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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

28. Oktober 2007 Bevacizumab zur First-Line-Therapie des NSCLC zugelassen

Der VEGF-Antikörper Bevacizumab wurde im August 2007 zur First-Line-Therapie des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) zugelassen. Grundlage der EU-Zulassung von Bevacizumab beim fortgeschrittenen NSCLC (außer bei vorliegender Plattenepithel-Histologie) sind die Ergebnisse von zwei großen Phase-III-Studien mit insgesamt fast 2000 Patienten.
Platin-basierte Kombinationstherapien unter Einschluss von Drittgenerations-Zytostatika erzielen beim metastasierten NSCLC heute mediane Überlebenszeiten von 8 bis 10 Monaten. Damit ist aber „insgesamt ein Plateau der Effektivität erreicht, welches auch durch die Verlängerung der Chemotherapiedauer oder durch Kombination mit weiteren zytotoxischen Substanzen nicht überschritten werden kann", sagte Prof. Frank Griesinger, Oldenburg. Eine relevante Verbesserung sei nur durch neue Substanzen zu erwarten. 0
In der Studie E45991 der ECOG (Eastern Cooperative Oncology Group) wurde Bevacizumab (15 mg/kg i.v., alle
3 Wochen bis zum Progress) mit der in den USA als Standard geltenden Kombination Paclitaxel/Carboplatin kombiniert. In der 3-armigen Studie AVAiL (Avastin in Lung) wurde Bevacizumab in zwei Dosierungen (7,5 mg/kg bzw. 15 mg/kg, alle 3 Wochen bis zum Progress) zusammen mit der in Europa gebräuchlichen Cisplatin/Gemcitabin-Kombination eingesetzt.
In der ECOG-Studie verlängerte Bevacizumab das mediane Gesamtüberleben von 10,3 Monaten bei alleiniger Chemotherapie auf 12,3 Monate (p=0,003; Abb. 1). Damit wurde in einer Phase-III-Studie erstmals eine mediane Überlebenszeit von über einem Jahr erreicht. In der später begonnenen AVAiL-Studie verlängerte Bevacizumab das hier als primärer Endpunkt ausgewertete progressionsfreie Überleben im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie sowohl in der niedrigen Dosierung auf 6,7 Monate (HR 0,75; p=0,0026) als auch in der hohen Dosierung auf 6,5 Monate (HR 0,82; p=0,0301). Deutliche Verbesserungen wurden zudem bei den objektiven Ansprechraten (von 20% unter Plazebo auf 34% bei 7,5 mg/kg bzw. 30% bei 15 mg/kg) und der Remissionsdauer gesehen. Bevacizumab verursachte keine unerwarteten Nebenwirkungen und erhöhte auch nicht die Chemotherapie-bedingte Toxizität.
Aufgrund dieser Daten und der vorliegenden Zulassungen durch die amerikanische und europäische Gesundheitsbehörde ist nach Ansicht von Dr. Martin Reck vom Krankenhaus Großhansdorf davon auszugehen, dass sich „Avastin® schnell in der Routinebehandlung des NSCLC etablieren wird".

Quelle: 1) Sandler A et al. N Engl J Med 2006;355:2542-50
2) Manegold C, et al. J Clin Oncol 2007; ASCO Annual Meeting Proc. Part I. Vol 25, No 18S (June 20, Suppl.), 2007: LBA7514.


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