxford Level of Evidence (LoE) 1c, A; +) gehört wie die klinische Untersuchung, die Mammographie und die Sonographie von Brust und Axilla in die präoperative und prätherapeutische Diagnostik (LoE 1b, A; ++; mit dem Hinweis auf die erforderliche histologische Sicherung von Zusatzbefunden bei therapeutischer Relevanz).

Da die Effektivität der minimal-invasiven Mammadiagnostik nur so gut sein kann wie die zugrundeliegende Bildgebung, werden gerade hier durch Tomosynthese (LoE 3b, B; +), Kontrastmittel-unterstützte Mammographie, MRT und hochauflösenden Ultraschall mit Zusatzuntersuchungen wie Elastographie (LoE 2a, B; +) (2-7) Anstrengungen unternommen, um Detektierbarkeit, Spezifität und Sensitivität weiter zu erhöhen. Screening, intensivierte Früherkennung in Hochrisikogruppen und Brust-Ultraschall in der täglichen Versorgung führen zudem zur vermehrten Dia­gnose kleiner oder unklarer Befunde, bei denen eine histologische Klärung indiziert, aber schwierig durchzuführen ist und unsere Standardbiopsie-Methoden an ihre Grenzen kommen können (8).

In diesem Kontext von besonderer Bedeutung ist die Aufarbeitung der Stanzbioptate und die radiologisch-pathologische Korrelation mit der notwendigen Eingruppierung in die B-Klassifikation (National Coordinating Group for Breast Screening Pathology (NHBSP); E.C. Working Group on Breast Screening Pathology). Gerade im Bereich der B3-klassifizierten Befunde, die an sich als benigne gelten, denen aber ein unsicheres biologisches Potenzial zugeschrieben wird, besteht Handlungsbedarf. Retrospektiv betrachtet werden zu viele benigne Befunde offen chirurgisch nachoperiert. Es besteht mit der Weiterentwicklung von Biopsieverfahren die Hoffnung, eine noch präzisere Nadelführung, maximalen Gewebegewinn und minimale Traumatisierung zu erreichen. Gerade im Kontext der Nachsorgebeurteilung sind immer wieder die erweiterte Bildgebung, z.B. durch das MRT, und damit auch MRT-geführte Biopsieverfahren zielführend (Abb. 1, 2).



 
Abb. 1: Planung und Ablauf einer MR-gestützten Vakuumbiopsie links. 78-jährige Patientin; Z.n. BET rechts bei Mamma-CA, ED 2006: NST, Hormonrezeptor- positiv, HER2-negativ; Z.n. RTx bis 10/2006, Z.n. Letrozol (Femara®) für 5 Jahre. Aktuell: auffälliger Herdbefund links in der Kontrastmittel-verstärkten spektralen Mammographie (CESM, GE Healthcare). Histologie: NST, G3, ER- und PR-positiv, HER2 1+
A) 3D-T1-FFE axial nach i.v.-Kontrastmittelgabe, Herdbefund, B) Subtraktion axial, Herdbefund, C) Subtraktion sagittal, Herdbefund, D) T1-w sagittal MPR, Grid-Platte, Nullmarker mit Kontrastmittel, E) 3D-T1-FFE axial mit Introducer-Set vor Probenentnahme, Zugang von lateral, F) 3D-T1-FFE axial nach Vakuumbiopsie, Hämatom, G) Beispiel Nadelpositionierung, andere Patientin. Grid-Platte außen mit Nullmarker, Grid-Block zur Nadelführung. MR-Biopsienadel: Suros Surgical Systems, ATEC®-Brust-Biopsie und Exzisions-System, 9G.
Planung/Ablauf einer MR-gestützten Vakuumbiopsie


 
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