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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. Oktober 2007 Adäquate empirische Antimykotikatherapie halbierte Letalität bei invasiver Candidiasis

Patienten mit invasiver Candida-Infektion hatten eine signifikant höhere Überlebenschance, wenn sie bereits vor dem Ergebnis der Blutkultur eine adäquate empirische Antimykotikatherapie erhielten. Dies hat eine Studie an Patienten aus Akutkrankenhäusern in Calgary (Kanada) ergeben (Parkins et al. Journal of Antimicrobial Chemotherapy 2007).
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Parkins und Kollegen haben bei Patienten mit kulturell nachgewiesener, invasiver Candida-Infektion die Auswirkung einer mikrobiologisch adäquaten empirischen Therapie auf die Letalität untersucht. Die 199 Patienten wiesen eine breite Palette von Grunderkrankungen auf: 33% hatten Krebs, 30% eine Herzerkrankung, 18% Diabetes, 13% chronisches Nierenversagen. Es handelte sich überwiegend (94%) um Candidämien. Candida glabrata nahmen mit einer Häufigkeit von 22% den zweiten Platz hinter C. albicans (52%) ein. Nur 32% der Patienten hatten in der Spanne zwischen Blutabnahme und Candida-positiver Blutkultur überhaupt eine empirische Antimykotikatherapie erhalten. 1
Patienten, die ein adäquates, d.h. gegen das Isolat wirksames Antimykotikum empirisch erhalten hatten, zeigten eine signifikant niedrigere Gesamtletalität (27 vs. 46%). Infektionen durch non-albicans Candida-Arten waren lediglich mit einer nominell höheren Letalität assoziiert als solche durch C. albicans (47 vs. 36%, p=0,15). In den meisten Fällen (77%), in denen sich die empirische Therapie nach Vorliegen der Kultur als inadäquat erwies, war dies durch mangelnde invitro- Aktivität des gewählten Antimykotikums bedingt. Caspofungin, Amphotericin-B sowie Voriconazol zeigten die höchste Aktivität gegen die untersuchten Isolate (2x 99% bzw. 98% empfindlich); gegen Itra- und Fluconazol waren nur 58 bzw. 69% empfindlich.
Caspofungin ist für die empirische Therapie besonders gut geeignet, weil es ein breites Erregerspektrum abdeckt, das nicht nur C. glabrata und C. krusei sondern auch Aspergillen einschließt. Hinzu kommt, dass es sehr gut verträglich ist und nur wenige Arzneimittelinteraktionen aufweist, ganz im Unterschied zu neueren Azolantimykotika. Klinisch hat es sich sowohl in der gezielten Therapie invasiver Candida-Infektionen (Mora-Duarte, 2002) als auch der empirischen Therapie als gut wirksam erwiesen.

Quelle: Parkins et al. Adequacy of empirical antifungal therapy and effect on outcome among patients with invasive Candida species infections. JAC 2007, 60: 613-618


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