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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

07. Februar 2012 Wissenschaftlicher Hintergrund und Diskussion

Für die Behandlung des bereits metastasierten Mammakarzinoms bleibt Docetaxel eine der wirksamsten Monosubstanzen. Wichtige zytostatische Kombinationspartner von Docetaxel sind Anthrazykline sowie bei Anthrazyklin-Vorbehandlung Capecitabin [5] und Gemcitabin [6]. Die Kombinationen mit Capecitabin oder Gemcitabin mit Docetaxel sind wirksamer als eine Monotherapie.
Neu ist, dass die First-line-Therapie Docetaxel/Bevacizumab in die Therapieleitlinien der AGO Mamma aufgrund der überzeugenden Daten der AVADO-Studie aufgenommen und damit positiv bewertet wurde.

In den bisher vorliegenden Studien zu der Kombination Taxan-Bevacizumab war der Therapieeffekt bei Frauen mit Taxan-Vorbehandlung sogar deutlicher als bei denen, welche eine Taxan-freie adjuvante Therapie erhalten hatten [4,3]. In der Studie AVADO waren zum Beispiel 73 von 489 Patientinnen aus dem Kombinationsarm mit der 7,5 mg/kg-Dosis Bevacizumab und 77 von 488 Patientinnen aus dem Kombinationsarm mit 15 mg/kg Bevacizumab mit einem Taxan vorbehandelt und profitierten deutlich mehr als die Patientinnen ohne Taxanvorbehandlung von der Kombinationstherapie (HR 0,59 bzw. 0,42 vs. 0,84 bzw. 0,77).

Für die Taxane sind bis auf die Neuropathie keine kumulativen Toxizitäten bekannt. Diese manifestieren sich meist als überwiegend sensorische Neuropathien und sind in den meisten Fällen nach Beendigung der adjuvanten Therapie rückläufig. In der Rezidivsituation ist daher ein Taxan-rechallenge als Erstlinientherapie auch bei Taxan-vorbehandelten Patientinnen eine sehr gute Option.

Patientinnen mit einer deutlichen Symptomatik, bzw. absehbaren Symptomatik in kurzer Zeit sollten vorzugsweise mit einer Kombinationstherapie behandelt werden. Dass es sich bei der Kombination Docetaxel/Bevacizumab um ein gut verträgliches und sicheres Schema handelt, zeigte eine neue Zusatzauswertung der AVADO-Studie [4], wonach ältere Patientinnen besonders von der Kombination profitierten.

Bei etwa jeder dritten Patientin, die mit Docetaxel behandelt wird, treten Haut- und Nagelveränderungen auf. Diese lassen sich signifikant durch Tragen eines Kältehandschuhs während der Applikation der Chemotherapie vermindern [7]. Da dies mit einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität der Patientin einhergeht, kann diese supportive Maßnahme angewendet werden.

Prof. Hans-Joachim Lück, Hannover

Quelle:


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