Donnerstag, 18. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

26. September 2014 Editorial

Anzeige:
Prof. Dr. Andreas Dietz
 
Prof. Dr. Rainer Fietkau
 

In dem nachfolgenden Themenheft haben Ihnen ausgewiesene Experten aus den verschiedenen Disziplinen einen breiten aktuellen Blick auf das Thema der Kopf-Hals-Tumoren zusammengestellt. Nicht zuletzt wegen steigender Fallzahlen insbesondere im Bereich des Oropharynx, assoziiert mit dem HPV16-Virus und der damit zusammenhängenden diversifizierten Tumorbiologie rückte auch der Krebs im Kopf-Hals-Bereich in den vergangenen Jahren zunehmend in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit hoch komplexen tumorbiologischen Zusammenhängen. Kann man den Tumor durch mittlerweile gut eingrenzbare Diagnostik auf DNA- und RNA-Ebene in die beiden HPV16-abhängigen Schubladen aufteilen, sieht sich das interdisziplinäre Behandlungsteam mit zwei völlig unterschiedlichen Tumorentitäten konfrontiert. Besteht ein HPV16-Bezug, ist die Prognose auf jeden Fall erheblich günstiger, fast egal, ob operiert oder bestrahlt wird. Genetisch sind diese Tumore homogener, weisen ein intaktes p53-Tumorsuppressorgen auf und sind weniger mit höherem Konsum von Tabak/Alkohol assoziiert. Ist HPV16-negativ, haben wir es mit einer deutlich schlechteren Prognose und deutlich höherer genetischer Alterierung bzw. Heterogenität zu tun. In Deutschland sprechen wir aktuell von ca. 25% HPV16-positiven Kopf-Hals-Karzinomen.

Da diese Diversität enorme Fragen in der klinischen Betrachtung aufwirft, werden weltweit in höheren Zahlen als jemals zuvor klinische Studien zur Therapie der Kopf-Hals-Tumoren auf den Weg gebracht. Über das EGFR-Targeting, neue Chemotherapeutika und Entwicklung transoraler Operationsroboter hat auch die Industrie diese Tumorentität entdeckt und investiert in massiv zunehmendem Maße in neue, teilweise kompetitive Therapieentwicklungen. Der Krebskongress der DKG bot dieses Jahr erstmals ein sehr gut angenommenes Plenum für die Darstellung der unterschiedlichen Therapieoptionen von Kopf-Hals-Tumoren an. Nach Maßgabe des nationalen Krebsplans schwingt sich eine wachsende Zahl von Kliniken auf, interdisziplinäre Kopf-Hals-Tumorzentren zu bilden und zertifizieren zu lassen. All dies sind großartige Entwicklungen, die hoffen lassen, dass durch höhere zentrumsbedingte Behandlungsqualität und die Neuentwicklung molekularer Therapieansätze zukünftig die seit 30 Jahren stagnierende 5-Jahres-Überlebensrate von 42% dieser Tumore sukzessive verbessert werden kann.

Neben unseren beiden Beiträgen, die zur aktuellen operativen und radioonkologischen Therapie berichten, konnten wir zu unserer Freude Herrn PD Dr. Dr. Freudlsperger für einen hoch interessanten Beitrag zu modernen Rekonstruktionsverfahren, Herrn Prof. Dr. Lell zu den neuen Bildgebungsverfahren, Frau Dr. Heckl zum sehr wichtigen Thema der Psychoedukation mit Krebspatienten, Frau Prof. Dr. Egerer zu einem neuen Ansatz in der Therapie der metastasierenden Weichteilsarkome und schließlich Herrn Wettlaufer als frisch gewählten Vorsitzenden des Bundesverbands der Kehlkopfoperierten e.V. mit einem Beitrag aus den Reihen der Betroffenen gewinnen.

Wir wünschen Ihnen viele gute Anregungen und vor allem Spaß bei der Lektüre dieses aus unserer Sicht gelungenen Themenhefts.

Mit herzlichen Grüßen,
Prof. Dr. Andreas Dietz und Prof. Dr. Rainer Fietkau


Das könnte Sie auch interessieren

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen

Kostenlose Kosmetikseminare “look good feel better“ für Krebspatientinnen
© Carolin Lauer (carolinlauer.de)

Ganz unverhofft trifft die damals 30jährige Cristina aus Hannover die Diagnose Krebs. Erst dachte sie an einen schlechten Scherz, als sie den Anruf von ihrem Arzt erhielt und dann zog ihr die Nachricht den Boden unter den Füßen weg. Mit der Chemotherapie kamen der Verlust der Haare, Augenbrauen und Wimpern und damit auch teilweise unangenehme Situationen: „Selbst als ich noch Stoppeln auf dem Kopf hatte, haben mich sofort alle angestarrt. Teilweise getuschelt oder den...

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig
© Stefan Straube / UKL

Zum 1. Patiententag für Kehlkopfoperierte lädt am 22. März die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig ein. "Ein großer Patientenstamm kommt regelmäßig zu uns, denn beispielsweise findet jeden Mittwochnachmittag bei uns die Tumornachsorge statt. Wir haben auch schon Patientenveranstaltungen organisiert, wollen diese jetzt aber institutionalisieren", so Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas...

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten
© Frantab / fotolia.com

„Danke für den gemeinsamen Spirit. Möge er uns weiter beflügeln“, so ein Feedback zum ersten Sommertreffen junger Krebspatienten in Deutschland. Frauen und Männer aus der gesamten Bundesrepublik kamen vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 das erste Mal in Lauterbach (Hessen) zu einem gemeinsamen Kennenlernen und Austausch zusammen. Die etwa 50 Teilnehmer engagieren sich in den TREFFPUNKTEN der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Die Stiftung hatte...

Kürzlich angesehene Inhalte

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

Starke Hilfe: 7,65 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie
© RTimages / Fotolia.com

Die Mitgliederversammlung des José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. beschließt eine Mittelauskehr für zahlreiche Forschungs- und Projekt-Förderungen. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Gabriele Kröner sagt dazu: „Leukämie muss heilbar werden. Immer und bei jedem. Dieses große Ziel unseres Initiator José Carreras streben wir mit der Förderung der medizinischen Forschung und Finanzierung von Infrastrukturprojekten an.“

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung

Künstlerische Therapien in der Krebsbehandlung
© ChenPG / Fotolia.com

Viele Krebspatienten schöpfen durch Musik, Malen oder andere künstlerische Tätigkeiten neue Kraft. Doch lange Zeit reichte der wissenschaftliche Kenntnisstand nicht aus, um die Wirkung von Musik- oder Kunsttherapien zu belegen. Erst in den letzten Jahren wurden hierzu vermehrt psychoonkologische Studien durchgeführt, in denen es gelang, die Steigerung des Wohlbefindens von Patienten durch künstlerische Betätigungen nachzuweisen.

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf

Weltkindertag: Deutsche Krebshilfe ruft zu aktivem Lebensstil auf
© Sabphoto / Fotolia.com

In der Schule, vor dem Smartphone oder am Computer: Die Liste sitzender Aktivitäten von Jugendlichen ist lang. Fast die Hälfte ihrer Wachzeit – knapp sieben Stunden pro Tag – verbringen Schüler heutzutage sitzend oder liegend. Je mehr die jungen Menschen sitzen, desto riskanter ist auch ihr Gesundheitsverhalten: Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Editorial"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren