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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

25. März 2015 ASCO GU 2015

Gute Verträglichkeit von physiologischer Steroidsubstitution in der mCRPC-Therapie mit Abirateronacetat

Nach einer aktuellen Analyse der Phase-III-Studien COU-AA-301 und COU-AA-302 zum metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC), die beim diesjährigen ASCO GU (Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology) Ende Februar in Orlando, Florida, vorgestellt wurde, ist die Inzidenz an Kortikoid-bedingten Nebenwirkungen unter Abirateronacetat (Zytiga®) plus Prednison/Prednisolon gering (1).

Die Zugabe von niedrig dosiertem Prednison oder Prednisolon zu Abirateronacetat ist eine physiologische Steroidsubstitution, von der die Patienten profitieren können (2, 3): Abirateron, der aktive Metabolit von Abirateronacetat, führt aufgrund seiner hocheffektiven Hemmung der Androgenbiosynthese zu einer Androgenelimination. Damit einhergehend kommt es zum Abfall der Cortisol-Spiegel und zu einem Anstieg der Mineralkortikoid-Spiegel, die Nebenwirkungen wie Hypertonie, Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention zur Folge haben können. Die Substitution mit niedrig dosiertem Prednison/Prednisolon bewirkt eine Normalisierung der physiologischen Cortisol- und eine Reduktion der Mineralkortikoid-Spiegel, was die Schwere und Inzidenz der mineralkortikoiden Nebenwirkungen verringert (2-4).

Der aktuellen Analyse zu Folge ist die Verträglichkeit dieser physiologischen Steroidsubstitution auch bei langfristiger Anwendung vergleichbar zwischen Verum- und Kontrollarm (1). Die Auswertung repräsentiert eine Prednison/Prednisolon-Exposition von 2.006 Patientenjahren. Demnach betrug die Inzidenz von Kortikoid-bedingten Nebenwirkungen 25% bei allen Studienteilnehmern, 26% bei den Teilnehmern unter Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon (Verum) und 23% bei Teilnehmern unter Placebo plus Prednison/Prednisolon (Kontrolle). Die Inzidenz der Nebenwirkungen mit einem Schweregrad von ≥3 lag in diesen Gruppen bei 5%, 5% bzw. 4%. Die häufigsten ≥3-Grad-Nebenwirkungen, die bei ≥0,1% der Patienten vorkamen, waren Hyperglykämie (2%), Katarakt (0,4%), Diabetes mellitus (0,4%), gastrointestinale Blutungen (0,3%), Niereninsuffizienz (0,1%), Hüftfraktur (0,1%), Meläna (0,1%) und osteoporotische spinale Kompressionsfraktur (0,1%). Eine Zunahme des Körpergewichts (Grad 1/2) ließ sich in den genannten Gruppen bei 4%, 4% bzw. 5% der Patienten beobachten. Bei einer Auswertung in Abhängigkeit von der Dauer der Exposition (in 3-Monats-Intervallen bis zu ≥30 Monate), lagen die ≥3-Grad-Nebenwirkungen bei 1-2%, aber es zeigte sich kein Anstieg mit längerer Therapiedauer. Das galt ebenfalls für die Gewichtszunahme (1).

In der Zulassungsstudie COU-AA-302 hatte Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon bei nicht oder mild symptomatischen mCRPC-Patienten in der Erstlinientherapie das mediane Gesamtüberleben (mOS)gegenüber Placebo plus Prednison/Prednisolon signifikant von 30,3 auf 34,7 Monate verlängert (HR=0,81; p=0,0033) (5). Dies war zuvor ebenfalls in der Zulassungsstudie COU-AA-301 gelungen. Hier hatte Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon gegenüber Placebo plus Prednison/Prednisolon bei mCRPC-Patienten in der Zweilinientherapie nach Versagen von Docetaxel das mOS signifikant von 11,2 auf 15,8 Monate verbessert (HR=0,74; p<0,0001)(6). In beiden Studien zeigte sich auch bei sekundären und weiteren Endpunkten eine signifikante Überlegenheit von Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon (6, 7).

Quelle: Janssen Cilag


Literaturhinweise:
(1) Fizazi K, et al. ASCO-GU 2015, Orlando, General Poster Session A, Abstract #169.
(2) Aktuelle Fachinformation Zytiga®.
(3) Attard G, et al. J Clin Oncol. 2008;26:4563-71.
(4) Auchus RJ, et al. Oncologist 2014;19:1-10.
(5) Ryan CJ, et al. Lancet Oncol. 2015;16(2):152-60.
(6) Fizazi K, et al. Lancet Oncol. 2012;13:983-92.
(7) Rathkopf DE, et al. Eur Urol. 2014;66(5):815-25.


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