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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

27. März 2014 Editorial

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Fachinformation
Dr. med. Ina Wöllner

Fachärztin für Innere Medizin
Hämatologie/Onkologie
Freiligrathstraße 14
55131 Mainz

Gemeinsam mit Anthrazyklinen sind Taxane aufgrund ihrer hohen Effektivität ein unverzichtbarer Eckpfeiler in der Brustkrebstherapie. Mit Paclitaxel und Docetaxel stehen zwei zugelassene Substanzen zur Verfügung, die leitliniengemäß beim frühen und fortgeschrittenen Mammakarzinom eingesetzt werden (1). Da Taxane sehr hydrophob sind, müssen sie in synthetischen Solvenzien gelöst werden, um eine parenterale Applikation zu ermöglichen. Allerdings können diese Solvenzien als biologisch und pharmakologisch aktive Substanzen Überempfindlichkeitsreaktionen und Neuropathien auslösen.

Mit nab-Paclitaxel wurde mittlerweile eine neue Galenik entwickelt, die die Eigenschaften von Albumin als Trägerprotein lipophiler Moleküle nutzt und daher ohne Lösungsmittel auskommt. Gleichzeitig wird der Albumin-Paclitaxel-Komplex durch das von vielen Tumoren überexprimierte SPARC-Protein mit hoher Affinität gebunden, sodass Paclitaxel im Tumorgewebe akkumuliert und von einer höheren Wirksamkeit bei gleichzeitig geringerer Toxizität auszugehen ist (2).

Das verbesserte Nutzen-Risiko-Profil wurde in einer Phase-III-Studie belegt, in der nab-Paclitaxel Ansprechrate, Zeit bis zum Therapieversagen und Gesamtüberleben im Vergleich zu konventionellem Paclitaxel steigerte, dabei aber signifikant weniger schwere Neutropenien und keine schweren Überempfindlichkeitsreaktionen auslöste (3). Der günstige therapeutische Index von nab-Paclitaxel bestätigte sich in einer Phase-II-Studie versus Docetaxel [4]: Bei tendenziell verbessertem Ansprechen waren Neutropenien wiederum seltener und weniger schwer.

In den hier vorgestellten Kasuistiken kam nab-Paclitaxel nach intensiver Vortherapie zum Einsatz und führte in beiden Fällen rasch zu lang anhaltenden Remissionen. Erfreulich ist die hohe Aktivität des Taxans insbesondere bei der jungen Patientin mit triple-negativem Brustkrebs (Fall 2), da für diesen prognostisch ungünstigen Tumorsubtyp bislang keine zielgerichtete Therapie zur Verfügung steht. Von Interesse ist auch das gute Ansprechen kutaner Metastasen auf nab-Paclitaxel.


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