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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Februar 2015 ASCO GI 2015

In den letzten Jahren hat das bessere Verständnis der molekularen Ursachen von Tumorerkrankungen die medikamentösen Therapieansätze verändert und ebnete u.a. den Weg für die zielgerichtete Therapie, die heute bei vielen gastrointestinalen Tumoren zum Standard gehört. Moderne Sequenzierungsmethoden geben immer tiefere Einblicke in die enorme Heterogenität der Tumoren. Dies stellt die Therapie vor neue Herausforderungen. Die Sequenz von Kolonkarzinom, Pankreaskarzinom, Ösophaguskarzinom, Gallengangskarzinom und kürzlich auch die des Magenkarzinoms wurde schon entschlüsselt. Klinische und diagnostische Relevanz sind zwar häufig noch unklar, doch gelingt es inzwischen anhand bestimmter Mutationsmuster, molekulare Subtypen zu identifizieren, die sich in ihrem Therapieansprechen möglicherweise unterscheiden. Insgesamt spiegelten die Vorträge und Poster auf dem diesjährigen Gastrointestinal Cancer Symposium die Weiterentwicklung bis hin zur individualisierten Therapie von Patienten mit gastrointestinalen Tumoren wider.

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Darmkrebspatienten mit gutem Vitamin-D-Status vor Beginn der Erstlinientherapie leben länger

Prospektive epidemiologische Daten weisen darauf hin, dass hohe Spiegel von 25-Hydroxy-Vitamin D (25(OH)D) - der Vorstufe von biologisch aktivem Vitamin D im Körper - mit einem besseren Überleben der Patienten mit kolorektalem Karzinom (CRC) verbunden sind. Nach einer Analyse der Phase-III-Studie CALBG/SWOG 80405 leben auch Patienten mit bereits metastasiertem CRC länger, wenn sie vor Therapiebeginn hohe 25(OH)D-Plasmaspiegel aufweisen (1).

In die Phase-III-Studie CALGB/SWOG 80405 wurden 2.334 Patienten randomisiert und mit Chemotherapie + Bevacizumab, Cetuximab oder beidem behandelt. Die 25(OH)D-Plasmaspiegel vor Therapiebeginn waren von 1.043 Patienten verfügbar. Bei diesen zuvor unbehandelten Patienten mit mCRC wurde prospektiv die Assoziation zwischen dem Plasma 25(OH)D-Spiegel und dem Gesamtüberleben (OS) untersucht. Der 25(OH)D-Plasmaspiegel wurde mittels Radioimmunoassay bestimmt, und die Ernährung und der Lebensstil mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt.

Nach Berücksichtigung pathologischer und klinischer prognostischer Faktoren hatten Patienten mit 25(OH)D-Spiegeln im obersten Fünftel (median 27,5 ng/ml) ein um 8,1 Monate signifikant längeres medianes OS als jene im untersten Fünftel (median 8,0 ng/ml; 32,6 vs. 24,5 Monate; HR=0,65; p=0,001). Ein besserer Vitamin-D-Status war ebenfalls verbunden mit einem längeren progressionsfreien Überleben (median 12,2 vs. 10,1 Monate; HR=0,79; p=0,01). Die Ergebnisse unterschieden sich nicht in den untersuchten Subgruppen und waren z.B. unabhängig vom Chemotherapie-Backbone und davon, ob die Patienten eine adjuvante Therapie erhalten hatten.

Vitamin D hemmt die Zellproliferation und Angiogenese, induziert Zelldifferenzierung und Apoptose und hat anti-inflammatorische Effekte. Der Vitamin-D-Rezeptor und die 1-alpha-Hydroxylase werden auf kolorektalen Zellen exprimiert und die anti-proliferativen Effekte von Vitamin D sind am größten in Zelllinien mit hohem Anteil an Vitamin-D-Rezeptoren. Aus prospektiven Beobachtungsstudien ist bekannt, dass Menschen mit höheren 25(OH)D-Spiegeln im Blut ein geringeres CRC-Risiko aufweisen und CRC-Patienten aller Stadien mit höheren 25(OH)D-Spiegeln länger leben.

Patienten mit mCRC haben häufig einen Vitamin-D-Mangel. Der mediane Plasma 25(OH)D-Spiegel bei den 1.043 Patienten aus der CALGB-Studie betrug 17,2 ng/ml (2,2-72,7 ng/ml). Weniger als 20,0 ng/ml gilt als Vitamin-D-Mangel, erklärte Dr. Kimmie Ng, die die Ergebnisse präsentierte. In randomisierten Studien soll jetzt der Effekt einer Vitamin-D-Supplementation bei Patienten mit kolorektalem Karzinom untersucht werden.

as

Literaturhinweis:
(1) Ng K, et al. ASCO GI 2015. Abstract #507.
 


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