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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

23. Februar 2015 ASH 2014

Jeden Dezember lädt die "American Society of Hematology" Hämatologen und Onkologen aus aller Welt ein und bietet eine breites Forum für Diskussionen neuer und interessanter Ergebnisse aus dem Bereich der Hämatologie. Auch diesmal waren eine ganze Reihe Highlights dabei, die wir Ihnen in dieser Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE vorstellen wollen.

PD-1-Immun-Checkpoint-Inhibitioren beim stark vorbehandelten rezidivierten/refraktären Hodgkin-Lymphom sehr vielversprechend

Bei den klassischen Formen des Hodgkin-Lymphoms (cHL) ist eine 9p24.1 Amplifikation krankheitsspezifisch und mit einer Überexpression von PD-L1 und PD-L2 assoziiert. In zwei Phase-I-Studien konnte mit PD-1-Immun-Checkpoint-Inhibitoren bei rr cHL-Patienten, die nach autologer Stammzelltransplantation (ASCT) und/oder Brentuximab Vedotin-Therapie rezidiviert/refraktär waren, ein hohes und dauerhaften Ansprechen erzielt werden.

In der noch laufenden Phase-I-Studie CheckMate-039 wurde der PD-1-Immun-Checkpoint-Inhibitor Nivolumab bei 23 Patienten mit rr cHL geprüft. Mit Nivolumab konnte in dieser stark vorbehandelten Patientengruppe ein hohes und lang andauerndes Ansprechen erzielt werden. Die Gesamtansprechrate lag bei 87% (n=20), 4 Patienten (17%) hatten eine komplette Remission (CR) erreicht, 16 Patienten (70%) eine partielle Remission, eine Krankheitsstabilisierung erzielten 3 Patienten (13%). 86% waren nach 24 Wochen noch progressionsfrei (1). Das Sicherheitsprofil entsprach dem, das bei Patienten mit soliden Tumoren beobachtet wurde.

In die Phase-Ib-Studie KEYNOTE-013 (2) waren 31 stark vorbehandelte Patienten mit rr cHL eingeschlossen, die mit dem PD-1-Immun-Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab behandelt wurden. Die Ergebnisse von 29 Patienten wurden vorgestellt. Etwa die Hälfte (15 Patienten) hatten bereits 5 oder mehr Vortherapien. Es konnte eine Gesamtansprechrate von 66% erzielt werden, 6 Patienten (21%) hatten eine komplette Remission, 13 (45%) eine partielle Remission, bei weiteren 6 Patienten (21%) stabilisierte sich die Erkrankung, so dass die Clinical-Benefit-Rate bei 86% lag. Die mediane Dauer des Ansprechens ist noch nicht erreicht. Es wurden keine therapiebedingten Nebenwirkungen von Grad 3 oder 4 beobachtet.

Die PD-1-Blockade könnte nach diesen Ergebnissen eine wichtige neue Therapieoption beim klassischen Hodgkin-Lymphom werden.

as

Literaturhinweise:
(1) Armand P et al. ASH 2014, Abstract #289.
(2) Moskowitz CH et al. ASH 2014, Abstract #290.


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