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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. März 2014 4-Jahres-Follow-up bei DASISION: Überlegenheit in der 1st-Line-Therapie

Auch nach 4 Jahren profitieren Patienten mit Ph+ chronischer myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase häufiger und schneller von einem tiefen molekularen Ansprechen in der Erstlinientherapie mit Dasatinib (SPRYCEL®) im Vergleich zu Imatinib (1). Die auf dem ASH-Kongress vorgestellten Langzeitdaten der DASISION-Studie belegen zudem höhere Raten für ein optimales Ansprechen gemäß den Kriterien des European LeukemiaNet (ELN). Dies eröffnet die Perspektive eines Lebens ohne TKI-Therapie, wie es aktuell in prospektiven Absetzstudien wie der DADI-Studie untersucht wird.

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Wie die aktuell vorgestellte Langzeitauswertung zeigte, konnten signifikant mehr Dasatinib- vs. Imatinib-behandelte Patienten (74% vs. 60%) im Jahr vier des Follow-up eine "gute molekulare Remission" (MMR) erreichen, d. h. einen BCR-ABLIS-Wert von ≥0,1%. Nach 48 Monaten profitierten Patienten, die mit Dasatinib behandelt wurden, von einer 1,6-mal höheren Wahrscheinlichkeit, eine MMR zu erreichen als unter Imatinib (p<0,0001). Zudem lag der Anteil der Patienten, die bereits zu diesem Zeitpunkt eine tiefe molekulare Remission erreicht hatten (MR4 bzw. MR4,5), bei 47% vs. 35% bzw. bei 34% vs. 21%.

Optimales Ansprechen

In DASISION erfüllten 84% der Patienten unter Dasatinib vs. 64% unter Imatinib mit BCR-ABLIS nach drei Monaten Therapie die ELN-Kriterien für ein optimales Ansprechen (2, 3). Gemäß Landmarkanalyse profitierten Patienten mit einem optimalen Ansprechen nach vier Jahren von signifikant höheren PFS- und OS-Raten vs. Patienten, die das Kriterium des optimalen Ansprechens nach drei Monaten verfehlten (PFS 91,8% vs. 67,1%, p=0,0004 bzw. OS 96,4% vs. 82,9%, p=0,0092). Nach vier Jahren lag bei 5,4% (n=14) der Imatinib-behandelten vs. 3,1% (n=8) der Dasatinib-behandelten Patienten eine Transformation in die akzelerierte Phase (AP)/Blastenkrise (BK) vor.

Kein erhöhtes pAVK-Risiko

Für ein optimales Langzeitmanagement spielen bei der Therapie mit TKI Unterschiede im Nebenwirkungsprofil eine immer wichtigere Rolle. Zu den potentiellen "Off-Target"-Komplikationen zählt z. B. die periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Bei Patienten, die Dasatinib im Rahmen der DASISION-Studie in der Erstlinientherapie erhielten, wurde kein einziger Fall einer pAVK oder eines pAVK-assoziierten Ereignisses während des 4-jährigen Langzeit-Follow-up beobachtet (1). Dies bestätigt auch eine aktuelle Datenbankanalyse: Bei den bislang gesammelten Sicherheitsdaten zur Behandlung der Ph+ CML bei Erwachsenen mit Dasatinib wurden insgesamt elf klinische Erst- und Zweitlinienstudien mit 2.705 Patienten ausgewertet (kumulative Dasatinib-Exposition: 5.890 Patientenjahre). Dabei wurden acht Fälle aus fünf Zweitlinien-Studien mit einer kumulativen Inzidenz von 0,3% identifiziert, bei denen eine pAVK oder pAVK-assoziierte Ereignisse (alle ≤ Grad 3) aufgetreten waren. In beiden 1st-Line-Studien traten weder im Dasatinib- noch im Imatinib-Arm pAVK-assoziierte Fälle auf. Diese Ergebnisse sprechen gegen die Hypothese, eine pAVK bzw. pAVK-assoziierte Ereignisse als Klasseneffekt TKI-bedingter Nebenwirkungen aufzufassen (4).

DADI-Studie: Kontrolliertes Absetzen von Dasatinib


CP-CML-Patienten, die unter Imatinib oder Nilotinib resistent waren oder die Therapie mit diesen TKI nicht vertrugen, konnten im Rahmen der DADI-Vorregistrierungsphase eine Zweit- oder Drittlinientherapie mit Dasatinib erhalten. Patienten, bei denen nach einem Jahr kein BCR-ABLIS nachgewiesen wurde, konnten die Therapie mit Dasatinib unter Studienbedingungen abbrechen. In der auf dem ASH-Kongress vorgestellten Interimsanalyse wurden 27 von 63 Patienten ausgewertet, bei denen das Follow-up ab Therapieabbruch mindestens sechs Monate umfasste: Die Wahrscheinlichkeit, zu diesem Zeitpunkt ohne TKI-Therapie rezidivfrei zu sein, betrug 44%. Nach einer Reinduktion mit Dasatinib erreichten 12 der bislang ausgewerteten Patienten innerhalb von drei Monaten eine CMR, ein Patient eine MMR (5).

Fazit

- Die 4-Jahres-Follow-up-Daten der DASISION-Studie zeigten für Dasatinib ein schnelleres Erreichen einer tiefen und stabilen molekularen Remission vs. Imatinib mit höheren Raten für ein optimales Ansprechen gemäß ELN.
- Bei Patienten mit einer CML-Erstdiagnose, die Dasatinib als 1st-Line-Therapie erhielten, wurden keine pAVK oder pAVK-assoziierte Ereignisse beschrieben, was gegen die Hypothese eines Klasseneffektes TKI-bedingter Nebenwirkungen spricht.
- Unter Studienbedingungen konnte bei CP CML-Patienten, die seit mindestens einem Jahr unter Dasatinib ohne BCR-ABLIS-Nachweis stabil waren, die Behandlung bei engmaschiger Überwachung abgesetzt werden.

Dr. med. Yuri Sankawa

Literaturhinweise:
(1) Cortes JE et al., ASH 2013, Abstract #653.
(2) Kantarjian HM et al., N Engl J Med. 2010;362:2260-70.
(3) Baccarani M et al., Blood. 2013;122: 872-84.
(4) Le Coutre PD et al., ASH 2013, Abstract #1489.
(5)Tanaka H et al., ASH 2013, Abstract #3998.

Mit freundlicher Unterstützung von Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA


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