Freitag, 30. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Giotrif
Giotrif

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Februar 2013 ASH 2012: Therapien im Wandel

Der Jahreskongress der American Society of Hematology (ASH) ist das wichtigste Ereignis im Bereich der Hämatologie. Die Therapieoptionen hämatologischer Krebserkrankungen sind in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden, und wie auf dem diesjährigen ASH deutlich wurde, werden sie ständig erweitert, sei es durch neue, ausgefeilte Therapieschemata oder durch neue Wirkstoffe.

Anzeige:
Pegfilgrastim

ASH 2012 - Lymphome

Indolente Lymphome: Erste Ergebnisse der BRIGHT-Studie vorgestellt

Erstmals wurden die Daten der amerikanischen BRIGHT-Studie vorgestellt, die in Analogie zur NHL1-2003-Studie der Studiengruppe indolente Lymphome B-R mit R-CHOP, aber zusätzlich auch mit dem anthrazyklinfreien R-CVP-Schema (Rituximab, Cyclophosphamid, Vincristin und Prednison) als Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenen indolenten NHL oder Mantelzell-Lymphom (MCL) verglich (1).

Primärer Endpunkt war die Nicht-Unterlegenheit der CR-Rate von B-R im Vergleich zum Standard R-CHOP oder R-CVP. Dieser Studienendpunkt ist eher ungewöhnlich, da in anderen Studien meist die Überlebenszeit als primärer Endparameter gewählt wird. Sowohl hinsichtlich der Gesamtansprechrate (97% vs. 91%) als auch hinsichtlich der Rate an kompletten Remissionen (31% vs. 25%) war B-R den beiden anderen Regimen nicht unterlegen. Bei den MCL war B-R mit einer Gesamtansprechrate von 100% dem R-CVP mit 50% signifikant überlegen, auch die Komplettansprechrate war bei den MCL mit 57% unter B-R signifikant höher als unter R-CVP (14%). Allerdings führte B-R in dieser Studie zu einer höheren Rate an Infektionen und Erbrechen, was darauf zurückzuführen sein könnte, dass in dieser Studie eventuell eine weniger effektive Supportivtherapie als in der StiL-Studie eingesetzt wurde.

Eine Analyse der Lebensqualität in dieser Studie ergab, dass B-R diese im Vergleich zu R-CHOP und R-CVP signifikant verbesserte, mit signifikant besseren Funktions- und Symptomverbesserungen, gemessen mittels des EORTC-QLQ-C30-Bogens (2).

Eine Subanalyse der StiL NHL1-2003-Studie, die den Einfluss der Responsequalität auf das Outcome, also progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS), untersuchte, wurde ebenfalls vorgestellt (3). 514 Patienten hatten randomisiert entweder B-R oder R-CHOP erhalten. Es zeigte sich, dass Patienten mit kompletter Remission ein signifikant längeres PFS und OS hatten als Patienten, die nur eine partielle Remission erzielt hatten. In der Erstlinie sollte daher eine möglichst vollständige Remission erzielt werden, so das Fazit.

Dr. Petra Ortner (po)

Literaturhinweise:
(1) Flinn IW, et al. ASH 2012, Abstr. 902
(2) Burke JM, et al. ASH Annual Meeting Abstracts
(3) Rummel M, et al. ASH 2012, Abstr. 2724


Anzeige:
Tecentriq
Tecentriq
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"ASH 2012: Therapien im Wandel"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab