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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

10. Dezember 2013 Editorial

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Der Wert radioonkologischer Behandlungsverfahren hat in den letzten Jahrzehnten eine erhebliche wissenschaftliche Unterfütterung erhalten. Für viele, insbesondere große onkologische Entitäten ist es gelungen, den Wert neoadjuvanter, adjuvanter, definitiver oder palliativer strahlentherapeutischer Behandlungen in exzellenter Weise zu validieren.

Besonders hervorzuheben sind dabei die multizentrischen Studien die durch die EORTC, die RTOG oder die Studien nationaler Gruppen im skandinavischen Raum, in den Beneluxländern aber auch der Bundesrepublik durchgeführt wurden.Wesentliche Fortschritte sind bei der Definition der Rolle der Strahlentherapie beim Prostatakarzinom, bei den Kopf-Halstumoren, bei vielen gastrointestinalen Tumoren, dem Mammakarzinom aber auch seltener Tumoren, wie dem Analkarzinom, den Hirntumoren und nicht zuletzt kindlichen Tumoren gemacht worden. In kaum einem anderen Fach ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen technische Entwicklungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie und Medizingerätetechnik so radikal in einen direkten Patientennutzen umzusetzen wie in der Radioonkologie.

Im gleichen Zeitraum erkennt man einen deutlichen Fortschritt bei der Entwicklung zielgerichteter Medikamente und molekularer Stratifikationsmarker, die eine Prädiktion von Therapiewirkung oder der Prognose der Gesamterkrankungen erlauben. Gegenstand des vorliegenden Themenheftes ist es, das Entwicklungsfeld der Radioonkologie für onkologisch tätige Kollegen anderer Fachdisziplinen übersichtlich darzustellen und dabei Zukunftsoptionen, Entwicklungsbereiche aber auch Limitationen kritisch zu beleuchten.

Ein erster Artikel stellt die Fortschritte bei der Generierung hochkonformaler Zielvolumen durch fluenzmodulierte Techniken (IMRT, VMAT, Rapid Arc) dar und erläutert grundlegende physikalische Prinzipien und deren Umsetzung auf Basis verschiedener Herstellerlösungen. Der zweite Artikel beschreibt die Fortschritte, die insbesondere durch die Integration moderner Bildgebungsverfahren in die Bestrahlungsplanung und -durchführung gemacht werden. Es geht darum zu skizzieren, dass eine höhere Präzision und Konformalität bei den Dosisverteilungen nur sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn die pathoanatomische Tumorausdehnung und - optimalerweise - auch Aspekte der Tumorphysiologie bildgebend perfekt dargestellt werden können. In einem dritten Artikel werden die Interaktionsmöglichkeiten von zielgerichteten Substanzen mit der Strahlentherapie dargestellt. Im Vordergrund steht zum einen die Darstellung der positiven Wirkung der Kombination von EGF-R oder VEGF-R Inhibitoren, wenn sie gleichzeitig mit der Strahlentherapie gegeben werden, zum anderen die potentiellen Probleme einer nicht intendierten Interaktion von systemisch gegebenen zielgerichteten Substanzen mit z.B. einer palliativ durchgeführten Strahlentherapie. Im letzten Artikel werden die Möglichkeiten und Limitationen des Einsatzes von geladenen Teilchen in der Strahlentherapie vorgestellt. Die Physik von Protonen und Schwerionen erlaubt die Generation noch schärferer Dosisgradienten - allerdings kommen hier erhebliche neue Herausforderungen durch die physikalischen Besonderheiten dieser Strahlqualitäten auf die Anwender zu.

Insgesamt bietet das Themenheft einen breiten und auch detaillierten Überblick über die momentanen wissenschaftlichen Schwerpunkte und klinisch bereits integrierten Neuigkeiten im Fach Radioonkologie.

Prof. Dr. Claus Belka, München


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