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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

24. Februar 2015 Editorial

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Bei der Behandlung des Pankreaskarzinoms bestand über viele Jahre eine nihilistische Einstellung. Dies hat sich erst in den letzten 5 Jahren geändert: Für Patienten im metastasierten Stadium gibt es endlich Erfolge und erstmals können auch bei dieser Entität Therapielinien etabliert werden. Für die Erstlinientherapie stehen wirksame Chemotherapieregime zur Verfügung, die nun auch in der klinischen Praxis breit zur Anwendung kommen sollen. Eine Frage, die sich nun stellt, ist die nach der Übertragbarkeit dieser Protokolle aus der metastasierten Situation in das lokal fortgeschrittene Setting. Eine Operation sollte bei lokal fortgeschrittenen Tumoren immer angestrebt werden, da sie die einzige Chance auf ein
Langzeitüberleben bietet. Vor allem bei Patienten mit lokal fortgeschrittenen Tumoren ist die Chirurgie inzwischen an ihre Grenzen gestoßen. Offene Fragen gibt es insbesondere auch bei den Borderline-resektablen Tumoren, zum Einen, wie sie genau definiert werden sollen und zum Anderen, ob durch neoadjuvante Therapiestrategien die Chance auf eine komplette Resektabilität und damit Prognoseverbesserung erreicht werden kann. Eine Reihe von neoadjuvanten Therapieprotokollen prüft, inwieweit sich hier eine Verbesserung erzielen lässt. Nachdem bisherige Studien den Stellenwert einer Strahlentherapie der Primärtumorregion nicht belegen konnten, wird auch geprüft, inwiefern multimodale neoadjuvante Therapiestrategien zur Selektion geeigneter Patienten für eine prognoseverbessernde Strahlentherapie identifiziert werden können. Einen Überblick zu den AIO-Studien zur palliativen, adjuvanten und neoadjuvanten Therapie finden Sie in dieser Publikation, ebenso die Themen Lebensqualität und Ernährung, die gerade beim Pankreaskarzinom einen hohen Stellenwert einnehmen. Jede Therapieentscheidung muss individuell getroffen werden unter Einbeziehung des Patienten. Kasuistiken, die auf diesem 1. Pankreas-Summit in Berlin vorgestellt wurden, lieferten Stoff für viele Diskussionen und zeigten die wichtigsten Faktoren auf, die in die Entscheidung mit einfließen sollten.

Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen
Prof. Hanno Riess und Prof. Thomas Seufferlein


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