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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

14. November 2013 Editorial

 

In der Therapie metastasierter kolorektaler Karzinome zeichnete sich in den letzten 15-20 Jahren eine schrittweise Verbesserung des Gesamtüberlebens ab, von etwa 12-14 Monaten mit 5-FU auf 25-27 Monate mit den Dreifachkombinationen. Heute nähert sich das mediane Gesamtüberleben der 3-Jahres-Marke. Kleine Überlebenszeitgewinne, die in verschiedenen Therapielinien erreicht werden, summieren sich zu einem großen Überlebensvorteil. Dies wirft die Frage auf, welche Aussagekraft dem klinischen Endpunkt Gesamtüberleben noch zukommt. Einen aktuellen Anlass für diese Diskussion bietet die FIRE-3-Studie. In einem head-to-head-Vergleich von Cetuximab/FOLFIRI mit Bevacizumab/FOLFIRI ergab sich zwar kein signifikanter Unterschied im Ansprechen und im progressionsfreien Überleben, dagegen erfuhren Patienten mit RAS-Wildtyptumoren durch Cetuximab eine deutliche Verbesserung des Gesamtüberlebens.

Den größten Einfluss auf das Gesamtüberleben hat zweifelsohne die optimale Erstlinientherapie. Hier werden die meisten "Lebensmonate gewonnen". Ein wichtiges Argument gegen eine Sequenztherapie im Sinne eines "step-up Vorgehens" ist, dass wir Patienten mit jeder Therapielinie für Folgetherapien verlieren. Dem entgegen steht das Argument einer höheren Toxizität zu Therapiebeginn. Die Frage, ob der Ausschluss einer RAS-Mutation bedeutet, dass automatisch eine anti-EGFR-Therapie in der Erstlinientherapie Einsatz finden soll, wird demnach derzeit sehr intensiv für Patienten der ESMO-Gruppe 3 diskutiert.

Der Artikel zu Überlebenszeitgewinnen durch molekular gezielte Substanzen von Dr. Deniz Gencer beschäftigt sich mit der Frage, welcher Parameter für molekular gezielte Therapien geeignete Endpunkte darstellen könnten. Goldstandard in der Therapie des nicht-metastasierten Stadiums ist die primäre Resektion. Zunehmend auch in Deutschland kommen minimal-invasive Verfahren zum Einsatz, zu deren Indikationen und aktueller Datenlage PD Dr. Franz Bader einen Überblick gibt.

Einen weiteren Schwerpunkt in dieser Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE bildet das Nierenzellkarzinom. Eine große Herausforderung ist die Unterscheidung von komplexen Nierenzysten und zystischen Nierentumoren. Hierzu stellen PD Dr. Dirk-André Clevert und PD Dr. Michael Staehler den Einsatz der kontrastmittelverstärkten Ultraschalldiagnostik vor, die insbesondere bei Patienten mit Niereninsuffizienz eine Alternative zu CT und MRT sein kann.
 
Der Beitrag von Prof. Andreas Mahnken und Dr. Stephan Rheinheimer beschäftigt sich mit der wichtigen Frage der Aktualität der RECIST-Kriterien zur radiologischen Einschätzung des Therapieansprechens auf die "Targeted Therapies".

Die Biopsie zur Klärung von unklaren Raumforderungen der Niere ist Thema des Beitrags von Prof. Michael Siebels. Anhand der aktuellen Literatur kann dargelegt werden, dass sich hier in letzter Zeit ein Paradigmenwechsel vollzogen hat und in vielen Fällen durch die Biopsie die Unterscheidung zwischen malignen und benignen Befunden verbessert werden kann.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen
Prof. Dr. Ralf-Dieter Hofheinz, Mannheim


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