Dienstag, 22. September 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. Dezember 2014 AGO 2014: Empfehlung zum frühen Einsatz von Everolimus und Exemestan beim Mammakarzinom

"Everolimus plus Exemestan hat sich zur Standardoption in der Therapie des fortgeschrittenen, Hormonrezeptor-positiven (HR+), HER2/neu-negativen Mammakarzinoms entwickelt", sagte Dr. Friedrich Overkamp, Recklinghausen, anlässlich eines Symposiums im Rahmen des DGHO. Die positiven Daten aus der BOLERO-2-Studie führten zum höchsten Empfehlungsgrad von Everolimus plus Exemestan in den neuen AGO-Leitlinien (1) für die Erst- und Zweitlinientherapie nach Rezidiv oder Progression unter einem nicht-steroidalen Aromataseinhibitor (nsAI). Die erste Interimsanalyse der nicht-interventionelle BRAWO-Studie bestätigt den frühen Einsatz in der klinischen Routine.

Anzeige:

Die AGO-Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der BOLERO-2-Zulassungsstudie, in der Everolimus in Kombination mit Exemestan eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) von 11 Monaten gegenüber Exemestan plus Placebo mit 4,1 Monaten erzielen konnte (HR 0,38; p<0,0001) (2). Dabei profitiert jede zweite Patientin hinsichtlich eines klinischen Nutzens, während in der Kontrollgruppe nur etwa jede vierte einen klinischen Nutzen erzielt (51,3% vs. 26,4%; p<0,0001). 70,8% der Patientinnen erreichen unter Everolimus plus Exemestan einen Rückgang der Tumorlast im Vergleich zu 29,7% unter Exemestan/Placebo. Aus einer retrospektiven Subgruppenanalyse ging zudem hervor, dass im Besonderen Erstlinien-Patientinnen (n=137) von der Therapie mit Everolimus/Exemestan profitierten (15,24 Monate vs 4,21 Monate, HR 0,32; 95%-KI 0,18-0,57) (3). Der signifikante PFS-Vorteil bestätigte sich in allen vordefinierten Subgruppen, dabei spielte das Vorhandensein von viszeralen- oder Knochenmetastasen ebenso wenig eine Rolle wie die Anzahl an betroffenen Organen (3).

"Um der Frage nachzugehen, wie sich solche Daten im klinischen Alltag auswirken, wurde die nicht-interventionelle BRAWO-Studie ins Leben gerufen", sagte Overkamp. Bis Dezember 2016 werden 3.000 postmenopausale Patientinnen mit fortgeschrittenem HR+, HER2-negativem Mammakarzinom gemäß klinischer Routine und Zulassungsindikation untersucht. In der ersten Interimsanalyse wurden die ersten 200 mit den letzten 200 eingeschlossenen Patientinnen vor dem Cut-Off dokumentiert. Der direkte Vergleich dieser beiden Gruppen zeigt einen Gesamtanstieg des Einsatzes von Everolimus in der Erst- oder Zweitlinienbehandlung von anfänglich 53,5% auf 70,0%. Die bisherigen Ergebnisse aus der zweiten Interimsanalyse, 12 Monate nach Einschluss der 500sten Patientin, bestätigen nun die klinische Wirksamkeit von Everolimus plus Exemestan, wie Overkamp weiter ausführte. Die Baseline-Charakteristika der beiden Studien stimmen größtenteils überein, die eingeschlossenen Patientinnen waren in der BRAWO-Studie etwas älter (66 vs. 62 Jahre) und besaßen seltener einen ECOG-Status 0 im Vergleich zur BOLERO-2-Studie (44% vs. 60%). Das mediane PFS unter Everolimus plus Exemestan betrug 8,0 Monate (95%-KI 6,7-9,1) vs. 7,8 Monate in der BOLERO-2-Auswertung und auch bei der Subgruppe der Erstlinienpatientinnen waren die PFS-Resultate vergleichbar (10,1 Monate vs. 11,5 Monate).

Auch die aufgetretenen Nebenwirkungen in der BRAWO-Studie waren konsistent mit den Nebenwirkungen, die in früheren Studien unter Everolimus plus Exemestan aufgetreten sind (4). Dabei war der Anteil an Patientinnen mit Stomatitis (alle Grade) in der BRAWO-Studie niedriger als in der BOLERO-2-Studie (39,8% vs. 59%). Dies ist womöglich zurückzuführen auf eine erfolgreiche Stomatitis-Prophylaxe (86,8% der Patientinnen). "Wir hemmen mit mTOR einen entscheidenden Signalweg, daher sind Nebenwirkungen zu erwarten. Diese sind bei Everolimus aber gut zu therapieren", kommentierte Overkamp abschließend.

cm

Novartis-Satellitensymposium: "Zeit zum Umdenken - Innovative Perspektiven für Patienten", 11.12.2014

Literaturhinweise:

(1) AGO Guidelines Breast, Diagnose und Therapie primärer und metastasierter Mammakarzinome, Version 2014. 1D; Update 28.02.2014.
(2) Yeardley DA et al. Adv Ther. 2013; 30:870-84.
(3) Beck JT et al. Breast Cancer Res Treat. 2014; 143:459-67.
(4) Fasching P et al. ESMO 2014; Abstract #LBA9.


Anzeige:

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"AGO 2014: Empfehlung zum frühen Einsatz von Everolimus und Exemestan beim Mammakarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab